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Ekosem-Agrar AG: Prüfer erteilt Versagungsvermerke

Anleihegläubiger sollen über Restrukturierungskonzept abstimmen

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine wirft Schatten auf die Ekosem-Agrar AG – deutsche Holdinggesellschaft der auf Milchproduktion in Russland ausgerichteten Unternehmensgruppe Ekoniva. Wie schon in den letzten beiden Jahren erteilte die DWP AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft für den Jahresabschluss 2022 Ekonivas Versagungsvermerke. Aufgrund fehlender Verzichtserklärungen der finanzierenden Banken sowie der Auswirkungen des Russland-Ukraine-Kriegs sei es nicht möglich, ein abschließendes Prüfungsurteil abzugeben.

Vor dem Hintergrund bereits bestehender und drohender Restriktionen sind die Anleihegläubiger von Ekosem-Agrar-Anleihen derzeit dazu aufgerufen, über die Restrukturierung der Anleihen abzustimmen. Das Restrukturierungskonzept sieht im Wesentlichen vor, dass die Gläubiger ihre Anleihe inklusive der aufgelaufenen Zinsen gegen eine einmalige Zahlung von je 300 Euro pro Aktie an einen Käufer übertragen. Bei dem Preis würden die Anleger zwar viel Geld verlieren, das sei aber besser als ein Totalverlust. Das Unternehmen weist darauf hin, dass Gläubiger von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen sollten, damit die anstehenden Anleihegläubigerversammlungen das notwendige Quorum von 50 Prozent für die Beschlussfähigkeit erreichen. Die ersten Versammlungen finden am 2. Mai 2024 in Wiesloch statt. Sollte das Quorum nicht erreicht werden, folgen voraussichtlich weitere am 3. und 4. Juni. Dann reicht schon das Quorum von 25 Prozent.

Die Ekoniva-Gruppe ist mit einem Bestand von mehr als 235.000 Rindern (davon über 112.500 Milchkühe) und einer Milchleistung von 3.440 Tonnen Rohmilch pro Tag eines der größten russischen Agrarunternehmen. Die Gruppe kontrolliert eine landwirtschaftliche Nutzfläche von rund 630.000 Hektar und ist mit 14.500 Mitarbeitern in neun Verwaltungsgebieten in Russland vertreten. Im Jahr 2019 hat Ekoniva begonnen, ökologische Rohmilch zu produzieren und unter einer eigenen Bio-Marke in Russland zu vermarkten. Ende 2021 lag der Bio-Anteil laut eigenen Angaben bei über acht Prozent.

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