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Stafettenstab wird von Schwäbisch Hall in die Schweiz weitergereicht

80 Prozent der weltweiten Sojaproduktion kommen aus den USA, Brasilien und Argentinien. Die Proteinabhängigkeit Europas und Asiens von diesen Ländern ist beträchtlich.

Wie kommt man weg von diesen Abhängigkeiten, welche schwere gesellschaftliche Auswirkungen haben?

Der österreichische Professor für Pflanzenbaulehre Friedrich Haberlandt war der erste, der die Sojabohne in Europa kultivierte.

140 Jahre nach Haberlandt zeigt sich eine Entwicklung in Europa, die bis vor kurzem für kaum möglich gehalten wur­de. Der Anbau von europäischer Soja ist in den letzten sechs Jahren von zwei auf vier Millionen Hektar gestiegen. Mit anderen Eiweißpflanzen wie Erbsen und Bohnen zusammen leistet dies einen wichtigen Beitrag zur Selbstversorgung. Diese voranzubringen und Akteure weltweit zu vernetzten war ein wichtiges Anliegen beim kürzlich in Schwäbisch Hall durchgeführten Donausoja Kongress.

Seit dem elften Juni ist ein Stafettenstab mit Haberlandts Konterfei quer durch Eiweißprojekte in Europa unterwegs. Nach der Station beim Gastgeber Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall ist er am Freitag, den 22. Juni, in die Schweiz weitergereicht worden.

„Die Eiweißwende ist für Europa eine Vision, die Schweiz ist uns voraus“, sagt Matthias Krön, Obmann von Donausoja bei der Übergabe. Die Organisation hat sich zum Ziel gesetzt, dass bereits 2025 ein Drittel der Futter-Soja in Europa aus gentechnikfreier, verantwortungsbewusster Produktion stammen soll.

Ein Beispiel für erfolgreiche nachhaltige Eiweißfütterung ist die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall. „Seit Gründung im Jahr 1988 setzen wir uns für eine nachhaltige und ganzheitliche Erzeugung von Lebensmitteln ein“, führt Christoph Zimmer als Vertreter der Erzeuger aus. „Neben dem Erhalt der alten Rasse Schwäbisch-Hällisches Schwein und dem Tierwohl ist die Fütterung ein sehr wichtiger Bestandteil.“ In der Praxis heißt dies, dass bei den Haller Bauern schon immer „ohne Gentechnik“ gefüttert und gewirtschaftet wird.

Das hat Kreise gezogen. Die BESH war Mitgründer desBündnis Gentechnikfreies Hohenlohe im Jahr 2003 und des Verbands Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) im Jahr 2010. „Den Verbraucher mit seinen Wünschen ernst nehmen und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, das ist entscheidend“, so Christoph Zimmer, welcher im Vorstand des VLOG wirkt. „50 Prozent der Milch, 60 Prozent des Geflügels und 70 Prozent aller Eier in Deutschland“ erfüllen schon heute die ,ohne Gentechnik‘ Anforderungen, stellt er die rasante Entwicklung im deutschen Markt vor.

Hier zeichnet das grüne Ohne-Gentechnik-Siegel mittlerweile Lebensmittel mit einem jährlichen Umsatz von 8 Milliarden Euro aus.
Der Präsident des Schweizer Soja Netzwerk, Martin Rufer, übernimmt den Haberlandt- Stafettenstab. „Künftig wollen wir in der Schweiz 100 Prozent verantwortungsvoll produzierte Soja einsetzen“, gibt Rufer das Ziel vor.


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