Gesellschaft
Ernährungsreport 2025: Preisbewusstsein steigt, Label bleiben wichtig
Fast 60 Prozent achten auf Bio-Siegel
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Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer hat heute den Ernährungsreport 2025 ‚Deutschland, wie es isst‘ vorgestellt. Demnach ging das Preisbewusstsein der Menschen in Deutschland seit 2020 deutlich nach oben. Immer noch ist der Geschmack bei der Auswahl der Lebensmittel am wichtigsten, gleich gefolgt von der Gesundheit. Das Bio-Siegel hat in den letzten zehn Jahren an Relevanz gewonnen, stagniert aber als Auswahlkriterium seit 2023 bei 59 Prozent.
2015 achteten laut der Befragung noch 58 Prozent der Bürger darauf, dass Lebensmittel preiswert sind. Bis 2020 sank dieser Wert auf 46 Prozent, stieg aber seitdem wieder an und liegt heute mit 59 Prozent noch etwas höher als vor zehn Jahren.
Seit dem ersten Ernährungsreport für das Jahr 2015 steht der Geschmack der Lebensmittel für die Befragten an erster Stelle: 98 Prozent stuften ihn als ‚sehr wichtig‘ oder ‚wichtig‘ ein. Auf Platz 2 folgt mit 90 Prozent die Gesundheit. 79 Prozent achten bei Obst und Gemüse auf Saisonalität, 77 Prozent achten auf die Tierhaltungsform und Regionalität und für 70 Prozent ist die ökologische Erzeugung relevant.
Das Bio-Siegel hat seit 2015 deutlich an Relevanz gewonnen: Der Wert erhöhte sich bis 2023 von 47 auf 59 Prozent und ist seither konstant geblieben. Dabei achten Frauen (67 Prozent) und Haushalte mit Kindern (66 Prozent) besonders auf die Zertifizierung. Auch das Interesse am Tierwohllabel ist in den letzten zehn Jahren von 36 auf 65 Prozent gestiegen, wobei sich der Wert seit 2023 nicht mehr verändert hat. Dynamisch zugelegt hat in den letzten Jahren die Bekanntheit des Nutri-Scores: 2021 wurde er noch von 44 Prozent wahrgenommen, inzwischen sind es schon 90 Prozent.
43 Prozent der Befragten kochen fast jeden Tag. Dabei wird Wert darauf gelegt, dass sich das Essen schnell und einfach zubereiten lässt: 2015 war dies noch für 45 Prozent wichtig, heute ist es für 57 Prozent relevant. 71 Prozent essen mindestens einmal am Tag Obst und Gemüse und 64 Prozent Milchprodukte wie Joghurt oder Käse. Der Anteil derer, die täglich Fleisch oder Wurst essen, ist seit 2015 sichtlich zurückgegangen: von 34 auf 24 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr nahm allerdings auch der Anteil derjenigen, die öfters vegetarische oder vegane Alternativen kaufen, etwas ab: von 39 auf 34 Prozent.
Bei verarbeiteten Produkten achten heute mit 64 Prozent der Befragten etwas mehr Menschen auf den Zuckergehalt als noch 2019 (58 Prozent). Mit Blick auf den Salzgehalt stieg die Achtsamkeit seit 2020 von 17 auf 21 Prozent, bei Fetten von 48 auf 54 Prozent. Für das BMLEH unterstreicht das die Bedeutung seiner Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie (NRI), mit der sich die Wirtschaft verpflichtet hat, bis 2025 Kalorien, Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten zu reduzieren.
Der Ernährungsreport wird seit zehn Jahren jährlich im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) erstellt. Für die repräsentative Studie hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa circa 1.000 Personen ab 14 Jahren in Deutschland befragt.







