Start / Ausgaben / BioPress 42 - Februar 2005 / Discount pusht die Bio-Kartoffel

Discount pusht die Bio-Kartoffel

Anbauer, Verarbeiter und Handel können mit der Entwicklung des Marktes zufrieden sein

Die Bio-Kartoffel ist weiter auf dem Vormarsch. Vom Fachhandel über den LEH beschritt die frische Kartoffel den Weg zum Discounter, der seit 2002 für Wachstumsimpulse sorgt. Aldi, Plus und Norma sind dabei. Der Discounter Nr. 1 soll nach Schätzungen sogar der größte nationale Bio-Kartoffel-Einzelhändler sein. 70 Kilo der Erdäpfel werden in Deutschland jährlich Pro Kopf verzehrt, davon stammen etwas mehr als zwei Prozent oder 1,5 Kilo aus kontrolliert biologischem Anbau. Wie viel als frische und wie viel als verarbeitete Ware verkauft wird, lässt sich nicht exakt sagen.  Außer in der O+G-Abteilung findet der Kunde Kartoffelprodukte in der TK-Truhe, dem Kühl-Regal und im Trockensortiment. Die Preise sind auf allen Stufen weit besser als im herkömmlichen Bereich. Hier gibt es keine Verlierer.

Im Jahr 2004 wurden etwa 130.000 Tonnen Speisekartoffeln geerntet,  wie Markus Rippin von der Zentralen Markt- und Preisberichtsstelle (ZMP) erklärt. Der Hektar-Ertrag war aufgrund der Witterungsbedingungen leicht unterdurchschnittlich. „Die Menge ist gegenüber dem Vorjahr trotzdem leicht steigend, da die Anbaufläche ausgeweitet wurde“, so Rippin. 2004 gab es relativ hohe Verluste durch Schädlingsbefall und zwölf Prozent der Menge gehen durchschnittlich im Lager verloren. Etwa 115.000 Tonnen der inländischen Ernte dürften am POS ankommen.

Ein geringer Anteil von etwa 10.000 Tonnen geht in den Export. Die Bioland Markt GmbH Bayern führt ungefähr zwei Drittel ihrer Menge nach Italien aus. Das variiert je nach Ernte, wie Anbauberater Alexander Fuchs erzählt. Italien muss Bio-Kartoffeln importieren. „Die Lagerung funktioniert dort nicht“, sagt Fuchs. Die Kartoffel kommt zu warm aus dem Boden, und die Kühlung ist außerdem zu teuer in dem sonnigen Land. So pflanzen die Italiener Frühkartoffeln für den deutschen Markt.

Im Frühjahr kommt die Importware

Ungefähr ab März/April nächsten Jahres wird die deutsche Ware ausverkauft sein, und die Nachfrage muss drei Monate durch Importe aus dem Mittelmeer-Raum befriedigt werden. Das werden erfahrungsgemäß etwa 15.000 Tonnen sein. Im Juli wird dann wieder die Frühkartoffel aus deutschen Landen erwartet. Dann hat sie bei normalen Bedingungen die Schalenfestigkeit erreicht, dass sie in den Handel kann.

2003 wurde der Absatz der Bio-Kartoffel im LEH durch den geringer werdenden Preisabstand beflügelt, da der Preis für konventionelle Ware aufgrund der unterdurchschnittlichen Ernte gestiegen war. Aktuell ist das Gegenteil der Fall. Der Preis im herkömmlichen Markt ist eingebrochen. Der Erzeugerpreis lag im Junaur 2005 nur bei 3,70 Euro für die Dezitonne; Tendenz fallend. Die ökologisch erzeugten Speisekartoffeln erzielen aktuell 22 bis 27 Euro, also ungefähr den siebenfachen Preis.

Das sind etwa zehn Prozent weniger als im Vorjahr. „Insgesamt kann man von einer ausgeglichenen Angebots- und Nachfragesituation ausgehen“, schreibt die ZMP in  ihrem Öko-Markt-Forum. Die Bio-Kartoffel-Anbauer können im Vergleich mit ihren Kollegen zufrieden sein. Da der Markt wächst, geht die ZMP davon aus, dass das jetzt erreichte Preisniveau zumindest stabil bleiben wird. Anfang Oktober bot die Edeka Südwest 1,5 Kilo Bio-Kartoffeln für 1,30 Euro an und fünf Kilo herkömmliche für 1,50 Euro. Und das ist noch die obere Preisgrenze im LEH.

Dass die Bio-Kartoffel trotz des eklatanten Preisunterschiedes dennoch läuft, verdankt sie neben der Qualität auch der Gebindegröße. Aufgrund des niedrigen Preises werden im Herkömmlichen aktuell fünf und Zehn-Kilo-Abpackungen angeboten, das korrespondiert weder mit den Mengen, die ein moderner Ein- und Zwei-Personen-Haushalten verbraucht, noch mit den Lagermöglichkeiten zuhause. Über einen Kartoffel-Keller verfügen heutzutage nur noch wenige Familien.

Ein Volumen-Produkt für den LEH

Rund 70.000 Tonnen der Bio-Ernte werden als Frischkartoffeln vermarktet, der etwas kleinere Teil von etwa 50.000 Tonnen wird verarbeitet. „Bei uns sind es etwa 35 Prozent der Ernte,die in die Verarbeitung gehen“, erklärt Alexander Fuchs von Bioland Bayern. Bei der frischen Bio-Kartoffel hat der LEH in Deutschland laut ZMP einen Marktanteil von 43 Prozent, in der Direktvermarktung werden 39 Prozent verkauft und 18 Prozent im Fachhandel. Besonders stark ist inzwischen der Discount. Allen voran Aldi. Branchenkenner halten den Filialisten inzwischen für den größten Bio-Kartoffelhändler der Republik, obwohl es keine gesicherten Daten gibt. Denn Albrecht verkauft und schweigt. Etwa 14.000 Tonnen dürften es sein, die der Discounter bewegt und damit wahrscheinlich mehr als der gesamte Fachhandel.

Das Geschäft mit Aldi wickelt die Marktgenossenschaft der Naturland Bauern im westfälischen Lippetal-Lippborg ab. Die Erzeugergemeinschaft, die etwa 15.000 Tonnen Kartoffeln im Jahr liefert, konzentrierte sich von Beginn an auf die Vermarktung im LEH, da Volumenprodukte wie Kartoffeln und Möhren optimal in diese Schiene passen, wie Geschäftsführer Franz Westhues frühzeitig erkannt hat.

Größter Lieferant von Bio-Kartoffeln in Deutschland ist Krohn-Agrar aus Berlin mit 18.000 Tonnen im Jahr. Das Mischunternehmen vertreibt insgesamt eine halbe Million Tonnen Kartoffeln. Der Bio-Anteil liegt mit 3,3 Prozent über dem Durchschnitt, der bei rund zwei Prozent liegt, wie Brigitte Denker von Krohn erklärt. „Der Anbau erfolgt hauptsächlich im Norden. Da ist das typische Kartoffel-Land“, erzählt Denker, die mit ihrem Mann selbst einen Bioland-Betrieb bewirtschaftet. Das Unternehmen hat die gesamte Wertschöpfungskette außer der letzen Stufe in der Hand. Krohn liefert Pflanzgut, betreibt Vertragsanbau und hat mit der Tochter Agrata  einen Pack-Betrieb. Nach dem Ende der deutschen Ware importiert Krohn aus Israel und Ägypten. Dort hat der Kartoffelspezialist ebenfalls Bauern unter Vertrag. Die Qualitätssicherung übernimmt das Agrar-Unternehmen in Eigenregie. „Wir kommen unangemeldet zu Besuch und kontrollieren selbst, sonst haben wir ein Problem mit der Glaubwürdigkeit“, so Denker.
Abnehmer sind Verarbeiter, Großverbraucher, der Naturkost-Großhandel und der LEH. Der Discount steht noch nicht auf der Kundenliste. „Die Kartoffel als Gemüse Nummer eins hat ein Wachstum im Discount“, beobachtet die Kartoffel-Expertin. Risiken für die Erzeuger sieht sie in den Mengen, die dort rasch aufgebaut werden und ebenso schnell wegbrechen können, wenn Aldi wieder aussteigt.

Keine Vielfalt am POS

Bei den Sorten sind vor allem festkochende gefragt. „Sonst geht gar nichts“, sagt Denker. Im Süden der Republik haben mehlige Sorten noch eine kleine Bedeutung. Sie werden für Schupfnudeln oder Kartoffelknödel gebraucht. Prinzess, Nicola, Linda und Ditta sind im kontrolliert biologischen Anbau beliebt. „Die Prinzess sieht gut aus, schmeckt und ist nicht anfällig gegen Krautfäule“, sagt Axel Hesse, der Bio-Beauftragte des Abpackers Agrata. Die Lagerfähigkeit ist allerdings eingeschränkt. Im Lagerbereich wird mehr die glattschalige Ditta eingesetzt, die auch optisch einwandfrei daher kommt. Bei den Landwirten ist die Nicola belieb, weil sie gute Erträge bringt. „Sie ist aber nicht robust“, schränkt Hesse ein. Die Linda ist wiederum ein empfindliches Pflänzchen im Öko-Anbau. „Sie schmeckt aber sehr, sehr gut“, weiß Hesse. Einige Kunden schwören auf die schmackhafte Knolle, darunter Aldi.
Am POS wird dem Kunden die Qual der Wahl zumindest im LEH abgenommen, weil  meist nur eine Sorte angeboten wird. In der Sortenvielfalt liegt hier noch ein Wachstumspotenzial und ein Wettbewerbsvorteil des Naturkosthandels, mit dem er gegenüber dem LEH punkten kann. Die Rewe bietet teilweise zwei Sorten an, eine festkochende und eine vorwiegend festkochende Sorte. 

Handelsmarken dominieren

Die Bio-Kartoffel muss für den LEH verpackt werden, um sie von herkömmlicher Ware unterscheiden zu können. Am Aufwändigsten macht es die Rewe mit Füllhorn in der Zwei-Kilo-Papiertüte. Sie ist mit dem Henkel nicht nur kundenfreundlich, sondern schützt die Kartoffel vor Licht. Ein Sichtfenster ermöglicht dennoch den Blick auf die Ware. Es ist allerdings auch die teuerste Lösung. Als Alternative bietet die Rewe noch ein 1,5-Kilo-Netz. Der Carry-Fresh-Beutel erfreut sich der größten Beliebtheit. Er erlaubt die Sicht auf das Produkt und die Erklärung auf dem breiten Etikett. Aldi, Edeka und Plus arbeiten mit dieser Verpackung.

Das Waschen, Lagern, Sortieren und Abpacken erledigen spezielle Betriebe für den Handel. Seit 1993 verpackt die Agrata Agrarhandel GmbH & Co KG täglich und ganzjährig auch Kartoffeln und Zwiebeln aus ökologischem Anbau für den deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Zur Vermarktung der ökologisch erzeugten Produkte wurde 1995 zusammen mit der Naturland-Marktgenossenschaft die Öko-Farm Vertriebs GmbH gegründet. Der überwiegende Anteil wird dabei in Eigenmarken des Handels gepackt, wie z.B. Füllhorn, Naturkind oder Bio-Wertkost. Seit 2002 packt Agrata die BioBio-Kartoffel des Discounters Plus. Geschäftsführer Wilhelm Linnenbank hat bisher gute Erfahrungen gemacht: „Der Discounter bezahlt nicht schlechter als der Vollsortimenter.“ Plus macht die dritte Saison, arbeitet mit einer vernünftigen Spanne und ist weit davon entfernt einen Preisverfall einzuläuten.

Hans Brocker aus Willich am Niederrhein gehört ebenfalls zu den Abpackbetrieben, die auch Bio verarbeiten. Das Familienunternehmen vom Niederrhein bereitet hauptsächlich Möhren auf, aber auch Kartoffeln und arbeitet unter anderem auch für Bio-Werkost der Edeka. In den neuen Ländern werden Bio-Kartoffeln von Friweika aus Weidensdorf in Sachsen abgepackt. Die Ost-Deutschen produzieren in der Hauptsache konventionelle Kartoffel-Produkte. Für die Sachsen liegt Bio gemessen an der Gesamtproduktion unter einem Prozent.
Weniger als die Hälfte der Speisekartoffeln werden zu frischen-, TK- und Trockenprodukten für Handel und Großverbraucher verarbeitet. Die Caterer und Kantinen brauchen küchenfertige Produkte. Schälbetriebe liefern kalibrierte Kartoffeln, etwa der Bio-Betrieb Käpplein aus Waghäusel zwischen Karlsruhe und Mannheim oder Hephata aus dem hessischen Alsfeld, um nur zwei zu nennen. Käpplein bietet unter der Marke GV naturell seit kurzem unter anderem einen fertigen Kartoffelsalat, den Bernd Trum von der Front Cooking Akademie entwickelt hat. Convenience ist Trumpf.

Im klassischen Einzelhandel hat die verarbeitete Bio-Kartoffel noch nicht die Verbreitung wie die frische Variante gefunden, obwohl potente Hersteller für tiefgekühlte, gekühlte und Trockenprodukte vorhanden sind. Lutosa aus Belgien zählt zu den großen europäischen Kartoffel-Verarbeitern. Der TK-Hersteller hat auch eine Bio-Range mit sieben Artikeln. Zwei Sorten Pommes, drei Sorten geschnittene Kartoffeln, Steak fries (Schnitze), Kroketten und Püree. Bei tegut aus Fulda oder Akzenta in Wuppertal erhältlich, aber insgesamt noch nicht sehr weit distribuiert. Private Labels produzieren die Belgier ebenfalls, zum Beispiel für die Rewe-Eigenmarke Füllhorn.
Demeter-Felderzeugnisse vertreibt unter der  Marke „natural cool“ sieben TK-Kartoffelprodukte im qualitätsorientierten Handel, sprich NFH und SEH. An erster Stelle in der Käufer-Gunst stehen Backofen-Pommes. Bratkartoffeln, Kartoffelpuffer, zwei Sorten Kartoffeltaschen, Röstitaler, Kroketten und Knödel werden ebenfalls geliefert. Die Range gibt es auch in GV-Gebinden.

VielfältigeVerwendung

Boogaard aus Uden in den Niederlanden ist ebenfalls mit Bio-Kartoffelprodukten europaweit am Start. Hauptkunden sind Großverbraucher. Sie beziehen geschälte und kalibrierte Ware. Der Handel wird mit vorfritierten TK-Produkten wie Pommes, Rösti, Kroketten und Schnitzen (Wedges) beliefert. In Deutschland vertreibt Boogaard in erster Linie über den Naturkosthandel. „Mit dem LEH fängt es an. Vom Volumen ist er für uns natürlich interessant“, erzählt Inhaber Jos Alofs.

Bei der Rohware, die überwiegend aus Holland und Deutschland stammt, erwartet der Geschäftsmann stabile Preise. Die Verbraucherpreise zeigen leicht steigende Tendenz. Beim Umsatz erwartet er für 2005 ein gutes einstelliges Plus von sechs bis sieben Prozent. „Der Trend weg von der frischen Kartoffel hin zu TK kommt uns natürlich entgegen“, freut sich Alofs. Darauf allein verlässt sich der Anbieter nicht: Neue Produkte und neue Märkte werden anvisiert. „Wir testen im Frischebereich im Fachhandel eine geschälte Kartoffel“, blickt der Holländer in die Zukunft. Mit Italien wird ein neuer Markt bearbeitet, auf dem der Kartoffel-Konsum stark ausbaufähig ist.

In TK-Fertiggerichten werden ebenfalls Kartoffeln als Zutat verwendet. Frosta und Ökoland haben entsprechende Angebote. Unter der Zweitmarke Biotal gibt es eine Steakhousepfanne mit Kartoffeln. Bioline aus Belgien hat mit der Fischpfanne mit Kartoffeln und dem Wildlachs mit Kartoffelbrei Bio-TK-Fertiggerichte zur Auswahl. Ökoland aus Wunstorf  hat „Röstkartoffeln und Hacksteaks“ im Programm. Auch Vegetarier kommen dabei auf ihre Kosten.  Ökoland aus Wunstorf bietet auch eine Gemüse-Kartoffel-Pfanne an. Demeter Felderzeugnisse aus Alsbach bei Darmstadt hat Gemüse-Kartoffel-Laibchen  im Programm.

TK-Bio-Kartoffeln noch nicht im Trend

Ökofrost in Berlin als Spezial-Großhändler für Naturtiefkühlkost versorgt bundesweit Fachhandel, Großverbraucher und Selbstständigen Einzelhandel mit 150 gefrosteten Artikeln. „Bio-Kartoffel-Produkte werden nicht stark nachgefragt,“ sagt Pressesprecherin Annette Mörler mit Blick auf die Verkaufszahlen. Das am besten laufende Kartoffelprodukt Pommes Frites liegt im internen Ranking im Mittelfeld.  Artikel wie Kartoffeltaschen der Rösti-Taler wurden wieder ausgelistet.

Vielmehr sind im TK-Bereich Fisch und Meeresfrüchte in allen Variationen sowie ausgefallene, moderne Fertiggerichte gefragt. Mediterrane und exotische Speisen liegen momentan wesentlich stärker im Trend als Kartoffel-Gerichte. „Fertiggerichte mit Reis oder Nudeln stehen derzeit im Ranking vor solchen mit Kartoffeln“, bemerkt die Pressesprecherin. Der Regional-Trend ist bei verarbeiteten Produkten offenbar nur schwach ausgeprägt.

In Konserven wird die vielseitige Kartoffel ebenfalls eingesetzt. So in den Ökoland-Suppen. Der Bio-Hersteller berücksichtigt mit der fleischlosen Kartoffel-Cremesuppe auch hier die Wünsche der Vegetarier. Bei der gekühlten Convenience sind es zum Beispiel Gnocci von Füllhorn, die Kartoffeln enthalten oder der Kartoffel-Sahne-Gratin von kff.

In einer Reihe von  Trockenprodukten finden sich Kartoffeln. Rila führt unter der Bio-Vollwert-Marke Rinatura zum Beispiel Kartoffel-Mais-Bratmix, Kartoffelpüree und Kartoffel-Knödel. Die Biozentrale aus Stubenberg vertreibt ebenfalls ein Kartoffel-Püree,um nur zwei zu nennen.

Chips zum Knabbern

Einer der wichtigsten Artikel im Knabberbereich sind Kartoffelchips. Mayka aus Schliengen im Schwarzwald produziert sie in fünf  Geschmacksrichtungen. Der Bioland-Verarbeiter, der mehr als die Hälfte seines Umsatzes mit Bio erwirtschaftet, vertreibt über den  NFH und den LEH. Beide Absatzkanäle halten sich beim Umsatz die Waage, wie Innendienst-Mitarbeiterin Lucia Glatt mitteilte.

Das Unternehmen  sieht sich bei den Bio-Kartoffelchips aktuell einer Konkurrenz ausgesetzt, die verstärkt über den Preis verkauft. „Zielgruppe sind  Genussmenschen“, sagt Lucia Glatt. Die Steigerungsraten liegen aktuell im zweistelligen Bereich. „Durch Acrylamid ist der Absatz eingebrochen, davon haben sich die Kartoffelchips aber erholt“, so Glatt.

FZ Organic Food aus Wolvega in den Niederlanden hat Trafo Light Chips auf den Markt gebracht. Der Bio-Snack in den Geschmacksrichtungen Paprika und Salz enthält nur 22 Gramm Fett pro 100 Gramm und damit 33 Prozent weniger als üblich.

Die einst  aus Südamerika eingeführte Knolle dient noch als Zutat für eine Reihe von Produkten. Die Oblaten für Riegel, wie sie Rapunzel oder Bio-Wertkost produzieren, werden  aus Kartoffelstärke hergestellt. Bio-Service Zach aus Österreich zählt zu den Lieferanten von Kartoffelstärke und –Flocken für Verarbeiter. Zur Herstellung von Bio-Kartoffelstärke werden die Erdäpfel fein verrieben, zentrifugiert, abgesiebt und getrocknet. Einsatzgebiete sind Suppen, Saucen, Kartoffelknödel, Schupfnudeln, Backwaren und Oblaten. Die Stärke ist in Papiersäcken  mit einem Füllgewicht von 25 Kilogramm pro Sack zu beziehen. Für Flocken werden die Kartoffeln mittels Wasserdampf geschält, gekocht und püriert. Dieser Brei wird auf Walzentrocknern vom Wasser befreit. Durch ein schonendes Verfahren bleiben laut Zach der Geschmack und die Inhaltsstoffe bestmöglich erhalten. Die Flokken werden für Backwaren, Fertiggerichte und Püree verwendet und in 25-Kilo-Säcken bereitgestellt. Demeter Felderzeugnisse liefert der Industrie ebenfalls Stärke und Flocken.

Anton Großkinsky


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