Pestizide
Deutsche Umwelthilfe klagt für Zulassungsstopp von Folicur und Score
Resistenzen und weitere Gesundheitsrisiken im Blick
Die Deutsche Umwelthilfe geht juristisch gegen die Pestizide Folicur und Score vor. Beim Verwaltungsgericht Braunschweig hat sie Untätigkeitsklagen gegen das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) eingereicht. Ziel ist ein sofortiger Zulassungsstopp – aufgrund von Medikamentenresistenzen, gesundheitlichen Risiken und der Belastung des Grundwassers.
Durch die Klagen will die DUH den Widerruf der Zulassungen für die Fungizide Folicur und Score erzwingen. Beide Mittel enthalten sogenannte Azolfungizide, die nach Angaben der Organisation zur Bildung resistenter Pilzinfektionen beitragen können, sodass die Wirksamkeit wichtiger Medikamente gefährdet werde. Nach aktuellen wissenschaftlichen Bewertungen seien die enthaltenen Wirkstoffe zum Teil fortpflanzungsschädigend und stünden im Verdacht, die menschliche Hormonfunktion zu stören. Außerdem werde das Grundwasser durch Abbauprodukte belastet, die wasserrechtlich vorgegebene Grenzwerte bereits überschritten. In Deutschland seien in den letzten Jahren bis zu zwölf Millionen Hektar Ackerfläche mit Wirkstoffen der Azolfungizide behandelt worden. Widerrufsanträge für die Zulassung hatte die DUH Ende November 2025 gestellt.
„Alle Menschen sind dieser Gruppe von Pestiziden ausgesetzt, weil der Einsatz so stark verbreitet ist und die ‚Risikobewertung‘ kennt nicht einmal das Problem der Medikamentenresistenz – es kommt dabei schlicht nicht vor“, erklärt der Pestizidexperte Lars Neumeister. „Das ist mehr als fahrlässig. Diese Mittel müssen vom Acker.“







