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Ernährung

Gutachten kritisiert deutsche Ernährungspolitik

Deutschland als ‚Nachzügler‘ in puncto nachhaltiger Ernährung bezeichnet

Das Gutachten ‚Politik für eine nachhaltigere Ernährung‘ des Wissenschaftlichen Beirats für Agrar- und Ernährungsfragen wurde heute veröffentlicht. Darin wird die aktuelle deutsche Ernährungspolitik als ungenügend kritisiert. Renate Künast, Sprecherin für Ernährungspolitik von den Grünen, begrüßt das Gutachten.

Der Wissenschaftliche Beirat für Agrar- und Ernährungsfragen stellt Bundeslandwirtschafts- und Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) in seinem aktuellen Gutachten ‚Politik für eine nachhaltigere Ernährung‘ ein miserables Zeugnis aus. Die deutsche Ernährungspolitik tue nicht genug für gesunde und nachhaltige Lebensmittel. Deutschland sei „Nachzügler“ im europäischen Vergleich.

Zu viel Verantwortung verlagere die Politik auf die einzelnen Verbraucher, ohne ihnen bei der Kaufentscheidung mit einer hilfreichen Lebensmittelkennzeichnung oder den richtigen Preisanreizen zur Seite zu stehen. Auch das Ziel einer sozialen Ernährungswirtschaft sei bisher verfehlt. Vor allem „im Bereich der Saison- und Leiharbeitskräfte sowie in der Schlachtindustrie und der Gastronomie“ könnten Defizite festgestellt werden.

Zur Reduktion des Konsums von Fleisch und anderer tierischer Produkte empfehlen die Forscher, den reduzierten Mehrwertsteuersatz für tierische Erzeugnisse abzuschaffen. Stattdessen wird zu einem verpflichtenden Klimalabel und einer Informationskampagne zur Sensibilisierung der Verbraucher geraten. Weitere Empfehlungen des Forschergremiums sind etwa die Besteuerung zuckerhaltiger Getränke, eine hochwertige und kostenlose Gemeinschaftsverpflegung in Kitas und Schulen sowie die Einführung von Trinkwasserspendern in öffentlichen Räumen.

Grünen-Politikerin Renate Künast begrüßt die hohen Anforderungen des wissenschaftlichen Beirats. Die Ernährungsumgebung in Deutschland müsse grundlegend geändert werden, „von der Schule über vollständige Lebensmittelkennzeichnung bis hin zu Steuern und einer neuen Ernährungskultur.“ Es reiche nicht aus, über Ernährungsthemen nur zu diskutieren. „Jetzt müssen von der Bundesministerin auch Taten mit Wirkung folgen.“

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