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Tausende demonstrieren in Berlin für die Agrarwende

‚Wir haben es satt!‘-Bündnis fordert Kurswechsel in der Agrarpolitik

Tausende demonstrieren in Berlin für die Agrarwende © Moritz Richter / www.wir-haben-es-satt.de

Rund 8.000 Menschen haben nach Angaben der Veranstalter am Samstag in Berlin an der ‚Wir haben es satt!‘-Demonstration teilgenommen und von der Bundesregierung eine gemeinwohlorientierte Agrarpolitik gefordert. Etwa 60 Organisationen aus Landwirtschaft, Umwelt-, Tier- und Klimaschutz sowie der Zivilgesellschaft riefen zu mehr Tierwohl, konsequentem Klima- und Umweltschutz, fairen Erzeugerpreisen und dem Erhalt vielfältiger bäuerlicher Betriebe auf.

Das Bündnis wirft der schwarz-roten Koalition aus Union und SPD vor, zentrale Reformen zurückzudrehen. Kritisiert werden unter anderem die Streichung der Förderung einer besseren Tierhaltung, die verzögerte Einführung einer staatlichen Tierhaltungskennzeichnung sowie Lockerungen im Düngerecht, die den Schutz des Trinkwassers gefährdeten. Zudem bemängeln die Veranstalter Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit.

Auch europäische Vorhaben stehen in der Kritik. Die Demonstranten wandten sich gegen die geplante Deregulierung von Gentechnik und Pestiziden sowie gegen das Festhalten an der bisherigen Verteilung der EU-Agrarsubventionen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), die weiterhin große Agrarbetriebe und die industrielle Produktion begünstige.

Ein weiterer Fokus der Proteste lag im geplanten Handelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten. Es verschärfe den Preisdruck für Landwirte auf beiden Seiten des Atlantiks und begünstige Umweltzerstörung, etwa durch zusätzliche Abholzung in Südamerika.

Da die ‚Wir haben es satt!‘-Demonstration 2026 im Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft stattfand, haben bei der Kundgebung in diesem Jahr nur FLINTA*-Personen (Frauen, Lesben, Inter-, Nonbinäre-, Trans- und Agender-Personen) auf der Bühne gesprochen.

Thematisiert wurden Frauenrechte, der Zugang zu Land, faire Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft sowie die Situation migrantischer Arbeitskräfte. Vertreterinnen von Organisationen wie Brot für die Welt, Greenpeace, der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Vier Pfoten, BUND und Slow Food Youth warnten vor den sozialen und ökologischen Folgen der aktuellen Politik. Sie forderten eine stärkere Förderung der Agrarökologie, verbindliche Tierschutzstandards, strengere Pestizidregeln, eine klare Kennzeichnung gentechnisch veränderter Produkte sowie existenzsichernde Preise für Erzeuger.

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