Start / Ausgaben / bioPress 87 - April 2016 / Bio-Zentrale auf dem Weg vom Handelsunternehmen zum Produzenten

Bio-Zentrale

Bio-Zentrale auf dem Weg vom Handelsunternehmen zum Produzenten

Vorstand Siegfried Hofreiter will internationalen Vertrieb ausbauen

Seit das Agrarunternehmen KTG Agrar 2013 die defizitäre Bio-Zentrale gekauft hat, befindet sich das Bio-Unternehmen im Umbruch. Mit dem Konzept, vermehrt ökologische Rohstoffe der KTG für das Herstellen von Produkten der Bio-Zentrale einzusetzen und den Fokus auf einen Produktmix zu legen, will Vorstand Siegfried Hofreiter das Unternehmen wieder nach vorne bringen. Da der wachsende internationale Markt mit Bio-Produkten aus Deutschland viel Potenzial biete, soll der Export auf den asiatischen Raum und die USA ausgeweitet werden. Für 2015 rechnet er mit einem Umsatz von 50 Millionen Euro.

„Heute machen wir 30 bis 40 Prozent Umsatz mit Artikeln, die Bio-Zentrale vor vier Jahren nicht im Sortiment hatte. Einen großen Anteil hat Superfood. Wir sind dabei, die Marke biozentrale zu einem Trendsetter zu entwickeln. Unsere Gemüsechips sind bereits salonfähig“, so Hofreiter. Beliebt seien auch Leinöl, Mais- und Reiswaffeln, Brotaufstriche sowie Sojaprodukte.
Die KTG baut das pflanzliche Eiweiß ohne Gentechnik auf 6.500 Hektar an. Damit sei das Unternehmen der größte Soja-Anbauer in Westeuropa. „Unsere Basis im Fruchtwechsel ist die Lupine. Wir wollen keine Substitute einsetzen“, sagt Hofreiter.

Im Gegensatz zu anderen veganen Produkten, deren Rohstoffe wie Pflanzen und Mehl weltweit eingekauft würden und deren Quellen für den Verbraucher nicht nachzuverfolgen seien, setzt der Vorstandsvorsitzende weiterhin auf den eigenen Anbau und will damit Transparenz vom Feld auf den Teller herstellen. „Unsere Aufgabe wird sein, die Bio-Verbraucher im Bereich Herkunftsnachweis stärker zu sensibilisieren.“

Den aktuellen Rohstoff-Anteil der KTG-eigenen Produktion von 20 Prozent will er weiter hochschrauben. Zurzeit erzeuge das Unternehmen auf über 19.000 Hektar Kartoffeln und Getreide, sowie Weizen, Roggen, Dinkel und Körnermais aus ökologischem Anbau.

Bio-Zentrale habe in den letzten Jahren viel Geld in die Fertigung investiert. Sein Ziel ist, das Unternehmen zu 80 Prozent in ein Produktionsunternehmen umzuwandeln. Noch sei es zu 80 Prozent ein Handelsunternehmen. Die hochmoderne Riegel-Anlage in Wittibreut habe sich bereits rentiert. Auch im Mischen und Verpacken von Müslis mit der vor- und nachgelagerten Produktionskette sei das Unternehmen weit vorangekommen.

Das Produzieren von Private Labels und Eigenmarken könne nicht mehr das wichtigste Ziel von Bio-Zentrale sein, zumal der Handel die Produktion und Verteilung in die eigene Hand genommen habe. Eine Chance für den langfristigen Erfolg biete der Export: „Wir müssen uns Märkte suchen, die für gentechnikfreie Ware bezahlen. Neben Deutschland, Österreich und der Schweiz wollen wir uns auch in Übersee und Asien als Bio-Erzeuger etablieren“, so Hofreiter.

Als Zielgröße strebt er für die Bio-Zentrale 100 Millionen Euro Umsatz an, die er vor allem mit seiner Herstellerkompetenz von Getreide und Soja erreichen will. Verfolgen möchte er nicht mehr als fünf verschiedene Produktlinien. Mit Riegeln, Müslis und Cerealien, Kürbiskernen und -öl sei die Bio-Zentrale auf einem guten Weg. In Zukunft sollten Verbraucher die Produkte der Bio-Zentrale auch online bestellen können – nicht nur in Deutschland.

Sina Hindersmann
 


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