Bio-Markt
Ökolandbau in Niedersachsen bleibt stabil
Zahl der Verarbeiter geht zurück
Einen „Hauch von Wachstum“ mit 0,9 Prozent mehr Bio-Fläche im Jahr 2024 attestieren die ‚Marktdaten 2025‘ des Kompetenzzentrums Ökolandbau Niedersachsen (KÖN) der Bio-Landwirtschaft. Auch die Zahl der Bio-Höfe nahm leicht zu, um 46 neue Betriebe. Dagegen blickt das KÖN mit Sorge auf die Anzahl der Bio-Verarbeiter, die 2024 um 51 Unternehmen zurückging.
2.692 landwirtschaftliche Betriebe wirtschafteten in Niedersachsen im Jahr 2024 ökologisch. 46 neue Bio-Höfe brachten 1.337 Hektar Fläche mit. Insgesamt stellten 161 Betriebe auf Ökolandbau um, weniger als in den Vorjahren. Der Bio-Flächenanteil liegt damit wie im Vorjahr bei sechs Prozent.
Dabei zieht der Bio-Markt in Deutschland im Jahr 2025 deutlich an. Laut KÖN verzeichnet der Lebensmittelhandel ein Umsatzplus von zehn Prozent, das aus mehr Absatz stammt. Verbraucher kaufen demnach wieder mehr Bio-Produkte. „Wenn die Nachfrage nach Bio wächst, müssten auch Höfe umstellen, die Lebensmittel wie Eier, Fleisch, Gemüse oder Kartoffeln erzeugen. Wenn sie nicht umstellen, wird diese Bio-Ware aus dem Ausland importiert“, sagt KÖN-Geschäftsführerin Carolin Grieshop.
Währenddessen bevorzuge die Umstellungsförderung in Niedersachsen Betriebe, die kaum zur Lebensmittelversorgung beitragen, wie Grünlandbetriebe, die Gras als Futter für Wiederkäuer verkaufen. Diese profitierten von der Erhöhung der Umstellungsförderung aus dem Jahr 2022. Seither ist die Prämie für Grünlandumstellung pro Hektar um 61 Euro höher als für Ackerland und um 124 Euro höher als für Gemüseanbaufläche. „Grünlandförderung ist in Niedersachsen politisch gewollt, doch sie trägt nicht zum Bio-Marktwachstum bei“, bemängelt Grieshop. Anreize, auf Ökolandbau umzustellen, müssten stärker an der Lebensmittelproduktion ausgerichtet werden.
In puncto Herstellung sieht das KÖN die zweite Stellschraube. Zwar gab es in Niedersachsen 140 Verarbeiter und Lebensmitteleinzelhändler, die sich 2024 zum ersten Mal haben Bio-zertifizieren lassen, andere Unternehmen gaben ihre Bio-Zertifizierung jedoch zurück. Insgesamt verlor Niedersachsen 51 Bio-Produzenten, darunter Bäcker und Gastronomen, Gewürz- und Getränkehersteller.
„Wir wissen aus langen Jahren Erfahrung, dass dort, wo Bio-Produkte hergestellt werden, auch die Öko-Fläche wächst. Wenn Lebensmittelhersteller Bio aufgeben, dann fehlt auch ein wichtiger Anreiz für Landwirte, auf Ökolandbau umzustellen“, erklärt Grieshop.
Weitere Informationen finden Sie in den Marktdaten 2025, die hier kostenlos heruntergeladen werden können.







