Bio Komm’ mit
Bio im Aufwind – Kommunen als Schlüssel
Großes Interesse an „Bio Komm’ mit“ auf der BioFach 2026
© Werner Ebert
Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln wächst weiter – gleichzeitig verliert die regionale Produktion vielerorts den Anschluss. Auf der Weltleitmesse der Bio-Branche, der BioFach in Nürnberg, wurde deutlich: Städte und Gemeinden können zu wichtigen Motoren für Bio-Produktion und regionale Wertschöpfung werden. Die Initiative „Bio Komm’ mit“ unterstützt Kommunen dabei, dieses Potenzial gezielt zu nutzen.
Die BioFach in Nürnberg gilt als Weltleitmesse der Bio-Branche. Neben neuen Produkten für Verbraucherinnen und Verbraucher standen in diesem Jahr auch strukturelle Fragen der Branche im Mittelpunkt. Ein Thementag widmete sich der Frage, welchen Beitrag Kommunen zur Stärkung der Bio-Produktion und regionaler Wertschöpfung leisten können – mit überraschend positiven wirtschaftlichen Perspektiven für Städte und Gemeinden.
Erstmals präsentierte sich auf der Messe auch die Initiative „Bio Komm’ mit“. Die 2025 gestartete Maßnahme der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) unterstützt Kommunen dabei, die wirtschaftlichen Chancen der Bio-Branche gezielt für ihre Region zu nutzen und regionale Wertschöpfungsketten zu stärken.
Dass sich dieses Engagement lohnt, zeigen aktuelle Zahlen aus der Branche: Die Nachfrage nach Bio-Produkten und die Umsätze sind 2025 erneut gestiegen. Laut der Arbeitsplatzstudie des Bunds Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) nahm auch die Zahl der Beschäftigten in der Bio-Branche deutlich zu. Insgesamt arbeiten inzwischen rund 388.000 Menschen in diesem Bereich – ein Plus von 8.000 Arbeitsplätzen im Vergleich zum Vorjahr.
Dr. Werner Ebert, Geschäftsführer des Vereins zur Förderung der Bio-Städte e.V. und verantwortlich für die Maßnahme „Bio Komm’ mit“, hebt zudem die Bedeutung der Branche für die Ausbildung hervor: „Die Zahlen zeigen, dass Bio-Betriebe mehr als doppelt so viele Auszubildende beschäftigen wie der Durchschnitt der deutschen Wirtschaft. 38 Prozent der Bio-Unternehmen bilden aus, während es in der übrigen Wirtschaft nur 19 Prozent sind.“
Großen Zuspruch fand deshalb auch die Veranstaltung „Wie Kommunen Bio aus und für die Region voranbringen und die wachsende wirtschaftliche Bedeutung der Bio-Branche nutzen“, die im Rahmen des Forums StadtLandBio auf der BioFach 2026 stattfand. „Mit so viel Andrang hätten wir gar nicht gerechnet. Einige Teilnehmende mussten sogar stehen – dennoch blieben alle bis zum Ende und nahmen viele Ideen und Anregungen mit“, berichtet Ebert.
Die Diskussion machte deutlich, dass Kommunen zahlreiche Möglichkeiten haben, die Entwicklung der Bio-Branche aktiv zu unterstützen. Eine wichtige Rolle spielt dabei die kommunale Wirtschaftsförderung, die gezielt regionale Bio-Wertschöpfungsketten stärken kann. Auch die Flächenpolitik bietet wirkungsvolle Hebel: etwa durch die ökologische Bewirtschaftung kommunaler Flächen, die Vergabe von Land an Bio-Betriebe oder an landwirtschaftliche Betriebe, die eine Umstellung auf ökologische Bewirtschaftung planen.
Darüber hinaus können Städte und Gemeinden über ihre Beschaffungspolitik, die Förderung regionaler Vermarktungsstrukturen sowie durch strategische Flächennutzung wichtige Impulse setzen. Davon profitieren nicht nur Umwelt, Klima und Ressourcenschutz – auch die lokale Wirtschaft wird gestärkt, Arbeitsplätze werden gesichert und neue entstehen.
„Dass nach den Vorträgen noch viele Fragen gestellt wurden, zeigt deutlich den großen Informationsbedarf“, resümiert Ebert. „Mit der Maßnahme Bio Komm’ mit unterstützen wir Kommunen mit Beratungsangeboten, umfangreichen Informationsmaterialien, Best-Practice-Beispielen und der Vernetzung mit bereits erfolgreichen Kommunen.“







