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FiBL-Konferenz sucht Wege aus der Bio-Saatgut-Lücke

Branchentreffen am 7. und 8. Juli im Biohotel LindenGut bei Fulda

FiBL-Konferenz sucht Wege aus der Bio-Saatgut-Lücke © stock.adobe.com / papan saenkutrueang

Die Versorgung des Ökolandbaus mit ausreichend ökologischem Saat- und Pflanzgut stellt die Branche vor Herausforderungen. Bisher dürfen Landwirte bei Engpässen auf konventionelles Saatgut zurückgreifen – im Jahr 2037 läuft diese Regelung allerdings aus. Wie lässt sich die Versorgung mit Bio-Saatgut sichern, bevor es zu Engpässen kommt? Diese Frage steht im Mittelpunkt der Saatgut-Konferenz des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) am 7. und 8. Juli 2026 im Biohotel LindenGut bei Fulda.

Bei vielen Kulturen fehle es bislang an ausreichendem biologischen Vermehrungsmaterial, erklärt FiBL-Projektkoordinatorin Freya Schäfer. So stamme in Deutschland derzeit nur jede zehnte Bio-Möhre aus Bio-Saatgut. Und im Raps-, Wein- und Obstbau stehe aktuell sehr wenig bis gar kein ökologisches Pflanzenvermehrungsmaterial zur Verfügung.

Da die Züchtung neuer Sorten im Schnitt fünf bis zehn Jahre dauere und auch die Hochskalierung der Saat- und Pflanzgutproduktion für bestehende Sorten mindestens zwei bis vier Jahre, sieht das FiBL mit Blick auf die neue Regelung ab 2037 dringenden Handlungsbedarf. Dies auch vor dem Hintergrund, dass möglicherweise schon in den nächsten zehn Jahren neue gentechnische Verfahren in der konventionellen Züchtung verwendet werden könnten, wie Bioland-Präsident Jan Plagge anmerkt. „Es ist eine enorme Herausforderung, die Deadline 2037 zu halten. Man muss umgehend jetzt aktiv den Weg gestalten und tragfähige Lösungen entwickeln“, betont der ehemalige Naturland-Geschäftsführer Steffen Reese, der die Veranstaltung als neuer Co-Geschäftsführer des FiBL in Brüssel eröffnen wird.

Bei der FiBL-Saatgut-Konferenz diskutieren Vertreter aus Wissenschaft, Landwirtschaft, Politik und Verbänden Strategien, um Versorgungsengpässe zu verhindern und Angebot und Nachfrage nach Biosaat- und Pflanzgut entlang der gesamten Wertschöpfungskette gezielt auszubauen. Neben Impulsvorträgen und Diskussionen mit Experten aus Praxis und Forschung sowie Workshops zu Züchtung, Gentechnik und Lieferkettentransparenz bietet die Veranstaltung Raum für Austausch und Vernetzung. Freya Schäfer hofft, dass auch Vertreter aus Handel und Verarbeitung an der Konferenz teilnehmen werden. „Das Thema Saatgut wird von der nachgelagerten Wertschöpfungskette selten mitgedacht. Dabei können wir die Zukunft des Ökolandbaus nur gemeinsam gestalten“, sagt sie.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Projekts ‚RoadmapsOekoPVM‘ von FiBL und der Bioland Praxisforschung GmbH statt. Ziel des Projekts ist es, die Versorgung mit ökologisch erzeugtem Saat- und Pflanzgut bis 2036 zu verbessern. Gefördert wird das Vorhaben vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau.

Das Programm der Konferenz finden Sie hier.

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