Start / Ausgaben / bioPress 104 - Juli 2020 / Bio muss regionaler werden

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Bio muss regionaler werden

- und moderne Medien nutzen

Junge Menschen seien unsicher, ob Bio drin ist, wo Bio draufsteht. Das sagt eine von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) betreute aktuelle Studie. Experten empfehlen eine branchenweite Kampagne zum Ökolandbau, in der die Vorzüge wie Klimaschutz und Biodiversitätserhalt stärker als bisher kommuniziert werden.

Um die junge Konsumentengruppe zu gewinnen, sei der Aufbau regionaler Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen ebenso wichtig wie die Ansprache über soziale Medien – mit Videos und Podcasts aus der Praxis.
Der Wunsch nach Genuss und das Bedürfnis, seinem Körper mit Bio-Produkten etwas Gutes zu tun, seien für junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren die wichtigsten Einkaufs-Treiber. Mit Bio-Produkten verknüpften sie positive Attribute: hohe Tierwohlstandards, Gesundheit, Frische und Umweltschutz. Dies sind einige der Ergebnisse der vom Thünen-Institut im Rahmen des Bundesprogramms Ökokologischer Landbau und Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) durchgeführten Studie JuBio. Darin hat ein Forscherteam im Auftrag des BLE erstmals die Einstellungen und Präferenzen von jungen Erwachsenen zum ökologischen Landbau untersucht.

Regionale Produkte genießen mehr Vertrauen

Wer keine Öko-Lebensmittel kauft, begründet dies mit hohen Preisaufschlägen und mangelndem Vertrauen, ob es sich tatsächlich um ein echtes Bio-Produkt handelt. Ein Großteil der Befragten bevorzugt stattdessen regionale Lebensmittel. Als ausschlaggebend hierfür wurden kurze Transportwege genannt, gepaart mit dem Wunsch, regionale Erzeuger zu unterstützen. Nach Ansicht des Forscherteams um die Agrarökonomin Dr. Katrin Zander liegt das daran, dass der Begriff regional emotional positiv besetzt ist.  

Vertrauen für Bio gewinnen

Um auch Bio-Produkte positiv zu besetzen, rät das Forscherteam, Vorzüge wie Klimaschutz und Erhalt der Biodiversität deutlich stärker als bisher zu kommunizieren. Zum anderen fordern die Wissenschaftler, dass Bio regionaler wird. Neben einer klaren Herkunftsangabe auf der Verpackung sei es nötig, regionale Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen auszubauen. Ziel müsse es vor allem sein, das Vertrauen der jungen Menschen in Bio-Produkte zu stärken. Die Wissenschaftler regen daher eine branchenweite Informationskampagne an, die gemeinsam von Vertretern aus Bio-Branche und Politik getragen werden sollte. Die Kampagne müsse zum einen Werte vermitteln, für die der Ökolandbau steht. Zum anderen gelte es, die Verlässlichkeit der Bio-Siegel herauszustellen. Wichtig sei darüber hinaus der Hinweis, dass für Bio-Produkte ein höherer Preis gerechtfertigt ist.  

Glaubwürdigkeit durch Social Media-Inhalte erhöhen

Um junge Erwachsene besser zu erreichen, empfehlen die Experten die Nutzung moderner Medien wie Social Media mit Influencern und Bloggern. Nur so sei eine hohe Reichweite und Wirksamkeit der Kampagne möglich. Durch Einbinden der Expertise von Wissenschaftlern ließe sich die Glaubwürdigkeit der Video- und Podcastinhalte erhöhen. Aber auch Praxisberichte sehen die Experten als sinnvoll an, da sie Authentizität und einen persönlichen Bezug zum Ökolandbau herstellen. Vor allem aber komme es für den Erfolg der Kampagne darauf an, die Werte des Ökolandbaus in überzeugende Botschaften einzubinden.
Alle Ergebnisse online unter https://orgprints.org/37784/
 

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