Start / Ausgaben / bioPress 86 - Januar 2016 / Mehr als jeder fünfte Gluten-Allergiker ernährt sich vegetarisch oder vegan 

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Mehr als jeder fünfte Gluten-Allergiker ernährt sich vegetarisch oder vegan 

Von einer Lebensmittelallergie oder -unverträglichkeit gegenüber Lactose, Gluten oder Nüssen Betroffene ernähren sich deutlich häufiger vegan oder vegetarisch als die Gesamtbevölkerung. An der Spitze stehen hierbei mit 24 Prozent die Gluten-Allergiker. Ähnlich hoch ist mit 19 Prozent der Anteil an Vegetariern und Veganern unter den Personen mit einer Lactose-Allergie.

Unter den Nuss-Allergikern liegt der Anteil bei 15 Prozent. Zum Vergleich hierzu ernährt sich nur rund jeder zehnte (11 Prozent) Deutsche vegetarisch oder vegan. Das ist das Ergebnis des TargetReport Lebensmittelallergiker des Kölner Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGov.

Allergiker beschäftigen sich zudem deutlich häufiger mit den Themen Gesundheit und Medizin. So gibt mehr als die Hälfte der Gluten-Allergiker an, an diesem Themenbereich interessiert zu sein. Bei den Lactose-Allergikern ist es die Hälfte und unter den Nuss-Allergikern 46 Prozent. Im Bevölkerungsschnitt liegt der Wert bei 40 Prozent.

Gleichzeitig greifen die drei Allergiker-Gruppen öfter zu rezeptfreien Medikamenten als der Durchschnittsdeutsche. An erster Stelle stehen dabei Erkältungsmedikamente, gefolgt von Schmerzmitteln und Produkten für die Zahn- und Mundhygiene.

Auch meiden die beobachteten Zielgruppen beim Einkauf eher die Geschäfte großer Einzelhandelsketten. Geben im Bundesdurchschnitt 27 Prozent an, große Ladenketten zumindest eher zu meiden, tut dies fast die Hälfte der Gluten-Allergiker, 39 Prozent der Laktose-Allergiker und 36 Prozent der Nuss-Allergiker.

„Lebensmittelallergiker sind gezwungen, sich stärker mit dem Thema Essen auseinanderzusetzen. Daher sind sie beim Lebensmitteleinkauf kreativer und auch informierter als andere“, sagt Holger Geißler, Vorstand bei YouGov.

„Gleichzeitig sind sie auch gesundheitsbewusster und bereit, beispielsweise für Produkte aus dem Bio-Regal oder Lebensmittel ohne künstliche Zusatzstoffe, einen höheren Preis zu zahlen. Der Lebensmitteleinzelhandel sollte daher deutlicher auf die Bedürfnisse der Allergiker eingehen, um diese Zielgruppe besser anzusprechen. Beispielsweise durch eine konsequente und transparente Kennzeichnung allergener Inhaltsstoffe“, so Geißler.

An der Befragung im Zeitraum von Februar bis August 2015 nahmen insgesamt 42.748 Personen teil, darunter 1.526 Personen mit Laktose- und Milch-Unverträglichkeit, 460 Personen mit Gluten-Unverträglichkeit und 1.388 mit einer Nuss- beziehungsweise Erdnussallergie. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

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