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Dänemark: Zehn Organisationen fordern Agrarförderung nach Ergebnissen

Regierung plant Honorierung von Umweltleistungen

Dänemark: Zehn Organisationen fordern Agrarförderung nach Ergebnissen © stock.adobe.com / methaphum

Am 26. und 27. Oktober beraten die EU-Agrarminister über die Gemeinsame Agrarpolitik nach 2027. Die irische Ratspräsidentschaft strebt dort eine erste gemeinsame Position der Mitgliedstaaten an. Zehn dänische Organisationen, darunter der Verband Organic Denmark, fordern, dass Agrarzahlungen künftig an messbare Ergebnisse für Klima, Natur, Wasser und Tierwohl geknüpft werden. Für die Umsetzung in Dänemark haben sie dafür gemeinsam ein Modell vorgelegt. Rückenwind gibt es von der dänischen Regierung, die im Sommer einen Umbau der Agrarförderung angekündigt hat.

Laut dem Modell der Organisationen sollen Landwirte künftig nach vier Bilanzen bezahlt werden, für die in Dänemark bereits Daten vorliegen: die Klimabilanz des Betriebs in CO2-Äquivalenten je Hektar, die Stickstoffauswaschung in Kilogramm Stickstoff je Hektar, ein Feldnatur-Index für das Potenzial an Artenvielfalt auf der Ackerfläche und ein Tierwohl-Score je Großvieheinheit. Die Teilnahme ist freiwillig. Je besser das Ergebnis, desto höher die Zahlung.

Die Direktzahlungen sollen dagegen schrittweise auslaufen. Zu Beginn der Förderperiode 2028 sollen Mittel im Umfang von 30 Prozent der heutigen Einkommensstützung in das neue Modell fließen, bis zur folgenden Periode 50 Prozent.

Regierung will umsteuern

In ihrem Regierungsprogramm vom Juni 2026 hat die dänische Regierung selbst angekündigt, die EU-Förderung so umzustellen, dass Landwirte für Ergebnisse bei Klima, Natur und Umwelt honoriert werden statt allein für ihre Fläche. Laut Sybille Kyed, Leiterin der Abteilung für Agrar- und Ernährungspolitik bei Organic Denmark, markiert das neue Programm einen Höhepunkt der politischen Unterstützung, in dem es den Ökolandbau ins Zentrum der übergeordneten Agrarpolitik stelle. „Noch nie war eine Regierung so ambitioniert im Sinne des Ökolandbaus wie mit diesem Regierungsprogramm“, kommentiert sie. Der aktuelle Vorschlag der EU-Kommission für die Agrarpolitik und Haushaltsperiode ab 2028 gibt den Mitgliedstaaten mehr Flexibilität, selbst zu bestimmen, wofür sie die Mittel einsetzen.

Kyed betont, die Energiekrise habe die Verwundbarkeit einer konventionellen Landwirtschaft gezeigt, die von Mineraldünger abhängt, dessen Herstellung große Mengen Energie erfordert. Der Ökolandbau sei weniger auf Mineraldünger angewiesen und könne durch den Aufbau von Bodenkohlenstoff zur Bewältigung von Klima- und Umweltproblemen beitragen. Krisenhilfen, mit denen steigende Ausgaben für Mineraldünger ausgeglichen werden sollen, seien der falsche Weg.

Bio-Vorbild Dänemark

Dänemark zählt zu den Ländern mit einem besonders hohen Bio-Anteil im Lebensmittelhandel. Nach Angaben von Organic Denmark werden mehr als elf Prozent der landwirtschaftlichen Fläche ökologisch bewirtschaftet. Der Bio-Anteil am Lebensmittelumsatz im Einzelhandel liegt ebenfalls bei über elf Prozent. Als wichtige Faktoren nennt der Verband die langjährige politische Unterstützung, das staatlich kontrollierte Bio-Siegel, das bereits 1989 eingeführt wurde, das Bio-Speiselabel für Großküchen und die starke Präsenz von Bio-Produkten im konventionellen Lebensmittelhandel. Rund 96 Prozent aller Bio-Produkte werden heute in Dänemark in LEH und Discountern verkauft.

Den Vorschlag für einen ergebnisorientierten Einsatz von Agrargeldern haben folgende Organisationen im Oktober 2026 gemeinsam vorgelegt: Organic Denmark, The Danish Society for Nature Conservation, Animal Protection Denmark, Danish Vegetarian Association, The Plant-Based Business Association, World Animal Protection, Birdlife Denmark, Danish Beekeepers’ Association, Green Transition Denmark und Permaculture Denmark.

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