Neue Gentechnik
Protest gegen geplante Deregulierung Neuer Gentechnik
Breites Bündnis ruft zur Demonstration in Straßburg auf
© Rapunzel Naturkost
Für den 17. Juni ist die finale Abstimmung im EU-Parlament über die Deregulierung Neuer Gentechnik (NGT) geplant. Ein breites Bündnis aus Landwirtschaft, Lebensmittelwirtschaft, Umwelt- und Verbraucherorganisationen ruft für den 16. Juni zu einer Demonstration vor dem Europäischen Parlament in Straßburg auf. Die Initiatoren warnen vor dem Abbau zentraler Sicherheitsstandards, fehlender Transparenz für Verbraucher sowie einer zunehmenden Patentierung von Saatgut.
Sollte der vorliegende Gesetzesentwurf verabschiedet werden, würden wesentliche EU-Sicherheitsvorkehrungen für knapp 90 Prozent aller zu erwartenden NGT-Pflanzen wegfallen, betont das Bio-Unternehmen Rapunzel Naturkost. Gestrichen würden eine verpflichtende Risikoprüfung ebenso wie verpflichtende Nachweisverfahren, Haftungsregeln im Schadensfall und eine Kennzeichnungspflicht des Endprodukts. „Das missachtet das EU-Vorsorgeprinzip und die Rechte von Lebensmittelerzeugenden und VerbraucherInnen, selbstbestimmt zu entscheiden, was sie anbauen und essen“, so Rapunzel Naturkost.
Der Bio-Pionier warnt außerdem vor einer neuen Patentflut auf Saatgut, was für Erzeuger und Saatgutzüchter mit einem massiven Risiko von Patentklagen und der Abhängigkeit von multinationalen Gentechnik-Konzernen einhergehe. Die vielfältige Züchtung und Unabhängigkeit Europas würden dadurch bedroht.
Die Initiatoren fordern das EU-Parlament daher auf, Wahlfreiheit und Vorsorgeprinzip zu sichern und gegen den Gesetzesvorschlag zu stimmen. Zum Bündnis gehören neben Rapunzel zahlreiche Verbände und Organisationen wie die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), die Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AbL), der Deutsche Naturschutzring (DNR), der Anbauverband Junges Bioland und Slow Food Deutschland.
Die Demonstration findet am 16. Juni von 8 bis 12 Uhr vor dem Europäischen Parlament in Straßburg statt.







