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Salzgehalt in Kinder-Knabbersnacks zu hoch

Verbraucherzentrale NRW warnt vor Gesundheitsrisiken

Salzgehalt in Kinder-Knabbersnacks zu hoch © VZ NRW

Viele speziell für Kinder beworbene Knabbersnacks enthalten deutlich mehr Salz als für junge Verbraucher empfohlen. Das ist das Ergebnis einer Stichprobe der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, die im Februar und März 2026 insgesamt 30 Produkte aus Supermärkten, Discountern, Drogerien und Bioläden untersucht hat. Der durchschnittliche Salzgehalt lag bei 1,92 Gramm pro 100 Gramm – der Spitzenwert sogar bei 2,8 Gramm. Betroffen sind auch die untersuchten Bio-Marken.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt für Kinder-Snacks einen Grenzwert von 1,1 Gramm Salz pro 100 Gramm. Diesen erfüllten in der Stichprobe allerdings lediglich zwei Produkte: die Bio-Knusper-Sterne Paprika von Krümel und die Bio-Erdnuss-Flips Kichererbse von Mogli. Andere Bio-Artikel erreichen dagegen einen Salzgehalt von über zwei Gramm pro 100 Gramm: so etwa die Knabbertiere von dm Bio (2,5 Gramm) oder die Knabber-Drachen von Alnatura (2,7 Gramm). Unter der zwei-Gramm-Marke blieben immerhin die Bio-Laugen-Herzen Dinkel von FruchtBar, die Demeter-Pizza-Taler von Mogli oder der Laugensnack Rote Beete von Freche Freunde.

Als irreführend betrachtet die Verbraucherzentrale NRW den Aufdruck ‚ohne Aufstreusalz‘, den 14 der 30 Produkte tragen. Dieser erwecke den Eindruck, die Artikel seien besonders salzarm. Auch kleine Verpackungsgrößen seien problematisch, da sie Kinder dazu verleiteten, den Inhalt auf einmal vollständig zu verzehren. Außerdem enthielt keines der untersuchten Produkte Jodsalz, sodass die Jodversorgung dadurch nicht unterstützt wird.

Nicht einbezogen in die Stichprobe waren Lebensmittel für Säuglinge und Kleinkinder unter drei Jahren, für die die EU sehr niedrige Grenzwerte von etwa 0,25 Gramm Salz pro 100 Kilokalorien festgelegt hat. Die Verbraucherzentrale bemängelt allerdings, dass solche Produkte häufig im selben Regal wie die salzigen stehen und der Unterschied für Eltern im Geschäft schwer erkennbar sei.

„Auch ohne salzige Snacks ist die maximal empfohlene Salzmenge schnell erreicht“, betont Katrin Böttner, Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale NRW. Laut britischem Gesundheitssystem (NHS) liegt die Obergrenze für Kinder bis zu drei Jahren bei zwei Gramm, für sechsjährige bei drei und für zehnjährige bei fünf Gramm. Zudem wirke sich die frühe Gewöhnung an den salzigen Geschmack auf das spätere Leben aus. Zu viel Salz erhöhe das Risiko für Bluthochdruck, der auch schon Kinder und Jugendliche betreffen kann, und lasse das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Erwachsenenalter stark steigen.

„Eltern sollten ihren Kindern salzige Knabberprodukte deshalb, wenn überhaupt, nur in sehr kleinen Mengen anbieten“, so Böttner. „Zum Sattessen sind sie nicht geeignet. Als Zwischenmahlzeit sind Gemüsesticks, Nüsse oder Naturjoghurt mit Obst die bessere Wahl.“

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