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Unverpackt

Unverpackt mit Bio-Rohwaren

Biowaren und Unverpackt-Konzept im Doppelpack

Unverpackt mit Bio-Rohwaren © bioPress, EM

Unverpackt liegt im Trend. Die Kunden sind nicht nur von weniger Verpackungsmüll begeistert, sie können auch Produktmengen selbst bestimmen und Waren frei mischen. Die Firma HL Display und der Großhändler Rhein-Main-Reformwaren arbeiten Hand in Hand: So werden Einzelhändlern nicht nur Unverpackt-Lösungen geboten, sondern auch direkt die passenden Biowaren. Auf der diesjährigen Anuga ist das Unverpackt-Duo im Organic Market in Halle 5.1. zu finden.

Neu ist die Idee von Unverpackt nicht: Früher stand der Kaufmann hinter seiner Ladentheke und füllte offene Waren aus seinen Vorräten für die Kunden ab. Bei manchen Angeboten, etwa Süßigkeiten, konnte man sich auch im Supermarkt oft selbst die bereitgelegten Tüten befüllen. Jetzt bekommt Unverpackt neuen Rückenwind durch den Wunsch nach Nachhaltigkeit und der Vermeidung von Verpackungsmüll.

Inzwischen gibt es mehr als hundert Unverpackt-Läden, vor allem in den Großstädten, und in immer mehr Supermärkten halten Unverpackt-Stationen Einzug. Eine große Breite von Produkten findet sich im Angebot, von Getreide und Reis über Hülsenfrüchte bis zu Müsli oder Trockenfrüchten. Oder eben Süßigkeiten, die sich Mütter gerne mit den Kindern als Erlebniseinkauf besorgen, einzeln einpacken bei größtmöglicher Nähe zum Produkt. Da lässt sich Nachhaltigkeit leicht vermitteln.

Unverpackt-Produkte in Bins

Die Ware ist dort in großen, an die Wand montierten Spendern, so genannten Bulk oder Gravity Bins, untergebracht, oder in Schöpfbehältern, Scoop Bins, aus denen sie vom Kunden herausgeschaufelt wird. Auch Mischer für zäh fließende Produkte gibt es inzwischen.

Der Offenverkauf ermöglicht den Kunden, genau die gewünschte Menge eines Produkts zu kaufen und trägt gleichzeitig zur Verringerung des Verpackungsmülls bei. Durch die Verwendung von transparenten lebensmittelechten Materialien wird die Produktsichtbarkeit sichergestellt, gleichzeitig befinden sich die Lebensmittel in einem hygienisch geschlossenen System. Die senkrecht hängenden Gravity Bins garantieren außerdem, dass die älteste Ware jeweils als erste verkauft wird.

Unverpackt als Alleinstellungsmerkmal

Bei Rhein-Main-Reformwaren GmbH hat man das Potential von Unverpackt erkannt. Der Testlauf fand im firmeneigenen Vitanatur Bio-Outlet in Stockstadt statt, wo das neue Angebot enormen Anklang fand: Unverpackt sei eindeutig ein Alleinstellungsmerkmal, mit dem sich ein Markt von anderen abheben könne.

Matthias Kraushaar, Geschäftsführer der Rhein-Main-Reformwaren, fällt vor allem auf, es werde bei der unverpackten Ware weniger auf den Preis geachtet: Da würde die Tüte einfach vollgefüllt.

HL Display liefert Bins

Die Behälter für die offenen Waren von Rhein-Main-Reformwaren liefert die in Schweden ansässige international tätige Firma HL Display. Sie bietet Lösungen für die Warenpräsentation im Einzelhandel, sowohl im Regal als auch für offene Waren.

Ihre sämtlichen Bins bestehen aus praktisch unzerbrechlichem, lebensmittelgeeignetem Kunststoff und seien für eine intuitive und einfache Reinigung konzipiert – wichtig bei den allfälligen Lebensmittelkontrollen.

Durch den Einsatz der verschiedenen Bins könne die Verkaufsfläche optimiert werden. Sowohl Gravity als auch Scoop Bins stehen zur Verfügung.
Bei hoch angebrachten Gravity Bins sei es möglich, diese mit einem Arm herunterzuziehen, zum einfachen Füllen und Reinigen. Durchflussregelung und ergonomische Griffe erleichterten den Kunden das Abfüllen.

Rhein-Main-Reformwaren liefert Unverpackt-Waren

Kraushaar verbreitet die Unverpackt-Idee weiter. Außer Reformhäusern sind an die Tausend Edeka- und Rewe-Märkte Kunde bei Rhein-Main-Reformwaren, teils wird auch der Naturkosthandel beliefert.

Bei Interesse an Unverpackt hilft die Vitanatur-Geschäftsführerin Rebecca Kraushaar mit konzeptionellem Know-How weiter und stellt den Kontakt mit der Firma HL Display her. Diese liefert und organisiert dann die Unverpackt-Station vor Ort und die entsprechenden Rohwaren zur Füllung steuert Kraushaar mit der Marke Planet Nature bei.

Zirka 150 Mal Planet Nature

Da in Bins nur zwischen fünf und sieben Kilogramm Ware passen, müssten bei den üblichen 25-Kilogramm-Gebinden angebrochene Säcke gelagert werden. Deswegen liefert die Rhein-Main-Reformware Unverpackt-Waren in fünf-Kilogramm-Gebinden.

Zirka 150 Produkte der Eigenmarke Planet Nature sind als Unverpackt-Angebot zu haben: Saaten, Getreide, Reis, Zucker, Salz oder Trockenfrüchte. Das breite Sortiment an Hülsenfrüchten ist vielseitig und bunt, unter anderem mit Roten Linsen, grünen Linsen, schwarzen Bohnen und braunen Kichererbsen.

Auch Back- und Kochzutaten wie Johanniskern- oder Pfeilwurzelmehl sind zu haben, die dann auch in Ein-Kilo-Gebinden. Hier werden häufig nur kleine Mengen benötigt, die später zum Abfüllen aus Schraubgläsern oder ähnlichem angeboten werden.

Elke Reinecke

 

Unverpackt – die Idee kommt an
Umfragen und Social Media Reaktionen zeigen durch die Bank, dass Kunden gerne mehr Verpackungsmüll vermeiden würden. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Splendid Research (2018) gefällt immerhin 71 Prozent der Deutschen die Unverpackt-Idee.
Im Vordergrund stehe der Umweltschutzgedanke, aber über die Hälfte der Verbraucher freue es auch, ihr Produkt in genau der gewünschten Menge kaufen zu können. Die Möglichkeit, etwa Müsli und Nussmischungen individuell zusammenstellen zu können, sehen 27 Prozent der Käufer als Vorteil.
Unter den Waren, die Kunden am ehesten unverpackt einkaufen würden, teilen sich Trocken-Obst und -Gemüse und Nüsse die ersten drei Plätze. Wer nicht unverpackt einkaufen möchte, der würde meist von hygienischen Bedenken abgeschreckt (58 Prozent).
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