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Rewe

Dritte Vierlinden gepflanzt

Mit 500 Quadratmeter Verkaufsfläche bisher kleinster Rewe-Bio-Supermarkt in Köln-Deutz eröffnet


Mit 500 Quadratmeter ist es der kleinste der dann drei Vierlinden-Märkte. „Wir können hier nicht alles zeigen, was wir zu bieten haben," sagt die Geschäftsführerin. Auf ein Bistro wie in den beiden Märkten in Benrath und in der Kölner Innenstadt wurde verzichtet. Auch Naturkosmetik wurde der kleineren Fläche angepasst. Immerhin insgesamt 6.000 Artikel sind untergebracht.

Das ist schon eine ganze Menge Bio für den Kölner Stadtteil Deutz. In der Millionenstadt Köln herrscht ein Bio-Boom: Basic, Alnatura und andere sind am Platz. Bisher ist Rewe mit seinen Bio-Supermärkten immer im heimischen Rheinland geblieben. Die weitere Expansion ist ebenfalls in Nordrhein-Westfalen geplant. Das Land an Rhein und Ruhr zählt zu den Hochburgen in Deutschland.

Schnellere Expansion geplant


Die recht beachtliche Fläche von 700 bis 1.000 Quadratmeter sollen die Bio-Supermärkte nach den Vorstellungen in der Zentrale an Größe eigentlich schon belegen. Aber in Deutz wurde bewiesen, dass es auch eine Nummer kleiner geht.

Der Markt ist auf den ersten Blick durchweg gelungen. Hell, übersichtlich, freundlich und klar strukturiert ist die Verkaufsstelle. Kein Gefühl der Enge in den Gängen und mit 1,60 Meter sind die Regale für die meisten überschaubar. Die Ladenbauer haben sich nicht dazu verleiten lassen, die Regal höher zu machen, um fehlende Fläche auszugleichen. Die Botschaft „Hier gibt es Gutes aus kontrolliert biologischem Anbau" wird im Zusammenspiel von Form, Farbe und Licht sichtbar.

Künftig soll die Expansion flotter gehen. Außerdem sollen nicht mehr nur Rewe-Verkaufsstellen, die für einen Supermarkt zu klein geworden sind, zu Bio-Flächen umgewidmet, sondern neue Standorte erschlossen werden. Die anderen Bio-Ketten müssen mit einer Aufholjagd der Kölner rechnen. Nach der ursprünglichen Planung sollten 2008 zwanzig Vierlinden die Tür aufgemacht haben. Da ist 2007 noch einiges zu erwarten.

Märkte mit eigenständigem Charakter


Die Widererkennbarkeit des Ladenformats ist gegeben; die Märkte sind unverwechselbar. Das Layout ist fast identisch mit den anderen beiden Märkten in Benrath und an der Aachener Straße in Köln. Im Vorkassenbereich liegt der Backshop. Der Kunde läuft im ersten Gang zwischen dem Kühlregal und langen bunten O+G-Regal entlang. Das grüne Sortiment ist ein Glanzstück. Bis hin zu violetten Möhren, Wurzelpetersilie, Pastinake, Schwarzwurzeln, Topinambur und Bataten ist fast alles zu haben. Da bleiben nur wenige Wünsche offen.

Am Ende trifft er auf den Tiefkühlschrank. Vierlinden hat sich für diese elegantere Form entschieden und auf die unübersichtlicheren TK-Truhen verzichtet. Ein Schmuckstück sind die Bedienungstheken für Käse, Wurst und Fleisch. Der Anblick von Chiemgauer, Kalbacher und Thönes macht schon Appetit. Die Angebote
sind nostalgisch auf eine Tafel geschrieben. Gouda jung bekam der Eröffnungskunde für 99 Cent/100 Gramm und Kassler für 9.90 Euro. Das ist nicht als Antwort auf die Bio-Sortimente der Discounter gedacht.

Die Wein-Abteilung ist auch in Deutz ein Schmuckstück. Erstmals ist ein Chilene im Programm, den Battenberg-Spanier, ein ökologisches Weingut aus Rheinhessen, importiert. Vierlinden-Weinberater Florian Steiner verfährt sonst nach dem Motto: Warum in die Ferne schweifen, ...? Ein Benefiz-Wein ist ebenfalls im Programm. Zwei Euro pro Flasche werden für einen wohltätigen Zweck abgeführt. Zu Weihnachten war das eine passende Aktion.

Hohe Frequenz bei kleinem Bon


Marktleiter Leimbach war zufrieden bei der Eröffnung: „Ich bin stolz auf uns alle, die mitgearbeitet haben". An diesem Standort erwartet er eine hohe Frequenz und einen kleinen Bon aufgrund der Parksituation. Getränkekisten sind hier nicht abzusetzen. „Ich rechne mit einem großen Mittags- und Abendgeschäft", prognostizierte der Marktleiter. Durch umliegende Bürogebäude erwartet die Rewe, dass auf dem Weg zur Arbeit, in der Pause und nach Feierabend die Einkaufsmöglichkeit verstärkt genutzt wird. „Wir werden viel Convenience, zum Beispiel belegte Brötchen und anderes anbieten", erklärt Leimbach. Es gab auch eine Aktion in der Eröffnungsphase, um die Verkaufsstelle bei den Angestellten der umliegenden Unternehmen bekannt zu machen. Die Öffnungszeiten von acht bis 20 Uhr Montag bis Samstag sind kundenfreundlich.

Preis-Leistungsverhältnis muss stimmen

25 geschulte Mitarbeiter können die Fragen der Kunden zum Sortiment im neuen Markt an der Deutzer Freiheit beantworten. Beratung gehört zum Konzept. „Bei unserem gehobenen Preisniveau müssen wir den Kunden etwas bieten. Schulung ist für uns gang, ganz wichtig. Ohne Fachkräfte können wir nicht expandieren", betont die Initiatorin Elke Rieckh. Lebensmittelhandel und Beratung gehen heute nicht mehr automatisch Hand in Hand, sind eher Gegensätze geworden. Die Kompetenz muss der Handelsriese in einem eigenen Programm selbst vermitteln.

Im April 2005 eröffnete die Rewe in Düsseldorf-Benrath den ersten Vierlinden Bio-Markt; im September 2005 eröffnete in Köln die Nummer zwei. Die Nummer eins in Benrath wurde im Wettbewerb „Bio-Markt des Jahres 2006" der CMA mit der goldenen Selly ausgezeichnet. Damit hat das Handelsunternehmen bewiesen, dass es Bio-Lebensmittel gekonnt vermarkten kann.

Anton Großkinsky


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