Start / Ausgaben / BioPress 70 - Februar 2012 / Politik soll Bio fördern

Politik soll Bio fördern


Einen Umsatz von 118 Millionen Euro schaffte die Mestemacher-Gruppe aus Gütersloh/Westfalen im Geschäftsjahr 2011. Das entspricht einer Steigerung von fünf Prozent. 20 Prozent des Umsatzes entfallen auf Bio-Vollkornbrote. 27 Prozent der Umsätze werden im Ausland erzielt. 3,7 Millionen hat das Familienunternehmen investiert. Ein Viertel der Investitionen diente der Steigerung der Energieeffizienz, wie das Unternehmen bei der Jahrespressekonferenz mitteilte.

2012 peilt die dreiköpfige Geschäftsführung mit Albert, Fritz und Ulrike Detmers einen Umsatz von 120 Millionen Euro an. Das bedeutete ein Wachstum von 1,7 Prozent. Die konservative Planung erklärt die Geschäftsführung mit der unwägbaren Wirtschaftslage im In-und Ausland.

Mestemacher verarbeitet seit 1985 Bio-Rohstoffe zu haltbarem Vollkornbrot und Müsli. „Bio wird auch weiterhin auf eine weltweit wachsende Nachfrage stoßen. Deshalb fordert Mestemacher von der Politik, mehr Anreize für die ökologische Produktionsweise zu liefern und mehr Gelder in die Förderung der Bio-Landbau-Forschung zu stecken“, erklärt das Unternehmen.

Die Umstellung der kompletten Energieversorgung am Standort in Gütersloh auf ein hoch­effizientes Gasmotoren-Blockheizkraftwerk bringt der Umwelt etwa 1.700 Tonnen CO2 pro Jahr Ersparnis. Die positiven wirtschaftlichen Effekte durch die Umstellung der Energieversorgung korrespondieren mit positiven Umweltaspekten. Emissionsschädliches leichtes Heizöl wird durch klimafreundliches Erdgas ersetzt. Die neue Energieanlage versorgt den Standort vollständig mit Dampf, Strom, Warmwasser, Kaltwasser und Klimatisierungskälte sowie heißem Thermoöl und trägt zu einer Verbesserung der Produkt- und Produktionsqualität bei.

Sorgen macht der Großbäckerei die Lage auf dem Rohstoffmarkt. Spekulationen und staatliche Förderung von Bio-Kraftstoffen verringern den Anbau von Brot-Getreide. Ohnehin geht der Roggenanbau weltweit zurück. Beides führt zu erheblichem Kostendruck.

Das Unternehmen stellt sich seiner sozialen Verantwortung. Ulrike Detmers leitet das Social Marketing. Bereits seit Beginn dieses Jahrhunderts arbeiten Fach- und Führungskräfte unterschiedlicher Nationalität und unterschiedlichen Geschlechts erfolgreich miteinander. Bei Mestemacher Polen führt eine Frau die Geschäfte. Vier von zehn Führungspositionen im oberen Management sind in Frauenhand.

Seit 2001 engagiert sich der Backbetrieb dafür, dass mehr gute Krippen- und Kitaplätze geschaffen werden, die Öffnungszeiten flexibel sind und die Bildung und Erziehung eine geschlechterdemokratische Note aufweisen. So sollen mehr Anreize für männliches Kita-Personal geschaffen werden. Der Mestemacher Kita-Preis ist dotiert mit 16.750 Euro.

Pionierarbeit leistet Mestemacher für Geschlechterdemokratie in Chefetagen. Seit mehr als zehn Jahren werden Spitzenfrauen in Chefetagen mit dem Preis Managerin des Jahres ausgezeichnet. Die Top-Managerinnen sollen weiblichen Nachwuchskräften als Vorbild dienen und die Männerwelt davon überzeugen, dass die Führung von Personal und Unternehmen auch Frauensache ist. Preise sind die Silberstatue namens Oeconimica und 5.000 Euro für soziale Zwecke.

Zum siebten Mal hat das Stifterunternehmen im Jahr 2011 die Spitzenväter des Jahres  gewürdigt, die Kinder, Küche und Karriere zu ihren Lebenswelten erklärt haben. Diese neuen Väter unterstützen ihre Partnerin bei deren Karriere und bekennen sich dazu, genauso für die Kindererziehung und den Haushalt zuständig zu sein, wie die Mütter. Die jährlich zwei gewürdigten Männer erhalten je 5.000 Euro Preisgeld.


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