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Demonstration

Agrarwende-Protest in Berlin

‚Wir haben es satt!‘ organisiert Protest auf Distanz

Am 16. Januar demonstriert das ‚Wir haben es satt!‘-Bündnis bei einer Kundgebung vor dem Bundeskanzleramt für ein Ende der „bauern-, tier- und umweltfeindlichen“ Agrarpolitik. Wegen der Pandemie haben die 60 im Bündnis zusammengeschlossenen Organisationen die ‚Aktion Fußabdruck‘ ins Leben gerufen, die den Protest aus Distanz ermöglicht: Agrarpolitisch Engagierte aus ganz Deutschland schicken Fußabdrücke nach Berlin.

Die Fußabdrücke sollen dann am Samstag vor dem Kanzleramt eindrucksvoll in Szene gesetzt werden, um den gemeinsamen Protest für die Agrarwende – für den Erhalt der Höfe, eine artgerechte Tierhaltung und konsequenten Klimaschutz – darzustellen. Dazu kommen Bauern mit Traktoren und Imker mit Rauchtöpfen, die das imposante Bild vervollständigen sollen.

‚Wir haben es satt!‘-Sprecherin Saskia Richartz sagt: „Nach 15 Jahren CDU/CSU im Agrarministerium ist der Reformstau verheerend. Das politische Versagen lässt sich an der Zahl der geschlossenen Höfe und verschwundenen Insekten ablesen.“ Julia Klöckner habe nach vier Jahren im Amt kaum etwas Nennenswerte vorzuweisen – außer einer bauern- und umweltfeindlichen Politik. Die rückwärtsgewandte Haltung Deutschlands bei den Verhandlungen zur EU-Agrarreform (GAP) bewiesen, dass Klöckner nicht Willens sei, den gesellschaftlich gewollten Umbau der Landwirtschaft voranzubringen.

Auch Volker Krause von der Bohlsener Mühle und dem Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) mahnt, die Politik versage, wenn sie die Verantwortung auf die Verbraucher abwälze: „Für Klima- und Artenschutz und nicht zuletzt zum Schutz vor künftigen Pandemien brauchen wir ein zukunftsfähiges Ernährungssystem.“

Im Superwahljahr müsse die Landwirtschaftspolitik enkeltauglich werden, damit Höfe, Tiere und das Klima eine Zukunft haben. Das Bündnis formuliert deshalb fünf Messlatten für eine krisenfeste Landwirtschaft: „Steuergelder nur für den Umbau der Landwirtschaft, weniger Tiere besser halten, Höfesterben stoppen, Pestizideinsatz halbieren und Nein zum EU-Mercosur-Abkommen.“

Bereits seit 2011 gingen alljährlich zum Auftakt der Grünen Woche Zehntausende unter dem Motto ‚Wir haben es satt – Essen ist politisch!‘ auf die Straße. Die Protestveranstaltung, die zum Auftakt des Superwahljahres mit Bundestagswahl und sechs Landtagswahlen stattfindet, steht unter dem Titel ‚Agrarindustrie abwählen – Agrarwende lostreten!‘

 

„Wir haben es satt!“-Protest – Terminübersicht

Samstag, 16.01.21, 12 Uhr: „Wir haben es satt!“-Protest inkl. „Aktion Fußabdruck“.
Ort: Bundeskanzleramt, Willy-Brandt-Straße 1, 10557 Berlin.

Samstag, 16.01.21, 10 Uhr: Protest der Bäuer*innen mit ihren Traktoren vor der CDU-Zentrale.
Ort: Konrad-Adenauer-Haus (CDU-Bundesgeschäftsstelle), Klingelhöferstraße 8, 10785 Berlin.

Digitales Rahmen/Bühnenprogramm:
Freitag, 15.01.21, 18-23 Uhr, Schnippeldisko – Topf, Tanz, Talk digital.
Samstag, 16.01.21, 15:30-19:00 Uhr, Soup & Talk – 5-Minuten-Talks zu guter Landwirtschaft.


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