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Mehr Mitsprache für Frauen auf dem Acker gefordert

Verbändebündnis veröffentlicht Erklärung zum Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft

Mehr Mitsprache für Frauen auf dem Acker gefordert © stock.adobe.com / Gilles ARROYO

Fast 90 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland werden derzeit von Männern geführt. Ein Bündnis aus Bio-Verbänden und anderen Organisationen will das ändern und fordert mehr Teilhabe und Anerkennung für Frauen in der Landwirtschaft. Zum Beginn des Internationalen Jahres der Frauen in der Landwirtschaft haben die Verbände eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht.

Frauen seien zentral für die Zukunft der Landwirtschaft, betonen die Bio-Anbauverbände Naturland und Bioland: als Betriebsleiterinnen, mithelfende Familienangehörige, Arbeitnehmerinnen, Saisonarbeiterinnen, Hausfrauen, Mütter, Pflegende oder Ehrenamtliche. Obwohl sie in vielen Betrieben an strategischen Entscheidungen beteiligt seien und elementare Aufgaben übernähmen blieben ihre Leistungen häufig unsichtbar und rechtlich ungleich anerkannt.

„Frauen leisten tagtäglich unverzichtbare Arbeit in der Landwirtschaft, doch ihre Beiträge werden häufig nicht angemessen anerkannt – weder ideell noch monetär“, so das Verbändebündnis. „Die Leistungen aller Frauen müssen gesehen, gewürdigt und rechtlich anerkannt werden. Dafür setzen wir mit dieser Erklärung zum Auftakt des Internationalen Jahres der Frauen in der Landwirtschaft verbandsübergreifend ein Zeichen.“

Das Bündnis hat in seiner Erklärung acht Handlungsfelder definiert mit dem Appell an Politik, Zivilgesellschaft und Verbände, in diesen Bereichen aktiv zu werden:

  1. Frauen als Eigentümerinnen und Betriebsleiterinnen fördern
  2. Soziale Absicherung garantieren
  3. Care-Arbeit anerkennen und gerecht umverteilen
  4. Lohngerechtigkeit verankern
  5. Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen gewährleisten
  6. Politische Teilhabe und Repräsentation stärken
  7. Bildung, Forschung und Beratung geschlechtergerecht gestalten
  8. Daseinsfürsorge in ländlichen Räumen sichern

Unterzeichnet wurde die Erklärung von 14 Organisationen, darunter die Bio-Verbände Bioland, Naturland, Demeter, Biokreis und Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) sowie die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), das Bio-Frauennetzwerk und die Katholische Landvolk-Bewegung.

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