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Ganztagsbetreuung

Ganztag 2026: Pflichtaufgabe Schulessen wird Hebel für mehr Bio

BioBitte im Austausch mit Wiebke Kottenkamp vom Bundeszentrum Kita- und Schulverpflegung

Mit dem Start des bundesweiten Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung wird die Mittagsverpflegung an Grundschulen zur kommunalen Pflichtaufgabe. Darin liegt nicht nur eine organisatorische Herausforderung, sondern auch die Chance, Qualität und Nachhaltigkeit strategisch neu zu verankern. Die Initiative BioBitte begleitet Kommunen auf diesem Weg und setzt sich für mehr Bio in der Schulverpflegung ein.

Bonn, 27. Februar 2026 – Ab August 2026 tritt der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder stufenweise in Kraft. Damit stehen Kommunen bundesweit vor einer zentralen Aufgabe: Sie müssen die Mittagsverpflegung in Grundschulen sicherstellen. Was bislang häufig ein ergänzendes Angebot war, wird nun zur festen Aufgabe der kommunalen Daseinsvorsorge – und zugleich zu einem strategischen Gestaltungsfeld.

Mit Blick auf die anstehenden Herausforderungen positioniert sich BioBitte als praxisnahes Unterstützungsangebot für Kommunen, Schulträger und Vergabestellen. Neben bestehenden Informations- und Beratungsangeboten entwickelt die Initiative gezielte Veranstaltungsformate zur schrittweisen Umstellung auf mehr Bio in der Schulverpflegung.

Im Austausch mit Wiebke Kottenkamp vom Bundeszentrum Kita- und Schulverpflegung wird deutlich: Ganztag bedeutet nicht nur mehr Essen, sondern vor allem verlässliche und tragfähige Strukturen.

Pflichtaufgabe Schulessen: Qualität beginnt in der Vergabe

Mit dem Rechtsanspruch wird Schulverpflegung zu einem festen Bestandteil kommunaler Verantwortung. Infrastruktur, Personal und Ausschreibungen müssen langfristig geplant werden. Viele Kommunen stehen vor der Herausforderung, steigende Anforderungen rechtssicher, wirtschaftlich und zugleich qualitätsorientiert umzusetzen. Gerade jetzt entscheidet sich, ob Schulessen lediglich organisiert oder strategisch gestaltet wird. Denn – so Kottenkamp – „was in der Ausschreibung nicht gefordert wird, wird später auch nicht geliefert“.

Neben der Auswahl geeigneter Anbieter braucht es eindeutige Zuständigkeiten, funktionierende Austauschformate zwischen Schulen, Trägern und Caterern sowie klar definierte qualitative Vorgaben. Diese lassen sich rechtssicher in Ausschreibungen verankern – etwa durch Kriterien zur Saisonalität, zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung oder zum Einsatz ökologisch erzeugter Lebensmittel. So entstehen klare Rahmenbedingungen, die Küchen und Anbietern Orientierung geben und Planungssicherheit schaffen.

Eine wichtige fachliche Grundlage bietet der DGE-Qualitätsstandard für die Schulverpflegung. Er dient als Referenz dafür, was gutes Schulessen leisten soll, und erleichtert die Übersetzung qualitativer Ansprüche in konkrete Vergabeprozesse. Entscheidend ist dabei die gemeinsame Definition und Gewichtung der Qualitätskriterien – von der Anzahl der Menülinien über den Anteil regionaler und ökologischer Produkte bis hin zu Formen der Partizipation.

Ob diese strukturellen Entscheidungen tragen, zeigt sich im Schulalltag: dort, wo Kinder täglich essen. Ganztag funktioniert nicht allein auf dem Papier, sondern vor allem dann, wenn das Mittagessen angenommen wird, schmeckt und gern gegessen wird.

Schulessen als Schlüsselfaktor für einen gelingenden Ganztag

Mit dem Ausbau des Ganztags rücken die alltäglichen Rahmenbedingungen stärker in den Fokus. Entscheidend ist, wie das Essen organisiert und erlebt wird: ausreichend Zeit für das Mittagessen, eine angenehme Essatmosphäre sowie klare und verlässliche Abläufe. Feste Essenszeiten und gut strukturierte Ausgabesituationen können den Schulalltag deutlich entlasten.

Beteiligung spielt dabei eine zentrale Rolle. Werden Kinder als Tischgäste ernst genommen und in Entscheidungen einbezogen, steigt nicht nur ihre Akzeptanz, sondern auch die der Eltern. „Wenn die Kinder gern in der Schule essen, dann wurde schon ganz viel richtig gemacht“, betont Kottenkamp.

Der Einsatz von Bio-Lebensmitteln kann hierbei eine verbindende Funktion übernehmen: als klar definierter Qualitätsrahmen, der Orientierung bietet, Wertschätzung ausdrückt und Schulessen positiv auflädt – bei Kindern ebenso wie bei Schulen, Küchen und Kommunen.

Bio als verlässlicher Qualitätsbaustein

BioBitte zeigt, wie Nachhaltigkeit Schritt für Schritt in der öffentlichen Verpflegung verankert werden kann. Bio-Lebensmittel stehen für transparente Standards entlang der Wertschöpfungskette und für Anforderungen, die sowohl in Ausschreibungen als auch in der Küchenpraxis konkret umsetzbar sind.

Mit verständlichen Informationsmaterialien, Praxisbeispielen und passenden Veranstaltungsformaten unterstützt die Initiative Kommunen dabei, die Außer-Haus-Verpflegung zukunftsfähig weiterzuentwickeln und den Bio-Anteil systematisch zu erhöhen. Der Austausch mit dem Bundeszentrum Kita- und Schulverpflegung unterstreicht den gemeinsamen Anspruch, Wissen zu bündeln und Verantwortliche frühzeitig auf neue Rahmenbedingungen vorzubereiten.

Der Start der Ganztagspflicht macht deutlich: Schulessen wird zur Nagelprobe kommunaler Handlungsfähigkeit – und bietet zugleich die Chance, Qualität und Nachhaltigkeit verbindlich zu verankern. BioBitte begleitet diesen Prozess als verlässliche Anlaufstelle.

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