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WPR

Ökologische Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel

Wo Umweltschutz und Power zusammengehören

Ökologische Wasch- und Reinigungsmittel können auch für klassische Lebensmittelgeschäfte des Einzelhandels eine wertbringende Sortimentserweiterung sein. Sinnvollerweise sollte man deren Vorteile seinen Kunden auch zu vermitteln wissen.

Die Hersteller von Öko-Waschmitteln und Reinigern haben sich ein schweres Feld vorgenommen: Sie wollen möglichst natürliche Produkte mit unbedingter hoher Wirksamkeit und aus umweltschonender Fertigung anbieten. In den Anfangsjahren, Ende der 1970er, war die Palette an WPR – Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln – recht beschränkt. Vielfach verfolgten sie eine Baukastenstrategie, bei der die Anwender Enthärter, Bleichmittel und ähnliche Komponenten nach Bedarf selber zusetzen.

Solche separat angebotenen Komponenten bieten die Ökohersteller zwar noch immer an, doch ergänzen sie diese längst mit praktischen Allround- und modernen Spezialprodukten. So finden Kunden klassische Waschmittelpulver, Flüssigwaschmittel für dunkle Wäsche, universelle Allzweckreiniger, Teppichreiniger, milde Handspülmittel und praktische Spülmaschinentabs.

Bei den großen WPR-Vollsortimentern Sonett, Sodasan, AlmaWin, Ecover und Etamine du Lys (Comptoir des Lys) umfasst die Auswahl daher rund 50 Produkte. Uni Sapon, Alvito, Planet Pure, Govinda und Memo gehören dagegen zu denen, die sich bewusst für ein überschaubares Sortiment entschieden haben.

Im Unterschied zu konventionellen Mitbewerbern mit oder ohne grünem Anstrich, bleiben bei den Öko-Herstellern Inhaltsstoffe aus petrochemischer Industrie konsequent außen vor. Als waschaktive Substanzen verwenden sie stattdessen pflanzliche Tenside aus Zucker und geeigneten Pflanzenfetten oder pflanzliche Seifen. Genauso kommen anstelle synthetischer Duftstoffe frisch duftende Citrus- oder andere natürliche ätherische Öle zum Einsatz.

Tierversuche und Gentechnik sind tabu, umweltschonende Prozesse und Verpackungen dagegen verpflichtend. Ein weiterer Punkt betrifft die Verbrauchertransparenz, weshalb sämtliche Inhaltsstoffe angegeben werden. Wie es inzwischen auch die Detergenzien-Verordnung vorschreibt, müssen diese außerdem leicht biologisch abbaubar sein. Nicht nur zu 95, sondern zu 100 Prozent, lautet dabei das Ziel der Hersteller. 

Hautfreundlichkeit der Produkte gehört zu den Voraussetzungen. Was das Öko-Sortiment aber zusätzlich auszeichnet, ist die große Auswahl an duftstofffreien Produkten für Allergiker und Hautsensible. Eine Vorreiterrolle hat hier AlmaWin mit der Marke Klar übernommen, die mittlerweile für immer mehr Produkte eine neutrale Alternative bietet. Sodasan und Sonett mit ihren ‚Sensitive‘ -Linien sowie Ecover mit ‚Zero‘-Produkten kamen etwas später dazu, laufen aber ebenfalls sehr gut. Selbst den Vegan-Trend greifen die Anbieter auf und verzichten weitgehend auf Lanolin, Molke und andere tierische Inhaltsstoffe.

Trotz dieser gemeinsamen Prinzipien gibt es Unterschiede zwischen den Anbietern. So verwenden etwa die Pionierunternehmen Sonett und Sodasan als waschaktive Substanzen bevorzugt pflanzliche Seifen, wobei sie möglichst auf Rohstoffe aus kontrolliert ökologischem Anbau zurückgreifen. Andere verarbeiten Extrakte aus indischen Waschnüssen und können durch das enthaltene Saponin die erforderliche Menge an Tensiden deutlich verringern. Govinda und Planet Pure aus Österreich arbeiten sogar hauptsächlich mit Waschnuss-Extrakt oder Schalen, AlmaWin ergänzend.

Auch beim Thema Enzyme, die vor allem bei hartnäckigem Schmutz wirksam sind, agieren die Hersteller unterschiedlich. Die meisten verzichten darauf. Ecover und AlmaWin setzen teilweise Amylasen oder Proteasen ein, wobei letztere deren gentechnikfreie Herkunft garantieren.

Nachhaltig innovativ

Der Blick auf einige Produktneuheiten aus den letzten Monaten zeigt, wie die Hersteller mit sinnvollen und innovativen Ideen erfolgreich auf aktuelle Verbraucherwünsche und ökologische Herausforderungen reagieren.  AlmaWin stellte auf der Biofach beispielsweise einen veganen Weichspüler unter der Marke Klar vor, der im Unterschied zu den meisten Produkten am Markt frei von Duftstoffen ist. Verbraucher, die doch einen zarten Duft bevorzugen, haben die Auswahl zwischen verschiedenen separaten  Wäschedüften.

Sonett ergänzt dagegen die Neutral-Linie seit einiger Zeit durch ein Color Waschpulver. Schon ab 20 Grad Celsius wäscht das Konzentrat Buntes und Feines farbschonend, aber effektiv sauber. Dabei soll Bio-Panamarinde aus der Rinde des südamerikanischen Seifenbaums die Wirksamkeit von Seife und Zuckertensiden unterstützen.  Überhaupt ist Sonett nicht nur für ein starkes soziales Engagement (Camphill Werkstätten) bekannt, sondern auch für den ganzheitlichen Ansatz bei der Produktion. Dazu gehören etwa der Einsatz von spagyrischen Pflanzenessenzen oder verwirbeltem Wasser.

Im Bereich Reinigungsmittel tritt Sodasan mit einigen Neueinführungen an. Zum einen handelt es sich um einen vielseitigen, konzentrierten Limetten-Kraftreiniger, womit sich große Flächen ebenso säubern lassen wie hartnäckige Lippenstift-, Kaugummi- oder andere Flecken. In diesem Fall verstärken natürliche Citrusterpene die reinigende Wirkung von Kaliumseife und Zuckertensiden.

Zum anderen gibt es neuerdings WC-Reinigertabs, die dem Conveniecetrend  entgegen kommen und mit Hilfe von Zitronensäure selbst an schwer erreichbaren Stellen für hygienische Reinheit sorgen.  

Umweltschutz von der Rohstoffgewinnung bis zur Verpackung

Verbraucher legen zunehmend Wert auf Ressourcenschutz und Müllvermeidung. Nicht von ungefähr greift inzwischen auch endlich die konventionelle Industrie diese Thematik auf. Das große Engagement der Ökohersteller lässt sich anhand mehrerer Beispiele verdeutlichen.

So bietet AlmaWin das Flüssigwaschmittel, das zu den Ren­nern im Sortiment zählt, jetzt in einem wiederverschließbaren Standbodenbeutel an. Dieser spart 75 Prozent an Verpackung ein und kann komplett wiederverwertet werden. Schon vorher eingeführt wurden ‚Green-PE‘-Flaschen aus 95 Prozent recycelten PE-Kunststoff (Polyethylen). Bei dem Mittel für Buntes und Feines verweist eine grüne Flaschenfarbe darauf, dass AlmaWin Palmkernöl durch Waschnuss-Saponine ersetzt. Das zweite Produkt macht seinerseits durch die schwarze Farbe sofort den Anwendungsbereich für dunkle Wäsche klar.

Sodasan betont im Zusammenhang mit  Umweltschutzmaßnahmen die Verseifung der Pflanzenöle in einem Niedrig-Temperatur-Verfahren. Zudem erfolge die gesamte Produktion zur Vermeidung von weiteren Abfällen in geschlossenen Kreisläufen. Die umsatzstärksten Produkte, das Color und Color sensitiv Waschmittel, sind ebenfalls in Green-PE verpackt, hier allerdings aus gentechnikfreiem Zuckerrohr. Dort, wo sie durchsichtiges PET einsetzten, verlängerten sie durch den Einsatz von recyceltem Material die Wertschöpfungskette, heißt es bei Sodasan. Ziel sei es,  den Anteil an Recycling-PET von bereits 50 auf 100 Prozent zu erhöhen.

Die genannten Beispiele sind keine Einzelfälle mehr. Schon seit ein paar Jahren füllt auch Ecover aus Belgien in PE-Flaschen aus Zuckerrohr ab. Produktverpackungen, die zu drei Vierteln daraus und zu einem Viertel aus recyceltem Kunststoff bestehen, der Einsatz pflanzlicher Tenside und vollständige biologische Abbaubarkeit der Inhaltsstoffe, gehörten zu den ausschlaggebenden Gründen dafür, dass 2013 sogar die Professional Reiniger-Linie für den gewerblichen Verbrauch die Cradle-to-Cradle-Zertifizierung in Gold bekam.

Daneben engagiert sich Ecover immer wieder für Projekte zur Müllreduzierung. Zusammen mit der niederländischen Organisation Plastic Whale entstand die Idee der  Ocean Plastic Bottles, originell geformte Flaschen, für die mariner Plastikmüll mitverarbeitet wurde, und die ein Handspülmittel  enthalten. 

Ein weiterer Ansatz bei der Lösung der Verpackungsproblematik sind Konzentrate. Darauf setzen Uni Sapon und Alvito neben dem Baukastenprinzip bei ihrer Auswahl an Reinigungs- und Waschmitteln. Aus dem Uni Sapon-Konzentrat reicht der halbe Liter durch Verdünnen mit Wasser für bis zu 125 Flaschen gebrauchsfertige Reinigungslösung. Zur Verfügung stehen außerdem Nachfüllstationen für Handelspartner. Sie sollen damit auf entsprechende Kundennachfragen reagieren können.

Abgesehen von den Nachfüllstationen verfolgt Alvito eine ähnliche Philosophie. Dabei gilt, dass die Produkte zum Waschen und Spülen aus möglichst wenigen Rohstoffen bestehen. Hier reichen 10 bis 20 Milliliter des seifenfreien Basiswaschmittels für eine Waschladung aus – anders ausgedrückt, die 1-Liter-Flasche für 50 bis 100 Waschgänge. Ein wiederverwendbarer Waschring soll dabei die Wirkung durch ein physikalisches Prinzip verstärken. 

Siegel schaffen Klarheit – oder auch nicht?

WPR sind und bleiben ein komplexes Thema. Die Zusammenhänge zwischen den vielen verschiedenen Wirk- und Hilfsstoffen, Wirkungen und Ökologie lassen sich nicht einfach kurz und knapp zusammenfassen. Bei den bekannten Öko-Herstellern finden Kunden daher umfangreiches und verständliches Informationsmaterial, sei es auf der Firmenhomepage und Facebook-Einträgen oder in Form von Verbraucherbroschüren. Unabhängig davon lassen sich die meisten Unternehmen zertifizieren: freiwillig, ergänzend zur Detergenzien-Verordnung und bei einer anerkannten, unabhängigen Kontrollstelle.

Im Bereich WPR zählen dazu vor allem Ecocert aus Frankreich und Eco Garantie von Certisys Bio-Certification, deren Kriterien als besonders streng gelten. Seltener findet man auch oder zusätzlich das Siegel von EcoControl, einer Inspektions- und Zertifizierungsstelle für ökologische Produkte und Qualitätssicherungs-Systeme im Non-Food Bereich, sowie Bio Austria für kbA-Inhaltsstoffe. Auf Aspekte wie Umweltmanagement, Sozialverantwortung oder Hautverträglichkeit beziehen sich gegebenenfalls weitere Label, etwa EMAS, CSE und DAAB.  
Um Orientierung in dem Label-Wirrwarr zu geben, hat der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) jetzt spezielle Richtlinien entwickelt. Die wichtigsten Punkte sind:

- Tierschutz: Tierversuche sind ausgeschlossen
- Abbaubarkeit: alle im Produkt eingesetzten, nicht-mineralischen Substanzen müssen leicht und vollständig biologisch abbaubar sein
- Gentechnik: Inhaltsstoffe aus oder durch gentechnisch veränderte Organismen sind verboten; Enzyme sind als GVO-frei zu kennzeichnen
- Hochschädliche Stoffe: Für hochchlorierte Kohlenwasserstoffe, chlorhaltige Bleichmittel, Phosphate, Schwermetalle, Phthalate, EDTA und ähnliches gilt ein Verwendungsverbot.
- Mikroplastik und Nanopartikel: Es dürfen keine Inhaltsstoffe aus Mikroplastik und Nanopartikel enthalten sein.

Ein eigenes BNN-Siegel ist nicht geplant. Allerdings müssen die erlaubten WPR einen der Standards Ecocert, Eco Garantie, Bio Austria oder Nature Care Product (NCP) entsprechen und zertifiziert sein. Für die Entwicklung von Alternativen haben Hersteller drei Jahre Zeit, inklusive dem Erbringen von einem anerkannten Nachhaltigkeitsnachweis. Bereits seit Anfang 2016 gilt, dass alle im Fachhandel angebotenen WPR die festgelegten Kriterien erfüllen müssen. Zum Abverkauf nicht konformer Produkte besteht eine Übergangsfrist bis Ende 2017.

Bettina Pabel

Die wichtig­sten WPR

- Colorwaschmittel, Vollwaschmittel, Waschmittel für Wolle und Feines
- Weichspüler
- Enthärter, Fleckenmittel, Bleichmittel 
- Spezialprodukte nach Bedarf
- Handspülmittel, Maschinenspülmittel, Spülsalz, Klarspüler 
- Allzweckreiniger, WC-, Glas-, Kalk-, Kraft-Reiniger

Tipps und Facts: Die waschaktiven Stoffe:

- Seife: Klassiker, hergestellt aus Pflanzenölen wie Palmfett oder Kokosöl (teilweise in Bio-Qualiät) und Lauge, durch den alkalischen pH-Wert keine Konservierung nötig, hervorragend abbaubar, Wirkung bei hartem Wasser durch Bildung von Kalkseife reduziert 
- Pflanzentenside und Fettalkoholsulfate: Zuckertenside, hergestellt aus Zucker bzw. Stärke und Kokos- oder Palmfett oder Fettalkohlsulfate sind besonders ergiebig, unterstützen die Fettlösekraft von Seifen, werden komplett abgebaut, aber in etwas längeren Zeiträumen
- Saponine: in bestimmten Pflanzen wie Waschnüssen oder Seifenkraut vorkommende Seifenstoffe, natürliche Tenside

Trends

- Convenience: z.B. Flüssigwaschmittel, die mit schneller Verteilung der waschaktiven Stoffe punkten
- Sparsamkeit: z.B. durch Konzentrate und effektive Leistung bei tiefen Temperaturen
- Auswahl: z.B. Produkte mit oder ohne Duft
- Vegan: Verzicht auf tierische Inhaltstoffe und Tierversuche
- Ressourcenschutz, Müllvermeidung: z.B. Einsatz von Green PE bei den Flaschen


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