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Gentechnikfreie Landwirtschaft in Gefahr

IFOAM und Europa-Grüne laden zur Diskussion

Am Donnerstag, 17. November findet im EU-Parlament eine öffentliche Diskussions-Veranstaltung zum geplanten Gesetzesentwurf der EU-Kommission zu Neuen Gentechniken statt. Bioland-Präsident Jan Plagge warnt zu diesem Anlass vor den Konsequenzen einer Deregulierung.

Mitte 2023 soll über die Zukunft der Grünen Gentechnik in der EU entschieden werden. Die EU-Kommission diskutiert aktuell Vorschläge für weitreichende Ausnahmen bei der Anwendung sogenannter Neuer Genomischer Techniken (NGT) wie CRISPR/Cas. Diese Ausnahmen hätten zur Folge, dass NGT künftig nicht mehr oder weniger streng reguliert werden würden als Agrogentechnik bisher. Risikoprüfung sowie Kennzeichnungspflicht wären nicht mehr garantiert; eine Wahlfreiheit für gentechnikfreien Anbau in der EU damit nicht mehr möglich.

Bislang gilt in Europa das Vorsorgeprinzip: Gentechnisch veränderte Sorten werden erst dann zugelassen, wenn beispielsweise negative Effekte auf Umwelt und Natur ausgeschlossen werden können. „Das Risiko einer Genom-Editierung muss immer im Einzelfall geprüft werden”, sagt Bioland Präsident Jan Plagge. „Mit CRISPR/Cas und Co. kann der Stoffwechsel von Pflanzen noch weitreichender verändert werden als bei der sogenannten Alten Gentechnik, welche übrigens fast ausschließlich pestizidresistente Pflanzen hervorgebracht hat. Heute wissen wir: Mit dem Verzicht darauf haben wir in Europa nichts verpasst, ganz im Gegenteil.“

Neben dem Bioland-Präsidenten haben aktuell noch mindestens 400.000 weitere EU-Bürger ein Problem damit, dass NGT vom bisher strikten Gentechnik-Recht der EU ausgenommen werden könnte: So viele Menschen haben bereits eine entsprechende Petition unterschrieben, die noch bis zum 20. November für Eintragungen geöffnet ist.

Am Donnerstag, 17. November wird im Europäischen Parlament im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung von Save Our Seeds, IFOAM Organics Europe und der Grünen Fraktion / EFA über den Vorschlag der EU-Kommission zu Neuen Genomischen Techniken debattiert. Die Veranstaltung ist öffentlich und kann online verfolgt werden. Alle Infos unter: https://www.organicseurope.bio/events/gmo-free-europe-event-2022/


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