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Bio-Nachfrage übersteigt heimisches Angebot

LVÖ Bayern fordert Bekenntnis der Politik zum Ökolandbau

Bio-Nachfrage übersteigt heimisches Angebot © Being Organic in EU
Bio bringt Vielfalt auf den Acker, hier ökologischer Anbau von Mohn.

Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln in Deutschland ist 2025 erneut deutlich gestiegen. Nach Branchenangaben legte der Bio-Umsatz um acht bis zehn Prozent zu, während der Gesamtumsatz im Lebensmitteleinzelhandel nur um rund drei Prozent anstieg. Gleichzeitig geht die Zahl der Bio-Umsteller zurück. Um die Nachfrage wo immer möglich aus heimischer ökologischer Landwirtschaft bedienen zu können, brauche es jetzt dringend mehr Bio-Betriebe, kommentiert die Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern (LVÖ) – und fordert entsprechende Signale aus der Politik.

Trotz der guten Marktlage melden die in der LVÖ Bayern zusammengeschlossenen Verbände Naturland, Bioland, Biokreis und Demeter für 2025 insgesamt einen Rückgang an Mitgliedsbetrieben um 3,4 Prozent. Die Fläche, die von allen Mitgliedern der bayerischen Bio-Verbände gemeinsam bewirtschaftet wird, nahm um 2,1 Prozent ab. Rund zwei Drittel der bayerischen Bio-Betriebe gehören einem der Verbände an. Auch insgesamt liegt die ökologisch bewirtschaftete Fläche in Bayern leicht unter Vorjahresniveau.

Dabei sei die Honorierung der öffentlichen Leistungen des ökologischen Landbaus in Bayern über das KULAP gut, berichtet die LVÖ. Was die Bio-Landwirte nun bräuchten, seien einfache und verlässliche Rahmenbedingungen. Der Bund müsse rasch die geplanten Verfahren zum Bürokratieabbau für Bio-Betriebe umsetzen. Zudem müsse bei der Reform der Düngegesetzgebung ein gerechtes Verursacherprinzip eingeführt und die Düngebedarfsermittlung für Bio-Betriebe abgeschafft werden.

„Ganz entscheidend für die Landwirtinnen und Landwirte ist auch das klare Bekenntnis der Politik zur ökologischen Landwirtschaft“, stellt Thomas Lang, 1. Vorsitzender der LVÖ, fest. „Damit Landwirte investieren und den Schritt in die Umstellung gehen können, muss bei ihnen ankommen: Für unsere Zukunft setzen wir auf Bio, und zwar langfristig.“

Antonia Rees, Expertin für den Bio-Milchmarkt bei Bioland bestätigt, dass sich die Nachfrage nach ökologischen Milcherzeugnissen seit vielen Jahren positiv entwickelt, trotz des Trends zu pflanzlichen Alternativen. „Wer Milchprodukte konsumiert, setzt immer häufiger auf Bio-Qualität“, berichtet sie. Vor allem in Bayern schlage sich das auch in einer dauerhaft positiven, stabilen Entwicklung der Erzeugerpreise nieder.

Stefan Zeiper, Teamleiter Verarbeitung und Handel bei der Naturland Zeichen GmbH, betont, dass sich die sehr gute Nachfrage vor allem nach Bio-Eiern, Bio-Geflügel und Bio-Rindfleisch auch auf den Bedarf an heimischen Bio-Futtermitteln niederschlage. „Um die Nachfrage bedienen zu können, müssen wir vor allem im Eiweißbereich, aber auch beim Futtergetreide schon seit Jahren teilweise auf Importe zurückgreifen, die wir gerne durch regionale Produktion ersetzen würden“, sagt er. Auch regionale Bio-Speiseleguminosen seien immer gefragter. Daneben gebe es gute Marktbedingungen für bio-regionales Gemüse und auch Sonderkulturen wie Pilze.

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