Agrarpolitik
Europas Küchenchefs kritisieren EU-Saatgutgesetz
Trilog-Verhandlungen gehen in die Zielgerade
Am 15. Juni sollen die Trilog-Verhandlungen zum neuen EU-Saatgutrecht zu Ende gehen. Aus diesem Anlass wenden sich 122 Küchenchefs und GastronomInnen aus 19 europäischen Ländern in einem offenen Brief an das EU-Parlament und die Landwirtschaftsminister. Sie warnen vor einer Einschränkung der Saatgutvielfalt sowie einer Gefährdung der Widerstandsfähigkeit des Ernährungssystems.
„Unsere Küchen sind auf vielfältige, hochwertige und geschmackvolle Zutaten angewiesen. Diese entstehen aus einer reichen Vielfalt an Saatgut. Diese Vielfalt ist nicht nur für unsere Küche essenziell, sondern auch für kulturelles Erbe, Nachhaltigkeit und die Zukunft unserer Ernährung“, schreiben die Köche. Moderne Kulturpflanzen würden häufig auf hohe Erträge und lange Haltbarkeit gezüchtet – meist auf Kosten von Geschmack und Nährwert.
Die Köche fordern das Recht der Landwirte, ihr eigenes Saatgut anzubauen, auszutauschen und zu verkaufen. Kleine und lokale Saatguterzeuger sollten unterstützt werden. Statt bürokratischer Schranken brauche es weitgehende Freiheiten für Organisationen und Netzwerke, die traditionelle und regionale Sorten erhalten und weiterentwickeln.
„Jede verlorene Sorte bedeutet einen verlorenen Geschmack, eine verlorene Tradition und ein verlorenes Stück unserer Zukunft“, erklären die Köche in ihrem gemeinsamen Appell. „Wir fordern Sie nachdrücklich auf, Verantwortung zu übernehmen und sich für Vielfalt, Widerstandsfähigkeit und lebendige Nahrungsmittelsysteme einzusetzen.“







