Start / Ausgaben / BioPress 76 - Juli 2013 / 25 Jahre Erfolg mit Bio

Söbekke

25 Jahre Erfolg mit Bio

Paul Söbbeke geht als Unternehmer den ökologischen Weg

25 Jahre Bio-Genuss hat die Molkerei Söbbeke in Nordrhein-Westfalen gefeiert. 1988 stellte Geschäftsführer Paul Söbbeke den Betrieb um und schlug den Bio-Kurs ein. „Erfolgreich kann man nur mit einem eigenen Weg sein“, erklärte Paul Söbbeke auf der Jubiläumsveranstaltung in Epe.

Qualifizierte Mitarbeiter stellen Qualitätsprodukte her, heißt sein Rezept für Erfolg. „Die besondere Leistung von Söbbeke besteht darin, Öko aus unternehmerischer Sicht betrachtet zu haben“, erklärte die Bundestagsabgeordnete Bärbel Höhn in ihren Grußworten.

Die Festredner bei der Feier von 25 Jahren Bio-Genuss der Bio-Molkerei Söbbeke behandelten Themen der Bio-Lebens­mit­telwirtschaft.

Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) beantwortete die Frage: Warum Öko-Landbau? „Wir brauchen eine Alternative zur industriellen Landwirtschaft. Die funktioniert auf Dauer nicht“, erklärte Löwenstein.

Im Ernährungsministerium laufe die biologische Landwirtschaft zum Teil noch unter der Überschrift: Luxus für reiche Leute. Bauernpräsident Joachim Ruckwied sprach auf der Grünen Woche davon, dass die Landwirtschaft keine Probleme habe und verursachte bei Löwenstein damit Kopf schütteln.

Der BÖLW-Vorsitzende nann­te einige Probleme: 40 Prozent aller Feldvögel sind in den  letzten 30 Jahren verschwunden; 61 Prozent der niedersächsischen Trinkwasserbrunnen sind mit Nitrat überlastet; 30 Prozent der Klimagase stammen aus der Landwirtschaft; 1.700 Tonnen Antibiotika werden in der Tiermast eingesetzt.

Ulrich Walter aus Diepholz, ein Weggefährte von Söbbeke, erklärte, warum die Bio-Lebensmittelwirtschaft mittelständisch ist und sang ein Loblied auf den Mittelstand. Mit seiner Marke Lebensbaum zählt er zu den führenden Bio-Lieferanten im Fachhandel. „Die mittelständische Bio-Lebensmittelwirtschaft schöpft nicht ab, um dann die Probleme der Allgemeinheit zu hinterlassen. Sie ist eine auf das Gemeinwohl ausgerichtete Ökonomie und dient den Menschen. Wem sonst?“, fragte Walter.

Ein Investmentbanker war nicht im Festzelt, denn der hätte geantwortet: dem Aktionär.
Der Mittelstand arbeitet langfristig und ist standorttreu: „Eine Molkerei kann nicht versetzt werden.“ Die Bio-Molkerei Söbbeke liefere ehrliche und typische Produkte der Region mit natürlichem Geschmack.

„Ich erinnere nur daran, dass Söbbeke den ersten Jogurt ohne Aroma-Zusatz auf den Markt gebracht hat“, sagte Walter. Die Bio-Produkte unterschieden sich darin von den Produkten der konventionellen Lebensmittelindustrie. Im Konventionellen schmeckt alles gleich. Nur die Art des Marketings macht den Unterschied.

Superbiomarkt-Vorstand Michael Radau sprach zum Thema, warum braucht es einen qualifizierten Fachhandel? „Der Fachhandel ist existenziell mit ehrlichen Produkten verbunden und vermittelt dauerhaft nachvollziehbare Werte“, betonte Radau. Es dürfte nicht darum gehen, möglichst billig anzubieten. Preiswert müsse der Fachhandel sein.

Die Frage, warum Lebensmittel aus dem Kreis Borken, beantwortete Landrat Kai Zwicker. Dem Landkreis ist es ein ökonomisches Anliegen, dass Wertschöpfung in der Region für die Region geschieht und alle Stufen von Landwirtschaft, Herstellung, Handel bis Dienst- leistung gestärkt werden.

Bioland-Landesvorsitzender Heinz-Josef  Thuneke erläuterte, warum Bio-Bauern optimistisch in die Zukunft schauen. „Nachhaltigkeit und Regionalität sind Megatrends. Bio-Landbau ist nachhaltiges Wirtschaften. Hier werden Lebensmittel im Einklang mit der Natur hergestellt“, führte er aus. Ganz anders als in der konventionellen Landwirtschaft, die die Artenvielfalt zerstört. „Ich höre die Lerche nicht mehr“, beklagte Thuneke.

Er warnte zudem davor, die Kuh zur Sau zu machen. „Die Kuh ist kein Klima-Killer“, betonte der Funktionär. Und er führte den Beweis: 40 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche auf der Welt sind Grünland. Der Mensch kann das Gras nicht verwerten.

Das Rind dagegen verdaut es zu Eiweiß, das der Mensch als Milch und Fleisch konsumiert. „Die 60 Prozent fruchtbares Ackerland soll man für die Ernährung der Menschen nutzen und nicht für Futteranbau“, forderte er. Im Anschluss an die Vorträge hatten die Besucher die Möglichkeit die Bio-Molkerei zu besichtigen.

Anton Großkinsky


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