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Ernährungswende jetzt?

Auf dem Weg zum Teller der Zukunft

Viele Bio-Unternehmen sind angetreten, um im Einklang mit der Natur zu handeln und für eine achtsame vollwertige Ernährung zu stehen. Es müsste die Biobewegung sein, die hier ein klares Bild für den ‚Teller der Zukunft‘ zeichnet und sich weniger stark in Grabenkämpfe verstricken lässt. Jetzt ist die Zeit, wieder selbst zu gestalten. 

Bio hat bereits Vieles auf der ‚Haben-Seite‘, es bietet als System Antworten auf viele der großen Fragen rund um ein zukunftsfähigeres Ernährungssystem. Bio ist eine wissenschaftlich fundierte Öko-Systemleistung, die vielfach im Kontext politischer Papiere sowie in Erwägungsgründen rechtlicher Rahmensetzungen zum Ausdruck kommt. Die weiter steigende Rückendeckung insbesondere auch aus den großen Handelshäusern gibt Anlass zur Hoffnung, dass Bio als Teil einer strategischen Ausrichtung heute im Lebensmittelmarkt nicht mehr wegzudenken ist. Kaum verwunderlich, da der Druck, sich als Wirtschaftsakteur nachhaltiger zu positionieren, sowohl gesellschaftlich als auch politisch steigt. Wer sich bereits mit den Grundzügen der Substantiierung von Nachhaltigkeitsbemühungen auseinandergesetzt hat, schätzt systemische Ansätze wie Bio. Hinzu kommen Fragen der Warenverfügbarkeit in Zeiten klimatischer Veränderung. Die Anbaumethode ist nach EU-Öko-Verordnung erfolgreich als Best-Sustainable-Practice im Markt und bei den Verbrauchenden etabliert. Natürlich mit Luft nach oben. 

Neue Bewegungen entstehen

Gleichzeitig sind neue Bewegungen neben Bio entstanden und entstehen weiterhin. Bewegungen, die der Selbstoptimierung und Gesundheit (Functional Food) nachgehen, die eine stärker pflanzenbetonte Ernährung (Plant Based) verfolgen oder natürliche und unverarbeitete Lebensmittel (Terrapy) fokussieren. Für einige kommen hier sicherlich Erinnerungen an die frühen 80er Jahre hoch. Im Wortgewand der Vollwerternährung finden Aspekte verschiedener Graswurzelbewegungen ein ganzheitliches Dach. Und auch heute ist wieder die Zeit reif für eine gemeinschaftliche Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit. Ein ‚Wir‘ gegen ‚Die‘ scheint daher überholt. Die Radikalität ist einer gewissen Neugier und Offenheit gewichen, zumindest an den meisten Küchentischen. Trends sind nicht mehr ausschließlich ‚vegan‘ oder ‚öko‘, sondern pflanzenbasiert, selbstoptimiert, natürlicher. Bei allen Risiken von Verwässerung und Greenwashing besteht hier die Chance einer echten Transformation der Ernährung, die viele Menschen mitnimmt. 

Weg von Extrem-bildern, hin zu integrativen Ansätzen auch für Bio?
In vielen Öko-Unternehmungen schlummert, wie eben dargelegt, ein tiefes Verständnis eines ganzheitlichen Einklangs, der über moderne Konzepte wie ‚Planetary Health‘ hinausgeht. Ökologisch orientierte Akteure sollten daher offen und mutig und miteinander die Frage stellen, was auf dem Teller der Zukunft liegen wird. Das bedeutet: Gräben schließen, Bewegungen verbinden und die Menschen mitnehmen auf eine gemeinsame kulinarische Reise, die auf unser aller Zukunft einspielt.  

Matthias Beuger

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