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Nachhaltig leben auch bei der Haushaltspflege

Der Umwelt und der eigenen Haut zuliebe

Warum nicht mal den Monats-Thementisch mit Öko-Wasch- und Reinigungsmitteln bestücken und damit dem wachsenden Interesse an einem nachhaltigen Haushalt entgegenkommen? Zur Verfügung steht das komplette Sortiment von Geschirrspül- über Flüssig- und Pulverwaschmitteln samt Weichspülern bis zu diversen Reinigern.

Ökologische Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel, kurz WPR, funktionieren genauso effektiv wie konventionelle Produkte. Doch sind hier Tierversuche, gentechnische Verfahren und Mikroplastik tabu. Das gilt genauso für bedenkliche Stoffe wie Phosphate/ Phosphonate, organische Halogenverbindungen oder Methylisothiazolinon und ähnliche Konservierungsmittel.

Die Hersteller greifen stattdessen auf natürliche Rohstoffe zurück. Neben schnell und vollständig biologisch abbaubaren Seifen gehören dazu vor allem Zuckertenside (nichtionische Tenside) und Fettalkoholsulfate aus Pflanzen (anionische Tenside). Manche Produkte enthalten alternativ oder zusätzlich laugenartige Saponine. Dazu kommen je nach Produkt mineralische Stoffe und funktionale Zutaten wie Zitronensäure oder Alkohol.
Insbesondere die als Duftstoffe dienenden ätherischen Öle stammen teilweise sogar aus Bio-Anbau – wobei der Duft typischerweise zart statt penetrant künstlich hervortritt.

Verbraucher profitieren bei Öko-WPR zugleich von der gu-ten Hautverträglichkeit, wobei für sensible Personen in allen Kategorien alternativ neutrale Produkte zur Verfügung stehen. Hilfreich ist auch, dass die Hersteller die entsprechende Auflistung der Inhaltsstoffliste auf den Verpackungen durch verständliche Erläuterungen auf ihrer Homepage begleiten.

Für jeden Bedarf

AlmaWin, Ecover, Sonett und Sodasan sind nicht nur allesamt Pioniere auf dem Gebiet nachhaltiger WPR, sondern mit ihren umfassenden Sortimenten auch die in Deutschland bekanntesten Markenanbieter. Die Auswahl umfasst alle gängigen Produkte.

-  Geschirr: Handspülmittel, Spülmaschinentabs, Klarspüler, Regeneriersalz
- Wäsche: Pulver- und Flüssigwaschmittel für unterschiedliche Fasern und Temperaturbereiche, ergänzt durch Weichspüler, Wäscheduft, Bleichmittel, Fleckenentferner
- Haushalt: Allzweck-, Boden-, Kraft-,  Glasreiniger, Kalkentferner, Scheuermilch, WC-Reiniger und andere.

Flüssigwaschmittel und Geschirrspülmittel eignen sich am besten, um Neukunden die ökologischen Alternativen nahe zu bringen. Das meint unter anderem Sonett-Geschäftsführer Gerhard Heid. Mit Blick auf junge Familien mit Kindern als eine der wichtigsten  Zielgruppen böten sich außerdem verträgliche Sensitiv Serien an.

Dauerhaft binden lassen sich Kunden jedoch nur, wenn die Produkte eine überzeugende Wasch- und Reinigungsleistung erbringen. Davon ist Rudolf Bund von AlmaWin Reinigungskonzentrate überzeugt. Gefragt nach momentanen Trends, nennt das Unternehmen zum einen eine steigende Nachfrage nach ihren flüssigen Waschmitteln, wobei es hier neben Color- und Waschnuss-Waschmitteln zusätzlich ein Spezialmittel für Sport & Outdoor sowie für Dunkles gibt. Zum anderen sei das Interesse an unterschiedlichen Duftvarianten gestiegen.

AlmaWin kommt dem mit einem Weichspüler Orangenblüte entgegen, der die Variante mit Lavendel und zwei reine  Wäschedüfte (Lindenblüte und Verbena) ergänzt. Wie stets bei den konsequenten Öko-Herstellern werden dazu möglichst natürliche ätherische Öle eingesetzt. Unabhängig davon steht bei AlmaWin unter der Zweitmarke Klar auch ein komplettes neutrales Sortiment zur Auswahl.  

Ecover bietet in Deutschland ebenfalls zwei Marken an. In diesem Fall die Marke Ecover selbst sowie die gestraffte Essential-Linie, die speziell für den Biofachhandel konzipiert wurde. Bei ersterer gibt es ebenfalls eine extra Zero-Produktreihe für Allergiker, junge Eltern und Menschen mit sensibler Haut. Diese soll im Laufe des Jahres noch erweitert werden, unter anderem mit Geschirrspültabs und Weichspülern.

In allen Linien werden die Flüssigwaschmittel und -pulver nach Herstellerangaben besonders gerne gekauft, bei den Essentials außerdem die Geschirrspültabs. Gefragt nach der Skepsis vieler Verbraucher gegenüber Palmöl zur Tensidherstellung, heißt es: Ecover beziehe ausschließlich RSPO-zertifizierte Palmölderivate. Zugleich arbeite man daran, den leistungsstarken Rohstoff bei Reformulierungen durch Öle aus lokal angebauten Sonnenblumen oder Raps zu ersetzen. Angesichts der häufigen gelungenen nachhaltigeren Lösungen, dürfte auch das gelingen.

Sonett und Sodasan bieten  auch milde Flüsssig-Handseifen an, ebenso wie sie, anders als die meisten anderen Hersteller, Pflanzenseifen auch in den WPR einsetzen. Sonett beispielsweise in einer neuen Bodenpflege mit Olivenölseife und Bienenwachs. Dabei ist der Hersteller bekannt für eine ganzheitliche Philosophie, den Einsatz von verwirbeltem Wasser und balsamischen Essenzen. Zudem führen sie weiterhin Einzelprodukte für das Baukasten-System. Das heißt, der Verbraucher bekommt das eigentliche Waschmittel sowie Bleich- und Fleckenmittel, Duft oder Enthärter separat und kann diese je nach Bedarf zusammenstellen.

Trotzdem wird das Duftthema hier  ebenfalls aufgegriffen. Einen Eindruck von der gebotenen Abwechslung gibt nicht zuletzt die Bestellerliste mit einem Flüssigwaschmittel Lavendel, Geschirrspülmittel Lemon und WC Reiniger Zeder oder Citronella. Und gerade wurde bei den WC Reinigern noch die Variante Minze-Myrte eingeführt.

Bei Sodasan bestätigen Absatzzahlen einmal mehr das besonders große Interesse der Kunden an Hand-Geschirrspülmitteln. Die größten Zuwachsraten erziele Sodasan momentan allerdings mit Flüssigwaschmitteln, ergänzt Geschäftsführerin Kerstin Stromberg. Dabei zeigt sich ein weiteres ökologisches Kriterium vieler Anbieter: das häufige Angebot von Konzentraten. Auf diese Weise erübrigen sich Füllstoffe oder zusätzliches Wasser samt Konservierungsstoffen.

Für diejenigen, die weiterhin Pulver bevorzugen, kündigt Stromberg für den Sommer Produkte mit optimierter Rezeptur an – verpackt im neuen modernen Marken-Look und mit dem strengen NCP-Siegel.

Waschen und putzen mit Saponinen

Eine weitere Möglichkeit für naturnahes Reinigen stellen Seifenstoffe aus indischen Waschnüssen oder aus Seifenkraut dar, die speziell in Waschmitteln zugleich für weiche Wäsche sorgen. So werden etwa bei Memo, die sich auf ein schlichtes WPR-Basissortiment aus Spülmittel, Vollwaschmittel und Universalreiniger beschränken, Saponine mit Seifenkraut aus europäischer Wildsammlung eingesetzt.

AlmaWin verwendet dagegen für die Waschmittellinie Cleanut neben Pflanzenölseife ein alternatives, palmkernölfreies Tensid aus dem Waschnussschalen-Extrakt. Mit einer ähnlichen Kombination aus Saponin- und Zuckertensiden arbeitet auch Planet Pure. In diesem Fall zieht sich dieser Ansatz durch das ganze Sortiment, beispielweise den Hand-Geschirrspülmitteln und dem neuen Waschmittelgel mit Aloe Vera.

Eine Besonderheit ist hier, dass der Hersteller als österreichische Firma das Bio-Austria-Siegel verwenden kann. Eine zweite, dass sich die Flaschen an Abfüllstationen wiederbefüllen lassen.

In diesen Zusammenhang passt schließlich noch das Start-up Seepje aus Den Haag, die sowohl Waschnussschalen als auch Wasch- und Reinigungsmittel für Geschirr oder Haushalt anbieten. Für die Rohstoffe arbeitet das junge, sozial engagierte Team eng mit einer Kooperative in Nepal zusammen und hat sich dazu nach der WFTO (World Fair Trade Organisation) zertifizieren lassen. Originell sind hier zugleich die etikettenfreien Flaschen aus recycelten Kunststoff-Milchflaschen.

Dem Plastikmüll ein Ende setzen

Was Reinigungsmittel betrifft, so greift seit Anfang des Jahres sogar Poliboy den Wunsch vieler Verbraucher nach nachhaltigeren, grünen Produkten auf. Die neue Linie besteht gleich aus sechs Flüssigreinigern für unterschiedliche Einsatzbereiche. Hergestellt wieder aus Zuckertensiden plus Saponinen und ätherischen Ölen, verwendet auch Poliboy Flaschen aus 100 Prozent Recycling-Material (rKunststoff).

Das führt zur allgegenwärtigen Verpackungsdiskussion, die im Prinzip alle Hersteller von Öko WPR schon seit ein paar Jahren führen und nunmehr verstärkt angehen. Das beginnt damit, dass, wie erwähnt, möglichst einheitliche rKunststoffe verwendet werden (AlmaWin, Ecover, Sodasan u.a.), inklusive einer nachgewiesenen leichten und vollständigen Abbaubarkeit.

Außerdem bestehen Flaschen und Etiketten nicht selten aus dem gleichen Material (etwa bei Sonett). Und es wird  die Idee von Abfüllstationen in den Verkaufsstätten wieder aufgegriffen  (Memo, AlmaWin, Sonett u.a.). Mit seiner ,Zero waste‘-Linie legt speziell das junge Unternehmen Claro Products aus Österreich ganz besonderen Wert auf den Umwelteinfluss. So bestehen die Flaschen für Klarspüler aus rPET-Kunststoff, die Verpackungen für Spülmaschinentabs sowie für das Alpen-Regeneriersalz aus kompostierbarem Graskarton, und die einzelnen Tabs schützt eine innovative wasserlösliche Folie.

Bettina Pabel

Standards und Siegel

Konkrete Rechtsvorgaben für Öko-WPR gibt es hierzulande nicht. Daher nutzen die Hersteller anerkannte privatrechtliche Standards. Deren Produktsiegel garantieren auf einen Blick, dass bei der Produktion nur die in den Richtlinien definierten Inhaltsstoffe und Verfahren genutzt werden.
Der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) hat für das Sortiment ebenfalls spezielle Richtlinien aufgestellt. Nur Produkte, die diese erfüllen, dürfen in den angeschlossenen Biofachhandelsgeschäften angeboten werden.
Ein Kriterium ist dabei, dass entweder der NCP-Standard (Nature Care Products), Eco Garantie oder Austria Bio eingehalten werden. Für die bisher ebenfalls mögliche Ecocert-Zertifizierung gilt noch eine Übergangsregel bis Ende 2022. Bis dahin müssen die Regeln hinsichtlich des Einsatzes von Enzymen und petrochemischen Inhaltsstoffen überarbeitet worden sein. Dafür trifft man immer häufiger auf den als umfassend und streng geltenden NCP-Standard der Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsethik.



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