Ernährungspolitik
Ernährungspolitischer Bericht vorgelegt
BÖLW kritisiert Aktivitäten als Klein-Klein von Einzelinitiativen
Am 20. Mai hat das Bundeskabinett den von der Bundesministerin Klöckner vorgelegten Ernährungspolitischen Bericht beschlossen. Er wird alle vier Jahre veröffentlicht und zeigt aktuell für den Zeitraum von Juni 2016 bis März 2020 die Grundlagen, Ziele und Maßnahmen der Politik der Bundesregierung im Bereich Ernährung und des gesundheitlichen Verbraucherschutzes auf.
Als umgesetzte Maßnahmen wurde zum einen die erstmalige Selbstverpflichtung der Lebensmittelindustrie genannt, in ihren Produkten Zucker, Salz und Kalorien zu reduzieren. Mit dem Verbot des Zusatzes von Zucker und anderen süßenden Zutaten sei zudem ein wichtiger Baustein der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie (NRI) durchgesetzt worden. Der Nutri-Score sei als erweiterte Nährwertkennzeichnung eingeführt worden. Eine erstmalige Grundsatzvereinbarung zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen mit sieben Dachverbänden der Land- und Ernährungswirtschaft, des Handels und der Gastronomie bilde die Grundlage für die vom Bundeskabinett beschlossene Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung.
Außerdem wies Klöckner auf die Stärkung der Ernährungskompetenz in allen Lebensphasen hin: Es sei im Februar 2019 das Institut für Kinderernährung gegründet worden, die Förderung der Vernetzungsstellen Kita- und Schulverpflegung sei verdoppelt worden und durch die Gründung von weiteren Vernetzungsstellen in den Bundesländern werde die Ernährung von Senioren verbessert.
Volker Krause, der Vorstand für Lebensmittelherstellung des Bund ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) sieht in den Maßnahmen ein „Klein-Klein zahlloser Einzelinitiativen“. Die Bundesregierung könne mit einem klaren Fokus auf Bio ganzheitlich dafür sorgen, dass gesundes und nachhaltiges Essen einfach werde.
„Die Bundesregierung sollte ihre ernährungs- und wirtschaftspolitischen Aktivitäten stärker auf Felder bündeln, die nachweislich wirksam zu einer nachhaltigen und gesunden Ernährung und Lebensmittelproduktion beitragen“, fordert Krause. „Bio ist hier der beste Weg zum Ziel, das beweisen nicht zuletzt die nationale Verzehrsstudie II und der große Thünen-Report, die beide durch die Ressortforschung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft erarbeitet wurden.“
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