Übernahme
KoRo erwirbt Technologie von Seedtrace
Softwarelösung für mehr Transparenz in Lieferketten
© KoRo
Das Berliner Lebensmittelunternehmen KoRo hat die Übernahme der Intellectual Property-Rechte an Seedtrace bekanntgegeben – einer Softwarelösung, die mehr Transparenz in komplexen Lieferketten der Lebensmittel- und Getränkeindustrie ermöglichen soll. Per QR-Code auf der Verpackung sollen Verbraucher künftig die Lieferwege der Produkte nachvollziehen können. Gleichzeitig will KoRo durch die Akquisition auf kommende regulatorische Anforderungen vorbereitet sein.
„Der Erwerb der Seedtrace-Technologie ist für uns ein wichtiger strategischer Baustein, um das Thema Lieferkettentransparenz bei KoRo – und vielleicht auch darüber hinaus in der gesamten Lebensmittelindustrie – langfristig auf ein neues Level zu heben“, sagt Florian Schwenkert, CEO von KoRo.
Die Software soll es ermöglichen, komplexe Wertschöpfungsketten zu visualisieren. Demnach können Produzenten Daten, Dokumente und Fragebögen direkt im System verwalten, während Geo-Daten und Primärdaten wie Erzeuger-Informationen präzise am Ursprung erfasst werden können. Zahlungen an Kleinbauern sollen über die Speicherung auf einer Blockchain überprüfbar sein. Über Onlineshops oder QR-Codes auf der Verpackung sollen Verbraucher die aufbereiteten Informationen abrufen können.
Die Implementierung der Seedtrace-Technologie sei allerdings ein langfristiger Prozess, räumt KoRo ein. In einem ersten Schritt will das Unternehmen ausgewählte Lieferketten statisch abbilden und sich dabei auf Herkunfts- und Verarbeitungsländer konzentrieren. Nach und nach soll eine detailliertere Darstellung folgen.
Als Pionierprojekt in der Industrie hebt Seedtrace-Mitgründerin Katharina Elisa Davids das Fair-Payment-Tracing der Software hervor: Damit seien bereits 2021 verifizierte Direktzahlungen an Kakao-Kleinbauern in Ghana entlang der gesamten Lieferkette sichtbar gemacht worden.
Mitgründerin Ana Selina Herbosch erhofft sich von der Übernahme durch KoRo mehr Bewegung in puncto Transparenz in der Industrie. Langfristig könne die Lösung als offenes, gemeinschaftlich getragenes Modell für die gesamte Lebensmittelbranche, etwa als Open-Source-Ansatz, weiterentwickelt werden.







