Start / Business / Themen / Umwelt / Deutsche Umwelthilfe startet Klageoffensive wegen TFA in Gewässern

Umwelt

Deutsche Umwelthilfe startet Klageoffensive wegen TFA in Gewässern

Unzureichende Maßnahmen bei Donau, Elbe, Ems, Rhein, Warnow-Peene und Weser

Deutsche Umwelthilfe startet Klageoffensive wegen TFA in Gewässern © pixabay

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) geht juristisch gegen die zunehmende Belastung von Gewässern mit der Ewigkeitschemikalie Trifluoressigsäure (TFA) vor. Die Organisation hat Klagen wegen unzureichenden Maßnahmenprogrammen in sechs großen deutschen Flussgebietseinheiten eingereicht. Hintergrund sind überschrittene Grenzwerte im Grundwasser und fehlende Gegenmaßnahmen der Bundesländer. TFA gilt als fortpflanzungsgefährdend und äußerst langlebig.

Beklagt wird, dass die Länder keine zusätzlichen Maßnahmen ergriffen haben, obwohl der für Pestizide und deren relevante Abbauprodukte geltende Grenzwert in Höhe von 0,1 Mikrogramm pro Liter in Bezug auf TFA im Grundwasser überschritten wird. Betroffen sind die Flussgebietseinheiten Donau, Elbe, Ems, Rhein, Warnow-Peene und Weser.

„Mit jedem Tag wird der Zustand unseres Wassers unumkehrbar schlechter“, sagt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH. „TFA wurde inzwischen von deutschen Fachbehörden als fortpflanzungsgefährdend bewertet. Deshalb darf diese giftige Chemikalie nicht mehr ungebremst in unser Wasser gelangen. Wir wollen mit den Klagen die Bundesländer zu wirksamen Maßnahmen in ihren Programmen verpflichten.“

Die Klagen liegen bei den obersten Verwaltungsgerichten der Länder Baden-Württemberg, Bayern, Berlin-Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Bereits seit 2022 läuft ein ähnliches Verfahren zur Flussgebietseinheit Eider vor dem Oberverwaltungsgericht Schleswig-Holstein.

Nach Angaben der DUH gelangt TFA vor allem über TFA-bildende Pestizide, fluorierte Kältemittel sowie industrielle Einleitungen in Gewässer. Die Organisation fordert strengere Auflagen für Industrie und Kläranlagen, ein Verbot entsprechender Pflanzenschutzmittel in Wasserschutzgebieten sowie Maßnahmen zur Ablösung fluorierter Kältemittel durch alternative Technologien.

[ Artikel drucken ]

Ticker

Das könnte Sie auch interessieren

Deutsche Umwelthilfe klagt gegen Zulassung TFA-bildender Pestizide

Sorge um Ewigkeitschemikalien im Grund- und Trinkwasser

Deutsche Umwelthilfe klagt gegen Zulassung TFA-bildender Pestizide © lassedesignen - Fotolia

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat mit Unterstützung des Pestizid Aktions-Netzwerks (PAN Germany) Klage gegen die Zulassung dreier Pestizide eingereicht, die zur Bildung der Ewigkeitschemikalie Trifluoressigsäure (TFA) führen und damit Grund- und Trinkwasser verunreinigen. Betroffen sind die Mittel Banjo, Brodal und Luna Experience. Die Verfahren laufen vor dem Verwaltungsgericht Braunschweig, gegen das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).

23.10.2025mehr...
Stichwörter: Gesundheit, Pestizide, Gewässer, Umwelt, Grundwasser, Klage, Wasser, Deutsche Umwelthilfe, Umweltschutz, Grundwasserschutz, Gerichtsprozess, Chemikalien, TFA

Grundwasser zu 72 Prozent mit Pestiziden belastet

Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser veröffentlicht neues ‚Schwarzbuch Wasser‘

Grundwasser zu 72 Prozent mit Pestiziden belastet © Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser e.V.

Grundwasserzustand dramatisch: Nach dem neuen ‚Schwarzbuch Wasser‘, das die Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser heute veröffentlicht hat, finden sich bereits in rund 72 Prozent der deutschen Grundwasservorkommen Pestizidabbauprodukte. Über 76 Prozent seien mit dem Abbauprodukt Trifluoressigsäure (TFA), einer Ewigkeitschemikalie, belastet. Gleichzeitig habe die Zahl der in Deutschland zugelassenen Pestizide mit 1.047 ein neues Allzeithoch erreicht.

08.08.2025mehr...
Stichwörter: Gesundheit, Pestizide, Gewässer, Umwelt, Grundwasser, Klage, Wasser, Deutsche Umwelthilfe, Umweltschutz, Grundwasserschutz, Gerichtsprozess, Chemikalien, TFA

Deutsche Umwelthilfe klagt gegen Zulassung von Insektiziden mit Deltamethrin

Decis Forte und Gat Decline 2.5 EC auf dem Prüfstand

Deutsche Umwelthilfe klagt gegen Zulassung von Insektiziden mit Deltamethrin © stock.adobe.com/Marcin

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat Klage gegen das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) eingereicht, um die Zulassungen der Pestizide Decis Forte und Gat Decline 2.5 EC zu widerrufen. Beide Mittel enthalten den Wirkstoff Deltamethrin, der im Verdacht steht, die menschliche Gesundheit und Ökosysteme zu schädigen. Anlass der Klage seien neue wissenschaftliche Hinweise auf neurotoxische Effekte bereits bei sehr niedrigen Dosen sowie mögliche Gefahren für die frühkindliche Hirnentwicklung.

13.04.2026mehr...
Stichwörter: Gesundheit, Pestizide, Gewässer, Umwelt, Grundwasser, Klage, Wasser, Deutsche Umwelthilfe, Umweltschutz, Grundwasserschutz, Gerichtsprozess, Chemikalien, TFA