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Die SDGs weltweit in die Regionen bringen

Aufbruchssignal beim IV. World Organic Forum

Die SDGs weltweit in die Regionen bringen © Akademie Schloss Kirchberg
Rudolf Bühler bei seinem Impulsvortrag über die Bedeutung der UN-SDG-Regionen aus dem Rittersaal, Schloss Kirchberg

Vom 16. bis 18. März 2021 trafen sich über 200 Teilnehmer aus der ganzen Welt digital zum IV. World Organic Forum 2021, initiiert von der Stiftung Haus der Bauern – Akademie Schloss Kirchberg. Unter dem Motto ‚Localizing SDGs – Creating a Network of Sustainable Development Goal Regions‘ diskutierten Politiker, Wissenschaftler und Akteure aus der Zivilgesellschaft darüber, wie die UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) in ländlichen Regionen in die Praxis umgesetzt werden können.

Sophia Bachmann, UN-Jugenddelegierte für Nachhaltige Entwicklung, und Ernst-Ulrich von Weizsäcker, Ehrenpräsident Club of Rome, sind sich im Dialog der Generationen einig: zurzeit ist eine ‚Koalition der Willigen‘ und eine ‚Aufklärung 2.0‘ nötig. Von der Politik forderte vor allem Sophia Bachmann mehr Mut zu Innovationen und einen Blick über den Tellerrand, um den Menschen neue Lebensentwürfe zu ermöglichen. „Die wahren Kosten der Landwirtschaft und von anderen Produkten müssen den Verbrauchern verständlich gemacht werden, damit ein Wandel entsteht” so von Weizsäcker.

Markus Wolter von Misereor beobachtet bei den Partnern seiner Organisation den Willen zum Aufbruch in Entwicklungs- und Schwellenländern, etwa in den Philippinen und in Bolivien. Auch zahlreiche andere Regionen und Organisationen aus Deutschland, dem globalen Norden und dem globalen Süden stellten sich vor. Es herrscht Einigkeit: Nur mit weltweiter Solidarität, Zusammenarbeit und einem Austausch zu ökologischen und sozialen Ideen ist eine Transformation der Ernährungssysteme erreichbar. Zwar fehlt es bei vielen Regierungen noch am politischen Willen, aber viele Initiativen von Regionen wollen den Wandel aktiv anpacken oder tun dies bereits.

Die Landwirtschaft ist ein starker Hebel für den Wandel, da der Bereich zu ca. 23 Prozent der CO2-Emissionen beiträgt, er gleichzeitig auch enormes Potential zur Milderung der Auswirkungen des Klimawandels bietet. Als große Chance für den Wandel wurde auf dem Forum die Agrarökologie identifiziert, die neben der landwirtschaftlichen Produktion auch soziale und Marktfragen in den Vordergrund rückt. Sie könne Ernährungssouveränität gewährleisten und landwirtschaftliche Ökosysteme optimieren.

Vorreiter aus Asien, Afrika und Südamerika stellten vor, wie die UN-Nachhaltigkeitsziele in einzelnen Regionen praktisch umgesetzt werden können. Dabei gibt es kein Patentrezept, das man allen Regionen aufstülpen kann, sondern es bedarf angepasster Lösungen für systemische Probleme. „Die Zeit, um die SDGs zu erreichen ist kurz, deshalb müssen wir besser planen, durchführen und Resultate evaluieren“, betonte Prof. Dr. Hans Herren, Präsident des Millennium Instituts, in seinem Vortrag.

So wurde in Hohenlohe dann auch der Startschuss für ein Netzwerk aus SDG-Regionen gegeben. Regionen aus der ganzen Welt wollen die Nachhaltigkeitsziele lokal umsetzen. Dazu vernetzen sie sich weltweit, um voneinander zu lernen und die Bewegung voranzubringen. „Alle Regionen sind eingeladen, sich dieser Initiative anzuschließen“, rief Rudolf Bühler, Vorsitzender der Stiftung Haus der Bauern, auf. Bald soll dafür bereits eine Homepage online gehen.


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