Umwelt
Trotz Dürre: Ökolandbau schützt im Jahr 2025 über 2,7 Milliarden Kubikmeter Wasser
Bio-Wasseruhr zeigt Nutzen der Bio-Landwirtschaft angesichts bedrohter Grundwasserspeicher
Öko-Flächen wirken wie ein Schwamm und lassen das Regenwasser mehr als doppelt so gut in die Grundwasserspeicher einsickern wie konventionelle Flächen, betont die Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser. Laut ihrer Bio-Wasseruhr konnte der Ökolandbau im vergangenen Jahr über 2,73 Milliarden Kubikmeter sauberes Wasser für die Allgemeinheit sichern. Durch den Verzicht auf Ackergift seien gleichzeitig bis zu 1,8 Milliarden Euro an Wasseraufbereitungskosten gespart worden.
Schon im Jahr 2025 war die Landwirtschaft in Deutschland von einer historischen Trockenheit betroffen. Mit 642 Litern Niederschlag pro Quadratmeter handelte es sich insgesamt um eines der trockensten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Niederschläge lagen um 17 Prozent unter dem langjährigen Mittel. Negative Rekordwerte gab es im Frühling: Von Anfang Februar bis Mai war es in Deutschland so trocken wie noch nie. In Zeiten der Wasserkrise leiste die Bio-Landwirtschaft einen entscheidenden Beitrag zur Rettung der heimischen Trinkwasserreserven, so die Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser.
2,73 Milliarden Kubikmeter Wasser – mehr als 2,7 Billionen Liter – habe der Ökolandbau im vergangenen Jahr durch den Verzicht auf synthetische Pestizide und Kunstdünger geschützt und sauber in die Grundwasserspeicher gelangen lassen. Das sei ungefähr so viel Wasser, wie der Schweriner See, die Müritz, der Königssee, der Große Plöner See und der Plauer See zusammen enthalten. In den vergleichsweise niederschlagsreichen Vorjahren 2024 und 2023 beliefen sich die Zahlen sogar auf 4 bzw. 3,8 Milliarden Kubikmeter Wasser.
Das Fundament für diesen Wasserschutz sind 1,9 Millionen Ökolandbaufläche (11,7 Prozent der Ackerflächen in Deutschland.) Laut einer Studie des Thünen-Instituts erreichen Bio-Böden eine um rund 137 Prozent höhere Regenaufnahme als konventionell bewirtschaftete Böden. Dies sei etwa auf die höhere biologische Vielfalt und die lockere Struktur zurückzuführen.
Weil synthetische Pestizide und mineralische Stickstoffdünger im Ökolandbau nicht auf die Felder ausgebracht werden, reduziert sich der Aufwand für die technische Aufbereitung durch Wasserversorger. Die eingesparten Kosten belaufen sich nach Angaben der Bio-Wasseruhr auf bis zu 1,8 Milliarden Euro.
Zur Berechnung des auf landwirtschaftlichen Flächen geschützten Wassers setzt die Bio-Wasseruhr auf Basis amtlicher und ergänzender wissenschaftlicher Daten drei Dinge ins Verhältnis:
- die durchschnittliche Menge an Niederschlägen in Deutschland innerhalb eines Jahres
- die ökologisch bewirtschaftete Fläche in Deutschland bzw. deren Anteil
- die durchschnittliche Grundwasserneubildungsrate auf ökologisch bewirtschafteten Flächen
Letztere wird wegen der im Vergleich höheren Regeninfiltrationsrate auf Ökoflächen mit 22 Prozent angesetzt, während für konventionelle Böden lediglich von einer Grundwasserneubildungsrate von 16 Prozent ausgegangen wird.
„Gerade in Zeiten extremer, aufeinanderfolgender Dürrejahre wie 2025 und 2026 ist der Ökolandbau unsere wichtigste Lebensversicherung für sauberes Trinkwasser“, kommentiert Frank Stieldorf, Geschäftsführer der Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser. „Unsere Bio-Böden wirken wie ein hochfunktionstüchtiger Schwamm. Sie nehmen den spärlichen Regen optimal auf und lassen ihn unbelastet von Ackergiften versickern.“ Um das Grundwasser von morgen zu sichern, gelte es, den Ökolandbau konsequent und flächendeckend zu fördern.







