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Genuss in Zeiten von Corona

Am 5. November fand in Stuttgart der 8. Genussgipfel zum Thema ‚Im Kühlschrank und Einkaufskorb – Die Gesellschaft is(s)t gespalten …und was Corona noch bewirken könnte!?‘ statt – aufgrund der Pandemie erstmals virtuell. Neben der Auszeichnung zweier neuer Genussbotschafter standen die positiven und negativen Folgen Coronas für die Wertschätzung von Lebensmitteln im Vordergrund.

Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Friedlinde Gurr-Hirsch, eröffnete die Veranstaltung mit Gedanken über den Wandel, den Corona mit sich gebracht habe. So erführen Menschen, die in der Lebensmittelindustrie oder Gastronomie arbeiten, eine neue Wertschätzung genau wie gesunde und wertige Lebensmittel. Dagegen würde etwa wegen des Wegfalls des Schulessens auch die Spaltung der Gesellschaft vertieft. Das Thema Ernährungsbildung müsse unbedingt angegangen werden.

Als Genussbotschafter ausgezeichnet wurden Familie Rombach vom Hotel & Restaurant Sonne in Kirchzarten und Markus Kaiser vom Goldbachhof in Bernau. Die Familie Rombach steht für nachhaltige Gasthauskultur und unterstützt als ‚Naturpark-Wirte‘ gezielt die landwirtschaftlichen Betriebe im Südschwarzwald durch ihr Angebot an regionalen Gerichten.

Der neue Genussbotschafter Markus Kaiser ist Vorstand der Erzeugergemeinschaft Schwarzwald Bio-Weiderind. Auf dem Goldbachhof in Bernau hält er Weiderinder, die nach den Richtlinien ‚Junges Weiderind aus Mutterkuhhaltung‘ aufgezogen und gemästet werden. 180 Betriebe seien inzwischen in der Erzeugergemeinschaft zusammengeschlossen. Schon seit Anfang der 90er Jahre wurden zusammen mit dem LEH innovative Vermarktungsstrategien entwickelt und erfolgreich umgesetzt, zunächst regional mit den im Schwarzwald angesiedelten Schmidts Edeka-Märkten, dann seit 1998 zusammen mit Edeka Südwest. Die regionale Verarbeitung der Bio-Weiderinder übernimmt das Edeka Fleischwerk Rheinstetten.

Mit Jürgen Mäder als einem der folgenden Referenten wurde ihm dann auch von einem alten Bekannten gratuliert. Kaiser als Vertreter der Erzeugergemeinschaft und Jürgen Mäder als Geschäftsführer der Edeka Südwest haben schon lange in dieser erfolgreichen Kooperation zusammen gearbeitet.

Mäder nutzte seinen Vortrag auch für die Feststellung, der LEH sei ein „Gewinner der Krise“; ihm wäre ein gesundes Wachstum aber lieber gewesen. Der LEH „verliere gerade den emotionalen Einkauf“. Die Einkaufintervalle veränderten sich: Es gebe in den Haushalten mindestens einen Einkauf weniger in der Woche, dafür seien die Bons höher.

Bio habe ein zweistelliges Wachstum über alle Warengruppen gezeigt. In der Krise seien auch die regionale Beschaffung und die langfristigen Bindungen ein deutlicher Mehrwert gewesen. Auch der Edeka Südwest-Geschäftsführer erklärte, es gebe eine neue Sensibilisierung der Kunden für hochwertige Lebensmittel – gleichzeitig aber auch Zuwachs im Preiseinstiegssortiment.

Damit liegt er auf einer Linie mit dem Kolumnist und Autor Christian Seiler aus Wien. Dieser hielt den Impulsvortrag des ersten digitalen Genussgipfels und wies darauf hin, dass 80 bis 90 Prozent aller konsumierten Lebensmittel in Deutschland Fertigprodukte seien. Besonders To-go werde immer beliebter. „Kochen haben viele nicht mehr gelernt“, klagt Seiler. Stattdessen greife man auf Junkfood zurück und es entstehe eine kulinarische Zwei- bis Drei-Klassengesellschaft. Die ökonomischen Folgen der Corona-Krise hätten dieses Problem noch verstärkt. Auch Marian Kopp, Vorstandsmitglied der FBW Fördergemeinschaft für Qualitätsprodukte aus Baden-Württemberg, sah diesen Trend. Einerseits kauften Kunden Waren von höherer Qualität ein, um sich auch zu Hause etwas zu gönnen. Andererseits sei auch die Mentalität ‚ich muss sparen, kaufe also günstiger‘ präsent.


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