Start / Ausgaben / bioPress 94 - Januar 2018 / Bio auf der Food Ingredients

Messe

Bio auf der Food Ingredients

Auch konventionelle Anbieter setzen auf das Öko-Siegel

Bio auf der Food Ingredients © bioPress, EM

Nationale und internationale Aussteller haben auf der Messe Food Ingredients Europe in Frankfurt ihre Produkte rund um Lebensmittelinhalts- und Zusatzstoffe sowie Labortechnik, Produktsicherheit und Qualitätssicherung vorgestellt. Neben dem Bio-Pavillon in Halle 11 waren Bio-Produkte ebenfalls auf den übrigen Flächen zu finden. Schließlich setzen auch immer mehr konventionelle Anbieter auf das Öko-Siegel.

Shafi Gluco Chem ist Pakistans führender Produzent und Exporteur von Reissirups und -proteinen. Laut Marketingleiter Yasir Shafi sind 80 Prozent der Produkte, darunter auch Reismehl und Reismilch, Bio-zertifiziert. Die größte Bio-Nachfrage komme aus den USA. Distributor für Europa ist Harke Pharma. Das Hauptprodukt sei Reissirup, der vor allem als Überzugs- und Bindemittel Verwendung finde, etwa für die Herstellung von Müsliriegeln. Pro Monat erhalte Harke von Shafi 2.000 Tonnen Reisprodukte, sagt Marcel Vietz aus dem Foodtec-Vertrieb.

Henrik de Vries, kaufmännischer Leiter bei Kröner Stärke, äußerte sich zufrieden über die Messe. Interessiert zeigten sich viele Entwickler und Einkäufer aus der Industrie. Kröner Stärke produziere über 30 Prozent Bio-Weizenstärke. Erstmals ins Sortiment genommen hat der Anbieter Bio 1997. Heute ist das gesamte konventionelle Programm längst auch in Bio verfügbar. Seit mehreren Jahren ist der Produzent mit glutenfreier Weizenstärke auf dem Markt erfolgreich.

Aloja Starkelsen aus Lettland verzeichnet die größte Bio-Nachfrage bei Kartoffelstärke. Seine Bio-Kartoffeln bezieht der Produzent aus Lettland und dem Süden von Estland. Mit konventionellen Produkten würde hauptsächlich der baltische Raum beliefert, sagte Exportleiter Raitis Sarkovskis. Zu den glutenfreien Bio-Produkten zählen unter anderem Backpulver, Vanillezucker und Gelatine.

Ziegler Organic arbeitet weltweit wie auch regional direkt mit kleinbäuerlichen Erzeugern zusammen. Quinoa bezieht der Produzent hauptsächlich aus Bolivien, Ecuador und Peru, aber auch kleinere Mengen aus Frankreich und Deutschland. Qualitätsmanager Ulrich Schleicher habe generell gute Erfahrungen mit Importen aus China gemacht, jedoch wachse die Nachfrage nach europäischer Ware, weshalb Ziegler Organic weite Teile seines Sortiments bewusst mit EU-Herkunft verfügbar halte. Importwaren verfügen über Sozialstandardzertifizierungen. Beliebt bei den internationalen Abnehmern seien vor allem glutenfreie Produkte wie Hanf, Flohsamen und Linsen.

Der niederländische Anbieter Do-it importiert Trockenfrüchte, Nüsse, Samen, Reis und Sojaprodukte. Neu sind Bio-Eiweißpulver aus Erbsen und Reis sowie Bio-Maniokmehl, sagte Martha Jeuken. Zudem wies sie auf das nachhaltige Engagement des Im- und Exporteurs hin. In China zum Beispiel unterstütze Do-it 80 Dörfer beim traditionellen Anbau, etwa von Getreide, Saaten und Sojabohnen. Vielen sei nicht bewusst, dass der C02-Fußabdruck durch den Transport der Rohstoffe per Zug und Schiff aus China viel kleiner sei als beispielsweise bei Ware, die mit dem Lkw aus Italien nach Deutschland komme, so Jeuken.

Sina Hindersmann


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