Start / News / Keine Kürzungen beim Ökolandbau!

LVÖ Bayern

Keine Kürzungen beim Ökolandbau!

LVÖ Bayern warnt vor Wortbruch gegenüber Bio-Betrieben und fordert klares Nein zur GAK-Kürzung.

Keine Kürzungen beim Ökolandbau! © Lara Mueller
Thomas Lang, Vorsitzender der LVÖ Bayern

Wie der Der Tagesspiegel am Montag berichtete, plant Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) deutliche Einsparungen bei Maßnahmen für die ländliche Entwicklung, den Ökolandbau und die Biodiversität. Damit würden ausgerechnet jene Programme beschnitten, die die gesellschaftlich gewünschten Leistungen der Landwirtschaft ermöglichen und ihre Widerstandsfähigkeit stärken. Die Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern e.V. (LVÖ) lehnt die geplanten nachträglichen Kürzungen der Mittel der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) entschieden ab.

Thomas Lang, erster Vorsitzender der LVÖ Bayern: „Eine Kürzung der GAK-Mittel wäre ein klarer Wortbruch gegenüber unseren Bio-Betrieben und ein fatales Signal an alle, die in Nachhaltigkeit, Ökolandbau und ländliche Entwicklung investieren – gerade jetzt, wo die Nachfrage hoch ist und wir dringend Umstellungsbetriebe brauchen. Höfe brauchen Verlässlichkeit und Planungssicherheit – keine überraschenden Sparübungen auf ihrem Rücken. Wer hier kürzt, gefährdet Existenzen und verspielt massiv Vertrauen. Wir hoffen sehr, dass diese angedachten Maßnahmen nie umgesetzt werden. Unsere Biobäuerinnen und Biobauern verdienen mehr als leere Versprechen.“

Die LVÖ fordert deshalb die bayerische Landesregierung auf, die Kürzungen der Mittel der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) entschieden zurückzuweisen. Diese Mittel werden unter anderem eingesetzt, um die Ziele aus dem Volksbegehren „Rettet die Bienen!“ zu erreichen – etwa 30 Prozent ökologischen Landbau in Bayern bis 2030. Als gezielte Fördermaßnahmen stellen sie eine zentrale Investition in die Zukunftsfähigkeit der Landwirtschaft, in Ernährungssicherheit und in gesellschaftliche Leistungen dar.

„Sparen an der falschen Stelle kostet am Ende mehr – ökologisch, ökonomisch und politisch“, so Thomas Lang weiter. „Wir erwarten vom bayerischen Bundesminister Rainer eine deutliche und schnelle Klarstellung.“

Hintergrund

Die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) bildet den wesentlichen finanziellen und inhaltlichen Rahmen für die sogenannte Zweite Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU. Über die GAK stellt der Bund Mittel zur Kofinanzierung von EU-Mitteln für die Bundesländer zur Verfügung. Eine Kürzung im laufenden Haushaltsjahr würde nicht nur bestehende Agrarumweltprogramme infrage stellen, sondern auch die Zusammenarbeit von Bund und Ländern erheblich belasten und laufende Verpflichtungen gegenüber landwirtschaftlichen Betrieben gefährden.

[ Artikel drucken ]

Ticker

Das könnte Sie auch interessieren

Kritik zu GAP-Vorschlägen der Kommission

Bio-Verbände fordern gemeinsame europäische Ziele und die Honorierung von Umweltleistungen

Kritik zu GAP-Vorschlägen der Kommission © stock.adobe.com/Dusan Kostic

Am Mittwoch hat die EU-Kommission ihren Vorschlag für die nächste Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ab 2028 sowie den Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) vorgestellt. Das bisherige Zwei-Säulen-Modell soll demnach abgeschafft und das Budget für die Landwirtschaft um 20 Prozent gekürzt werden, auf 300 Milliarden Euro. Bio-Verbände kritisieren das Festhalten an Flächenzahlungen, die geplante Renationalisierung und den drohenden ‚Wettbewerb nach unten‘.

18.07.2025mehr...
Stichwörter: Biodiversität, Ökolandbau, Ländliche Entwicklung, Alois Rainer, LVÖ Bayern, GAK-Mittel, Rettet die Bienen

Bio-Branche stellt Forderungen an neuen Landwirtschaftsminister

CSU-Abgeordneter Alois Rainer wird Nachfolger von Cem Özdemir

Mit Glückwünschen und Erwartungen für eine gute Zusammenarbeit hat die Bio-Branche heute auf die Bekanntgabe des neuen Bundesagrarministers Alois Rainer reagiert. Positiv heben die Verbände Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Bioland und Demeter die Praxisnähe zur Agrar- und Ernährungsbranche des gelernten Metzgermeisters und CSU-Abgeordneten hervor. Sie fordern ihn auf, eine nachhaltige Agrarwende entschieden voranzutreiben, sich für gentechnikfreies Wirtschaften stark zu machen und das Tierhaltungskennzeichen auszuweiten.

29.04.2025mehr...
Stichwörter: Biodiversität, Ökolandbau, Ländliche Entwicklung, Alois Rainer, LVÖ Bayern, GAK-Mittel, Rettet die Bienen

LVÖ Bayern kritisiert ‚Verschlankung‘ des Agrarumweltprogramms

KULAP-Maßnahme zum Humuserhalt wird abgeschafft

LVÖ Bayern kritisiert ‚Verschlankung‘ des Agrarumweltprogramms © stock.adobe.com/araho

Am vergangenen Montag hat das bayerische Landwirtschaftsministerium eine Änderung im Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) bekanntgegeben: Die Maßnahme K33, die ‚Vielfältige Fruchtfolgen zum Humuserhalt‘ honoriert, kann ab 2025 nicht mehr neu beantragt werden. Grund sei die Forderung von Landwirten nach Vereinfachung und Bürokratieabbau. Die Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern (LVÖ) sieht in der Streichung einen „Schlag ins Gesicht der Öko-Bauern“ und einen „dreifachen Salto rückwärts beim Klimaschutz“. Auch der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) reagiert empört.

21.10.2024mehr...
Stichwörter: Biodiversität, Ökolandbau, Ländliche Entwicklung, Alois Rainer, LVÖ Bayern, GAK-Mittel, Rettet die Bienen

Aldi unterstützt Biodiversitätsmaßnahmen

Über 100 Landwirte in Naturland-Förderprogramm für Artenvielfalt

06.06.2024mehr...
Stichwörter: Biodiversität, Ökolandbau, Ländliche Entwicklung, Alois Rainer, LVÖ Bayern, GAK-Mittel, Rettet die Bienen


Bio-Streuobst unter Druck

Verschärfung der EU-Öko-Verordnung führt zu Problemen

22.02.2024mehr...
Stichwörter: Biodiversität, Ökolandbau, Ländliche Entwicklung, Alois Rainer, LVÖ Bayern, GAK-Mittel, Rettet die Bienen