Start / Ausgaben / BioPress 82 - Janurar 2015 / Fertiggerichte: Bio für die schnelle Küche

Fertiggerichte

Fertiggerichte: Bio für die schnelle Küche

Im Zeitalter des wachsenden Convenience-Marktes haben auch komplette Bio-Fertiggerichte ihren Platz im Handel gefunden. Der Kaufmann erreicht sowohl Bio-Stammkäufer als auch neue Kundengruppen. Erstaunlicherweise halten sich konventionelle Händler noch zurück.


Appetit auf eine schmackhafte und gesunde Mahlzeit, aber wenig Zeit zum Einkaufen? Keine Erfahrung im Kochen? Spontan durch den Laden gehen und die Mittagspause sichern? Auch unerwartete Gästen mit einem leckeren Menü empfangen? Kaufargumente für die praktischen Fertiggerichte gibt es viele. Die Nachfrage ist ungebrochen.

Mittlerweile spiegelt sich das Interesse auch bei den Listungen im Bio-Fachhandel. Genauso können – oder könnten – der konventionelle Lebensmittelhandel und Drogeriemärkte durch Bio-Fertiggerichte zeigen, dass sie ihren Kunden auch im Convenience-Bereich Qualität und Abwechslung anbieten wollen.

Stichwort Abwechslung

Die Auswahl an Bio-Fertiggerichten und Teilfertiggerichten deckt längst alle Bereiche ab:

- Mehrkomponentenmenüs
- Pfannengerichte und Trockenmischungen
- Pizza, Flammkuchen
- Nudel- und Kartoffelge-richte
- Fleisch- und Fischgerichte
- Snacks / Finger Food
- Warme Süßspeisen

Bei einer Einteilung nach Angebotsform lassen sich eben-falls alle relevanten Ladenbe-reiche bestücken: Trockenregale, Frische / Kühltheke oder Tiefkühlschränke und -truhen.

Je nachdem variieren auch die Art der Verpackung und der Zubereitung, wobei letztere quasi per Definition einfach ist.

Besonders bei den kompletten Mehrkomponentenmenüs in Tiefziehschalen fällt die zeitgemäße Flexibilität auf. Insofern gelingen viele Produkte ebenso in Topf, Pfanne oder Ofen wie direkt in der Verpackung in der Mikrowelle.

Bei vielen anderen Bio-Produkten sind noch einzelne Beilagen separat zuzugeben, zum Beispiel bei Fleischklassikern wie Hühnerfrikassee ­oder Rouladen. Genauso kann der Verbraucher Trockenfertiggerichte nach dem Garen in etwas Wasser auf Wunsch mit einer passenden Bio-Soße, frischem Gemüse oder nativem Pflanzenöl verfeinern.

Qualität, ob ohne oder mit Fleisch

Schon vor Jahrzehnten hat die Bio-Branche im Bereich der fleischfreien Produkte eine Pionierrolle übernommen. Die Basis bilden auch bei den Fertiggerichten nach wie vor oft Reis und Getreide. Anders als im konventionellen Bereich arbeiten die Bio-Hersteller zudem gern mit nussiger Hirse, exotischer Quinoa und eiweißreichen Hülsenfrüchten. Die Nassfertiggerichte punkten besonders mit einem hohen Anteil an Gemüse. Je nach Markenausrichtung  enthalten Bio-Fertiggerichte Pilze, Sojaschnetzel, getrocknete Früchte und mehr.

Heute gelten die Bio-Hersteller zu Recht auch als Impulsgeber für komplett vegane Fertiggerichte frei von Geschmacksverstärkern, Konservierungs-, Farb- und ähnlichen Zusatzstoffen. Dazu kommt die gesicherte Freiheit von bestrahlten Gewürzen oder von GVO-hergestellten Zutaten.

Umso mehr schlägt die natürliche Qualität der eingesetzten Rohstoffe als qualitätsbestimmender Faktor zu Buche. Beispielsweise gelingt es den Herstellern, allein durch  die Auswahl bestimmter Tomaten- oder Kartoffelsorten und den idealen Reifezeitpunkt das Aroma zu optimieren. Gleiches gilt für die pflanzlichen Fleischalternativen mit Tofu (Soja), Süßer Lupine oder Seitan (Weizen).

Ausgewählte Gewürze von buntem Pfeffer bis zu Sesam, Kräuter, pfiffige Marinaden mit nativem Oliven- und anderen Ölen oder Meeresalgen sowie durch traditionelles Buchenholzräuchern verleihen den Produkten ihren individuellen Geschmack. Fleisch schließlich verdankt seine schmeckbare Qualität einer artgerechten Tierhaltung und Fütterung sowie einer möglichst stressfreien Schlachtung.

Fix und fertig

Zu den Fertiggerichten zählen Nassfertiggerichte mit mehreren Komponenten in Menueschalen. Als Hauptzielgruppe gelten Single-Haushalte beziehungsweise Rentner. Dem kommt die kurhessische fleischwaren, KFF entgegen. Die breite Auswahl deckt quasi eine komplette Speisekarte ab, vom aufwändigen Lammcurry mit Rosmarinkartoffeln bis zu schlichtem Kartoffelgratin und origineller Curry-Wurst mit Reis.

Die Fachhandelsmarke Rose Bio-Manufaktur greift mit ihren Neuheiten zur Biofach 2015, verschiedenen Gemüse- und Kichererbsenragouts, gezielt den Vegan-Trend auf. Exemplarisch für eine weitere beliebte Bio-Besonderheit sind die ebenfalls kühlpflichtigen Produkte von Vibafood: Die Italiener loben bei Paella, Nudel & Bohnen und anderen neben dem veganen Charakter zugleich deren Gluten- und Laktosefreiheit aus.

Mit Dosen- und Glaskonserven lässt sich das Trockenregal bestücken. Im Vordergrund stehen Eintöpfe und Suppen (siehe Sortimentsübersicht auf Seite 72). Aber auch Bio-Ravioli sind zu finden. So können etwa die zwei vegetarischen Varianten von Zimmermann-Bio dazu beitragen, dass das Image dieser Klassiker steigt.

Leichtgewichte auf Vorrat

Typisch Bio? Das sind außerdem  die Trockenfertigmischungen und Pfannengerichte. Hersteller und Anbieter wie die Antersdorfer Mühle, die Bio-Zentrale, Pural oder Davert sorgen für eine beeindruckend abwechslungsreiche Auswahl. Die Ethnoküche dominiert. Hirse, Basmati- oder Risottoreis, Cous-Cous und Co. werden dabei nicht nur mit Gemüsestückchen, sondern auch mit länderspezifischen aromatischen Gewürzen fein abgestimmt.

Indisches Madras-Curry, orientalische Hirse-Pfanne und ähnliche Kreationen sprechen einerseits sicher die junge Generation an. Andererseits lassen sich auf diese Weise eher konservative Kunden ebenfalls auf den Geschmack für die vielen, im Bio-Markt zu findenden Getreidealternativen bringen. Warum also nicht eine kleine Verkostung, etwa von orientalischem Taboulé-Salat, einplanen und die Kunden am POS überzeugen?

Haltbare Frische

Nicht zuletzt nehmen auch tiefgekühlte Fertiggerichte einen breiten Raum ein. Das reicht von Pizza und Snacks als immer funktionierende Schnelldreher bis zu fertigen Nudel- oder sättigenden Fleisch- und Fischgerichten.

Vor allem an Pizzen gibt es eine breite Bio-Auswahl. Ty-pisch ist ein dünner Boden wie beim Italiener, teils mit Weizen- und teils sogar mit Dinkelmehl.

Bio-Inside (demeter felderzeugnisse), Biopolar und Natural Cool (Ökofrost) sowie Naturlust (Wagner) gehören zu den bekanntesten Marken. Der Kaufmann kann seinen Kunden dabei Sorten mit Wurst, Fisch und Meeresfrüchten bieten und auch geschmackvolle vegetarische und vegane Varianten. Früh haben die Bio-Hersteller den elsässisch-geprägten Flammkuchen entdeckt und für den SB-Markt populär gemacht, wieder mit oder ohne fleischigen Zutaten.

Tiefgefrorene Bio-Fertiggerichte in Tiefziehschalen oder Beuteln sind zwar seltener in den Truhen des Handels zu finden, aber durchaus zu beziehen. Von Giacobbe Pasta bietet Lasagne mit und ohne Hackfleisch, vegetarische Nudelgratins oder vegane Aufläufe. Daneben locken manche Hersteller mit indischem Chicken-Curry oder ähnlichen innovativen Ideen.

Selbst aufwändige Spezialitäten, wie man sie ansonsten aus der Bedientheke kennt, gibt es als Bio-Tiefkühlkost. Diesen Service bietet die Biometzgerei Pichler, unter anderem mit edlem Wildschweingulasch aus deutscher Jagd mit Knöpfle.

Fertiggerichte im Baukastensystem

Das führt zum wachsenden Bereich der Teilfertiggerichte beziehungsweise den passenden Convenience-Produkten. Mehrere Fleischereibetriebe bieten neben offener Frischware auch eine SB-Linie mit fertig gegarten Mono-Bio-Fleischprodukten im Glas oder unter Schutzgas an.

Als Bio-Domäne schlechthin dürfen die Fleischersatzprodukte nicht fehlen. Wie erwähnt, handelt es sich nicht mehr nur um Tofu-Würstchen, Burger, Steaks und Sojaschnetzel. Seitan aus Weizeneiweiß und Lupinenprodukte erweitern das herzhafte Veggie-Spektrum. Je nach Würzung und Art der Herstellung weisen die Bio-Produkte deutliche Unterschiede im Geschmack auf – ebenso im Biss. Für die Kunden ist es von großem Vorteil, wenn sie mehrere Marken zur Auswahl haben und auf diese Weise ihren eigenen Favoriten finden können.

Die Teilfertiggerichte lassen sich dann beliebig ergänzen. Oft können die Verbraucher hierzu einfach zu frischen Teigwaren oder Kartoffelprodukten vom selben Anbieter greifen.

Natürlich haben auch viele andere Hersteller bratfertige Fingernudeln, frische Schupfnudeln, Klöße und ähnliche fertige Beilagen im Lieferprogramm. So manche Verbraucher bereiten diese mit etwas Butter, Öl oder Soße zu und genießen sie als eigenständige Mahlzeit. Letzteres ist übrigens ein offener Bio-Geheimtipp für Kinder als die Bio-Kunden von morgen.

Bettina Pabel

Anbieter Bio-Fertiggerichte


Antersdorfer Mühle
Bio-Zentrale Naturprodukte
Davert
Demeter Feldprodukte
 
Fish & More
Fleischwerke Zimmermann
Giacobbe Pasta
Kurhessische Fleischwaren
Ökofrost, Berlin

 
Tress Gastronomie
Viva Food
Wagener

Homepage


www.antersdorfer-muehle.de


www.biozentrale.de


www.davert.de


www.bio-inside.de

www.felderzeugnisse.de

www.followfish.de


www.fleischwerke-zimmermann.de


www.giacobbe.de


www.kurhessische.com


www.oekofrost.de

www.biopolar.eu
www.biocool.de

www.rosebiomanufaktur.de


www.vivafood.it


www.nestle-marktplatz.de

ohne Gewähr auf Vollständigkeit


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