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Bioland-Geburtstag mit politischer Matinee

Bio muss Treiber für die gesamte Landwirtschaft sein

Bioland-Geburtstag mit politischer Matinee © Bioland / Freiraumfoto.de
(v.l.n.r.) Marcus Arzt, Theresia Kübler, Jan Plagge, Joachim Rukwied, Tanja Busse und Klaus Fickert

Wie gelingt der konsequente Umbau der Landwirtschaft? Und wie können die Erfahrungen Biolands dabei helfen, diesen Umbau zu realisieren? Bei einer politischen Matinee zum 50. Geburtstag von Bioland diskutierten am vergangenen Sonntag Gäste aus Politik, Verband und Handel über das Modell Bioland als Blaupause für eine enkelgerechte Land- und Lebensmittelwirtschaft.

Mit dabei waren Grünen-Politikerin Renate Künast, der Präsident des Deutschen Bauernverbands (DBV) Joachim Rukwied, Klaus Fickert, Geschäftsführer der Edeka Handelsgesellschaft Südwest, Bioland-Präsident Jan Plagge, Junges Bioland-Vorsitzende Theresia Kübler und Marcus Arzt, Bioland-Landesvorstand Baden-Württemberg. Übertragen wurde das politische Podium aus dem Rittersaal im Schloss Kirchberg, die Moderation übernahm Journalistin Tanja Busse. Die Aufzeichnung der Veranstaltung kann hier aufgerufen werden.

In einem digitalen Grußwort vorab lobte Ministerpräsident Winfried Kretschmann Mut und Pioniergeist der Bioländer, die innovative Anbaumethoden ausprobierten und so die Umwelt schützten. Jan Plagge blickte mit Dankbarkeit auf die Verbandsgeschichte zurück. „Geld und Gewinn dürfen nur Mittel sein und nie der Zweck des Wirtschaftens – daher müssen wir den Prozess wieder umdrehen: Die Ökonomie muss der Ökologie folgen und nicht umgekehrt“, unterstrich er.

Renate Künast warnte vor dem voranschreitenden Klimawandel: „Wir müssen uns vorstellen, wo wir mit der jetzigen Wirtschaftsweise 2030 oder 2050 landen. Wenn wir da nicht landen wollen, müssen wir rückwärts denken und uns überlegen, welche Schritte wir heute unternehmen, um das zu vermeiden.“ Sie forderte einen Umbau der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) und konkrete Maßnahmen für mehr Bio in der Außer-Haus-Verpflegung.

„Wenn wir den ökologischen Weg nicht schnell genug weitergehen, werden wir es nicht schaffen, den Fortbestand der Menschheit auf unserem Planeten zu sichern“, mahnte auch Plagge. Die politische Führung in Deutschland müsse anerkennen, dass Bio für die Transformation essentiell und keine Bedrohung für den konventionellen Lebensmittel-Sektor sei. Man könne allerdings nicht auf die richtigen Rahmenbedingungen warten und müsse weiter als Treiber für die gesamte Landwirtschaft vorneweg gehen.

Bereitschaft zur Veränderung beim Deutschen Bauernverband signalisierte Joachim Rukwied: „Wir müssen miteinander über den besten Weg nach vorne diskutieren und gemeinsam die Landwirtschaft weiterentwickeln.“ Der Ökolandbau sei mittlerweile ein unverzichtbarer Teil der Landwirtschaft und werde seinen Marktanteil weiter ausbauen.

Auf die Vorbildfunktion Deutschlands in Europa bei der Transformation der Landwirtschaft wies Theresia Kübler hin. Neu ausgerichtet werden müsse schon der Rahmenlehrplan in der Ausbildung von Bauern und Gärtnern und auch die Beratung.

„Eine Umstellung allein auf dem Acker reicht nicht aus“, merkte Marcus Arzt an. Damit der Absatz von Bio-Produkten weiterwachsen kann, brauche es die Vernetzung zwischen Handel und Erzeugung, um die richtigen Rahmenbedingungen am Markt zu schaffen. Die 1.300 Bioland-Partner aus Herstellung und Handel trügen daher eine große Verantwortung.

Einer dieser Partner ist die Edeka Handelsgesellschaft Südwest. Deren Geschäftsführer Klaus Fickert kommentiert: „Nachhaltigkeit und Bio-Qualität gewinnen stetig an Bedeutung – die Wachstumsraten sprechen für sich. Aber wir glauben: Da geht noch was. Also packen wir es gemeinsam an!“


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