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Eine Haltung von Kühen mit Hörnern im Laufstall ist möglich

Eine Haltung von Kühen mit Hörnern im Laufstall ist möglich © Demeter/Ulrich Mück

Eberswalde, 28. September 2018  |   Die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) lädt am 18. Oktober zur Tagung „Horntragende Kühe im Laufstall – so geht‘s“ ein. Mittelpunkt sind aktuelle Forschungsergebnisse, die entgegen gängiger Praxis in Milchviehbetrieben belegen, dass horntragende Kühe in der Landwirtschaft wesentlich sinnvoller sind, als bislang angenommen. Die Anmeldefrist zur Tagung läuft bereits.

Die stolze Kuh mit Hörnern soll auch künftig in Milchviehbetrieben zu finden sein. Was selbstverständlich klingt, ist es jedoch nicht, denn es gibt viele Betriebe, die bereits auf hornlose Tiere setzen. Das fand ein Forscherteam, zu dem die Universität Kassel und die Verbände Bioland und Demeter gehören, jedoch bedenklich und untersuchte 39 Betriebe, die von enthornten auf behornte Tiere umstellen. „Hörner sind in der Landwirtschaft entgegen ihrem Ruf nicht das Problem“, argumentiert Ulrich Mück, Demeter-Berater und Beteiligter im dreijährigen Forschungsprojekt „Hörner im Laufstall“. „Vielmehr geht es um die Diskussion zu anderen Haltungsbedingungen, wobei nicht das Tier den Produktionsbedingungen der Landwirtschaft entspricht, sondern der Stall entsprechend den Tieren gebaut wird.“

An der HNEE wird das Thema ebenfalls in den Ökolandbau-Studiengängen diskutiert. „Horntragende Kühe sind ein Merkmal der wesensgemäßen Tierhaltung in der anthroposophisch angelehnten Landwirtschaft mit dem Verband Demeter e.V. Damit gehört das Thema auch in den Themenbereich unserer Hochschule“, bekräftigt Prof. Dr. Inga Schleip, Prodekanin am Fachbereich Landschaftsnutzung und Naturschutz und Expertin für Grünlandnutzungssysteme. „Aber auch andere Bio-Verbände empfehlen die Enthornung nicht und verweisen auf angepasste Haltungsbedingungen“ ergänzt Bernhard Hörning, Professor für Ökologische Tierhaltung an der HNEE. Zugleich verweist er darauf, dass die Diskussion zu diesem Thema auch in landwirtschaftlichen Partnerbetrieben der HNEE eine Rolle spiele.

Das im „Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft“ (BÖLN) geförderte Projekt untersucht, welche Faktoren des Stallbaus und der Herdenführung im Laufstall Einfluss haben auf eine möglichst ruhige Herde. Die Mehrzahl der daran beteiligten Milchviehbetriebe befand sich während des Projekts in der Umstellung auf Hornkühe, der andere Teil hatte bereits vollständig horntragende Tiere. Intensive wissenschaftliche Untersuchungen in den Betrieben bildeten die Grundlage für Empfehlungen der vier beteiligten Öko-Berater zu Verbesserungen der Haltung. Zugleich begleiteten die Berater den Erfahrungsaustausch der Betriebe untereinander, die sich in vier Regionalgruppen regelmäßig trafen.

Zur Veranstaltung

Die Veranstaltungsreihe „Horntragende Kühe im Laufstall - so geht's!“ richtet sich an Milchviehhalter*Innen, Berater*Innen, Student*Innen und alle, die sich für die Haltung horntragender Milchkühe interessieren. Auf insgesamt acht öffentlichen Tagungen werden die Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt vorgestellt. Diese finden bundesweit statt und präsentieren ganz praxisbezogen Erkenntnisse aus den Untersuchungen, Beratungen und Erfahrungserhebungen von 39 beteiligten Öko-Milchviehbetrieben mit horntragenden Milchkühen.

Tagung: „Horntragende Kühe im Laufstall – so geht’s“
Wann: Donnerstag, 18. Oktober 2018, 9.30 - 16.00 Uhr
Ort: Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, Stadtcampus, Aula, Haus 6

Programm

9.30 Uhr
Begrüßung, Organisatorisches und Einführung
Prof. Dr. Inga Schleip, Dr. Henrike Rieken und Stephanie Baumgartner, Innoforum Ökolandbau Brandenburg und HNEE; Ulrich Mück, Demeter e.V.

9.45 Uhr
Hörner & Enthornung – rechtliche Aspekte Ökolandbau und Tierschutz
Prof. Dr. Bernhard Hörning

10.05 Uhr             
Das Rind und seine Hörner
Kulturgeschichte und IST-Situation horntragender Rinder. Gesichtspunkte zur Bedeutung der Hörner und der Herdenführung.
Ulrich Mück, Demeter-Berater

11.00 Uhr
„Die Hörner bleiben dran!“
Ein am Projekt beteiligter Bio-Landwirt, sowie Peter Krentz, Ökodorf Brodowin, sprechen über ihre Motivation und ihre Erfahrungen mit Hornkühen im Laufstall

11.30 Uhr
Pause  -  Kaffee und Pausenverpflegung auf Kostenbasis

11.45 Uhr
Horntragende Rinder im Laufstall – das ist zu beachten!
Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt, Erfahrungen, Betriebsbeispiele, Vortrag und anschließende Diskussion
Ulrich Mück, Demeter-Berater

13.00 Uhr
Mittagessen (Essen + Kaffee/Getränk + Kuchen nur mit verbindlicher Meldung für 10 €/Person)

14.30 Uhr
Stallbesichtigung beim Demeter-Betrieb Ökodorf Brodowin
Fahrt mit eigenen PKW;
220 horntragende HF Milchkühe, Liegeboxen-Laufstall, 5 separate Gruppen, 2x8 Side- by-Side–Melkstand, Palisadenfressgitter, Heu ad libidum, Weidegang, Stier zur Erstbesamung der Färsen, 7500 l Milchleistung, Verarbeitung in hofeigener Käserei

15.45 Uhr
Abschluss mit Kaffee & Kuchen auf dem Betrieb (gegen Kostenbeitrag)

16.00 Uhr
Tagungsende

Anmeldung

Anmeldungen bis zum 16.10.2018 bei Stephanie.Baumgartner@hnee.de,
Tel. 0176 82059433; Angabe von Anzahl Personen für Teilnahme und Mittagessen erforderlich (Kosten 10 €/Person)

Einladung für Journalist*innen

Gern können Sie kostenfrei an der Tagung teilnehmen. Bitte melden Sie sich hierfür im Vorfeld bei der Pressestelle der HNEE an (presse@hnee.de; Betreff: Teilnahme Tagung „Horntragende Kühe“). Dies ist notwendig, um die Exkursion zum Demeter-Betrieb Ökodorf Brodowin besser zu koordinieren. Vielen Dank.

Mehr Infos zum Thema unter:

> http://www.hornkuh.ch> Aktuell läuft eine Hornkuh-Initiative in der Schweiz, die regen Zuspruch findet und auf eine Volksabstimmung am 25. November hinaus läuft.

>http://www.stolzekuh.de > Praxisbeispiel aus Brandenburg: Der Hof „Stolze Kuh“ wird von den HNEE-Absolventen Anja und Janusz Hradetzky betrieben. Sie setzen auf eine wesensgemäße Milchviehhaltung (wozu auch Hornkühe gehören) auf Naturschutzflächen, handwerkliche Milchverarbeitung

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