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Pestizidbelastung

Bioland: Frontalangriff auf Bio verhindern!

Revision der EU-Ökoverordnung geht in entscheidende Phase

Mainz/Brüssel, 29. November 2016. Bio-Produzenten sollen für Kontaminationen mit Pestiziden verantwortlich gemacht werden, die nicht sie, sondern ihre Nachbarn einsetzen. Dieser fatale Vorschlag wird am 30. November im Trilog von EU-Kommission, EU-Parlament und Ministerrat verhandelt.

Jan Plagge, Präsident von Bioland, fordert vom Berichterstatter des Europäischen Parlaments Martin Häusling: „Dieser Frontalangriff auf Bio muss verhindert werden. Der Vorschlag stellt das Verursacherprinzip auf den Kopf und gefährdet die Ko-Existenz von Biolandwirtschaft und konventioneller Landwirtschaft. Ohne eine Streichung dieses Punktes darf es keine Revision der EU-Ökoverordnung geben.“

Bio-Bauern verwenden keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel. Die gesamte Bio-Branche unternimmt enorme Anstrengungen, damit Bio-Produkte während des Anbaus, des Transports und der Verarbeitung nicht von außen verunreinigt werden. Deshalb enthalten Bio-Lebensmittel keine oder nur minimale Verunreinigungen. Trotz aller Sorgfalt lassen sich Kontaminationen jedoch nicht in jedem Fall vermeiden. Durch Abdrift von konventionellen Nachbarfeldern aber auch über Wind und Regen können Spuren von Pestiziden auf Bio-Ware gelangen.

Muss der Bio-Bauer dafür einstehen, ist seine Existenz in Gefahr. Anstatt die Bio-Branche für Pestizideinsätze anderer in Verantwortung zu nehmen, fordert Bioland, eine neue, wirkungsvolle Pestizidpolitik zum Schutz des Biolandbaus. Dazu müssen die Gesetze zu Einsatz und Zulassung von Pestiziden verschärft und Abgaben auf chemisch-synthetische Pestizide eingeführt werden.

Hintergrund

Die ungenügende Rechtsprechung und Zulassungspraxis in Europa und Deutschland schützt Bio-Produkte nicht vor dem Eintrag von Pestiziden durch konventionell wirtschaftende Landwirte. Es ist nachgewiesen, dass Pestizide nicht nur vom Nachbaracker auf Bio-Felder gelangen, sondern zum Teil Kilometer weit transportiert werden. Da beim Ferntransport von Pflanzenschutzmitteln kein Verursacher zu ermitteln ist, müssen die betroffenen Betriebe den Schaden selbst tragen. Deshalb forderte Bioland und ein Bündnis von namhaften Unternehmen aus der Bio-Branche, wie Weleda, Herbaria, Salus und Sonnentor, von Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt und dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) einen wirksamen Schutz auch vor weit verfrachteten Pestiziden. In einem offenen Brief verlangen die Bio-Unternehmen wirksame Sofortmaßnahmen gegen den Ferntransport der Herbizid-Wirkstoffe Pendimethalin und Prosulfocarb, die von den Herstellern ADAMA, BASF und Syngenta vertrieben werden.

Zum Hintergrund "Unternehmer wehren sich gegen Pestizidschäden"


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