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Preisverleihung

OWA-Award 2021 vergeben

Sechs Preisträger bereiten den Boden für eine bessere und gerechtere Welt

OWA-Award 2021 vergeben
Louise Luttikholt (Geschäftsführerin IFOAM), Berndward Geier, Dr. Gerd Müller, Joseph Wilhelm

Rapunzel, Hersteller und Anbieter von Bio-Produkten, verlieh gemeinsam mit der Internationalen Vereinigung der ökologischen Landbaubewegungen (IFOAM) den One World Award (OWA). Er geht seit 2008 an Menschen und Organisationen, die im Bereich der Ökologie aktiv sind. Außerdem wurde der Lifetime Achievement Award vergeben, der lebenslange Bemühungen ehrt. Zu den Gästen der am 26. April 2021 teils online, teils in Legau stattfindenden Feier gehörte unter anderem Bundesminister Dr. Gerd Müller, der den OWA als Mutmacherpreis lobte.

Geehrt wurden fünf Preisträger, die insgesamt 45.000 Euro erhielten. Durchs Programm führte Bernward Geier, der sich seit 40 Jahren unter anderem als Direktor der IFOAM in der Landwirtschafts- und Umweltpolitik engagiert.

  • OWA Grand Prix-Gewinner: Paul Holmbeck und Helle Borup Friberg von Organic Denmark. Durch eine geschickte Einbindung von Politik, Wirtschaft und gesellschaftlichen Gruppen schafften sie es, dass beispielsweise in 90 Prozent aller Großküchen die Zutaten aus biologischem Anbau kommen. Ebenso wertete es der Vorsitzende von Organic Denmark als positiv, dass Bio jetzt im Massenmarkt angekommen sei. Tatsächlich gebe es in manchen Supermärkten kaum mehr Regale mit Lebensmitteln aus konventionellem Anbau.
  • OWA-Gewinner Eliza Mayo und Dr. Tareq Abu Hamed: Die stellvertretende Direktorin und der wissenschaftliche Leiter des Arava Institute for Environmental Studies in Israel machen zwei Felder fruchtbar. Sie finden Lösungen für Umweltprobleme im Nahen Osten, zudem fördert ihr grenzüberschreitendes Projekt eine friedliche Zusammenarbeit.
  • OWA-Gewinner Kosha Joubert und Sonita Mbah Neh entwickelten maßgeblich das Global Ecovillage Networks (GEN). Vor 60  Jahren begann es mit wenigen Wohnwägen, jetzt vermitteln 6.000 Öko-Dörfer auf der ganzen Welt, wie man von einer destruktiven zu einer regenerativen Lebensweise gelangt.
  • OWA-Gewinnerin Martha Isabel Ruiz begründete mit anderen die Corzo Grupo Ecológico Sierra Gorda (GESG). Sie kümmert sich um die Wiederaufforstung von 400.000 Hektar eines UNESCO-Biosphärenreservats, fördert den Bio-Anbau, Öko-Tourismus und verhilft Frauen zu einem selbstständigen Einkommen.
  • OWA-Gewinner Janet Maro und Alexander Wostry gründeten Sustainable Agriculture Tanzania (SAT). Was mit 200 US-Dollar, einer Hütte und dem ‚Garten der Solidarität‘ begann, entwickelte sich zu Lehrgärten und einer Farm mit Ausbildungszentrum. Sie haben bereits 5.000 Menschen aus Tansania und der ganzen Welt erfolgreich absolviert.
  • Der Lifetime Achievement ging an Award Tomoko und Yoshinori Kaneko. Ausgehend von ihrem Bio-Bauernhof verwandelten sie im Laufe von 50 Jahren ein ganzes Dorf in ein Musterbeispiel für ökologischen Landbau. Im Jahr 2015 ernannte das japanische Landwirtschaftsministerium den Bauernhof der Kanekos zum Schulungszentrum für ökologischen Landbau. Von ihm beziehen außerdem 40 Haushalte ihre Lebensmittel. Diese müssen sie nicht unbedingt bezahlen. Nach dem Prinzip des 'orei-sei' (übersetzt etwa 'Dankbarkeit'), können sie auch eine andere Gegenleistung erbringen.

Die Feier leitete Joseph Wilhelm ein, Initiator des One World Award sowie Gründer und Geschäftsführer von Rapunzel Naturkost. Er zeichnete kurz den Weg von der Kolonisierung zur Globalisierung nach, wobei letztere in Misskredit gekommen sei, etwa durch „das egomanische Verhalten nationaler Regierungen und durch multinationale Konzerne“. Dem setzte er unter anderem den One World Passport entgegen, der den Träger als Weltbürger auszeichnet.

Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, folgte mit einem Grußwort und lobte auch zum Abschluss den Mutmacherpreis. Zu den hochrangigen Rednerinnen und Rednern gehörten IFOAM-Präsidentin Peggy Miars.

Angesichts manchmal trostloser Nachrichten aus der Welt gab wirklich jede Laudatio und jeder Film über ein Projekt mehr Zuversicht, dass es auch Lösungen gibt. Und wie Kosha Joubert sagte: Viele Menschen wünschen auch, ein Teil davon zu werden. Alle Videos und weitere Hintergrundinformationen stehen auf der Website https://www.one-world-award.de bereit.

Dirk Hartmann


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