Start / News / Ökologie / TTIP gefährdet Umwelt, Verbraucherschutz und Demokratie

Gesellschaft

TTIP gefährdet Umwelt, Verbraucherschutz und Demokratie

Sachverständigenrat für Umweltfragen bestätigt Ängste

Berlin, 25.2.2016  |    Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht durch die heute veröffentlichte Stellungnahme des Sachverständigenrats für Umweltfragen die Kritik am TTIP-Abkommen zwischen der EU und den USA bestätigt. 

„Das Fazit der Sachverständigen ist klar: TTIP bringt inakzeptable Risiken für den Umwelt- und Verbraucherschutz. Dumping-Standards können höhere und deswegen teilweise auch teurere Schutzstandards verdrängen. TTIP setzt das Vorsorgeprinzip unter Druck“, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. 

Das CETA-Abkommen zwischen der EU und Kanada, das als Vorlage für TTIP gelte, zeige bereits die Richtung, in die es gehen solle. „CETA will bei der Zulassung gentechnisch veränderter Substanzen einem sogenannten wissenschaftsbasierten Ansatz Vorrang geben. Neue Gentech-Produkte dürften nur dann nicht vermarktet werden, wenn die Behörden ihre Schädlichkeit zweifelsfrei nachweisen können. Das bedeutet eine klare Absage an das Vorsorgeprinzip“, so Weiger.

Der Sachverständigenrat teile außerdem die Kritik, TTIP werde Umwelt- und Verbraucherschutzinteressen hinter die Interessen der Wirtschaft stellen und die Demokratie untergraben. „TTIP und CETA führen eine neoliberale Politik fort, die auf mehr Markt und weniger Politik setzt. Maßnahmen zum Schutz des Allgemeinwohls geraten dabei unter die Räder“, sagte der BUND-Vorsitzende. „Wenn die EU-Kommission und die Bundesregierung tatsächlich hohe Schutzstandards für Mensch und Umwelt wollen, sollten sie international verbindliche ökologische und soziale Pflichten für Unternehmen durchsetzen. Davon ist weder bei TTIP noch bei CETA die Rede. Der Auftrag an die Bundesregierung ist klar: Die TTIP-Verhandlungen müssen gestoppt werden“, forderte Weiger.

[ Artikel drucken ]

Ticker

Das könnte Sie auch interessieren

EU-Kommission will Pestizidregeln lockern

IFOAM Organics Europe und PAN Europe kritisieren Omnibuspaket

EU-Kommission will Pestizidregeln lockern © stock.adobe.com / Es sarawuth

Die EU-Kommission hat gestern ihr sogenanntes ‚Food and Feed Omnibus‘-Paket vorgestellt. Während IFOAM Organics Europe die darin enthaltenen Verbesserungen für die biologische Schädlingsbekämpfung befürwortet, warnt der Bio-Dachverband zusammen mit dem Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN Europe) eindringlich vor einer Schwächung der Regeln für synthetische Pestizide. Mit dem Plan öffne die Kommission die Tür für unbegrenzte Pestizidzulassungen.

17.12.2025mehr...
Stichwörter: Umwelt, Politik, EU-Recht, EU-Kommission, TTIP, Gesellschaft, Import/Export, CETA

Umweltinstitut fordert Transparenz über Pestizideinsätze

Online-Datenbank könnte Informationsrecht sicherstellen

Seit 2011 müssen alle Landwirte in der EU ihre Pestizideinsätze genau dokumentieren. Das Problem laut Umweltinstitut München: Diese Daten werden von den Behörden weder zentral erfasst noch ausgewertet und veröffentlicht. In einer Petition an Landwirtschaftsminister Cem Özdemir fordert der Verein jetzt, eine frei zugängliche Online-Datenbank zu schaffen, in der die Daten über Pestizideinsätze mit wenigen Klicks einsehbar sind. Die Grundlage dafür stellen neue EU-Gesetze: Ab 2026 müssen Landwirte die Pestiziddaten elektronisch übermitteln.

10.04.2024mehr...
Stichwörter: Umwelt, Politik, EU-Recht, EU-Kommission, TTIP, Gesellschaft, Import/Export, CETA

Rechtsgutachten: EU-Pläne zu Pestiziden verstoßen gegen EU-Recht

Umweltorganisationen pochen auf Vorsorgeprinzip

Rechtsgutachten: EU-Pläne zu Pestiziden verstoßen gegen EU-Recht © sauletas / Fotolia

Die EU-Kommission steht wegen geplanter Änderungen im Pestizidrecht in der Kritik. Ein heute veröffentlichtes Rechtsgutachten mehrerer Umwelt- und Verbraucherorganisationen kommt zu dem Schluss, dass der Gesetzentwurf gegen europäische Schutzstandards und die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) verstößt. Sie fordern die Mitgliedstaaten und insbesondere die Bundesregierung auf, den Vorschlag im EU-Rat abzulehnen.

27.01.2026mehr...
Stichwörter: Umwelt, Politik, EU-Recht, EU-Kommission, TTIP, Gesellschaft, Import/Export, CETA