Fairtrade
Exotisch, biologisch, fair
Bio-Ananas aus Ghana jetzt auch Fair Trade zertifiziert
(Waddinxveen/Niederlande) Seit Anfang Mai 2009 sind die Ananas des Anbaubetriebes Bio Exotica aus Ghana nicht nur biologisch sondern auch Fair Trade zertifiziert. Damit ist für ein mutiges Projekt ein weiterer Meilenstein internationaler Anerkennung erreicht, ohne die das von den Weltmärkten abhängige Land im Westen Afrikas kaum Überlebenschancen hat.
Kwame Yeboah-Afari ist einer der führenden Mitarbeiter von Bio Exotica. Seine Familie gehört zu einem Stamm aus dem Norden Ghanas. Immer noch bilden die Stämme und die Riten ihrer Naturreligionen wichtige Säulen des sozialen Zusammenhaltes: „Auch wir haben die Götter um Beistand für unser Projekt gebeten,“ erzählt Kwame leicht augenzwinkernd. „Sonst würde hier niemand glauben, dass wir erfolgreich sein können und wir hätten Probleme, Arbeiter für unserer Felder zu bekommen.“ Das ist inzwischen keine Frage mehr: Insgesamt 110 Hektar umfasst die Farm, davon werden derzeit 24 Hektar für den Ananasanbau bewirtschaftet, weitere 86 Hektar werden stufenweise kultiviert. Ein arbeitsintensives, aber wie sich zeigt, auch erfolgreiches Unterfangen.
Angefangen hatte alles 2003, als der Niederländer Rob van der Laan nach Ghana in das „Land hinter dem See“ (Asuoyaman) kam, ein extrem trockenes Gebiet am Rande des riesigen Stausees Lake Volta, das trotz vieler internationaler Versuche zur Entwicklungshilfe als hoffnungsloser Fall galt. Kein Strom, keine Infrastruktur, keine Wasserleitungen, erodierte Böden – kurz: denkbar schlechte Bedingungen für jede Art von Bewirtschaftung. Und dann auch noch Bio-Anbau?
Van der Laan: „Für uns war von Anfang an klar, dass nur der Bio-Anbau in Frage kam. Denn eine konventionelle Bewirtschaftung hätte die Bodenerosion nur noch weiter vorangetrieben und die Grundlage für einen wirtschaftlichen Erfolg zerstört.“ Klar war auch, was angebaut werden sollte: Nur die Ananas ist imstande, auch auf sehr trockenen und sogar schon von Erosion betroffenen Böden zu gedeihen. Inzwischen konnte der Bodenabtrag durch Regen und Wind infolge der Bepflanzung weitgehend gestoppt werden, ein wichtiger Beitrag zur Sanierung der extrem gefährdeten Umwelt dieser Region.
Für Rob van der Laan war es von Anfang an wichtig, dass die Projektverantwortung sehr schnell von einheimischen Mitarbeitern übernommen wird. Bald fand er engagierte örtliche Bauern, die sich in die nicht immer einfache Materie des internationalen Biohandels einarbeiteten. „Ohne Hilfe aus Europa wäre das alles nicht möglich gewesen,“ berichtet van der Laan weiter. „So bekamen wir Gelder aus europäischen Fonds und sicherten uns von Anfang an den Rückhalt von Eosta und der Stiftung Nature & More für die Vermarktung unserer Produkte und die Kommunikation unserer Leistungen.“
Inzwischen ist Bio Exotica der maßgebliche Arbeitgeber in der Region: Wer dort einen Job bekommt, darf sich glücklich schätzen. Seit 2006 sind die kleinen, sehr süßen und aromatischen Ananas von Bio Exotica biologisch zertifiziert. Und durch das Fair Trade System ist garantiert, dass alle Arbeiter einen vernünftigen, gerechten Lohn erhalten, dass Bildungsangebote existierten und auch für die Kinder gesorgt wird. Derzeit baut Bio Exotica gerade eine Schule für die Region auf.
Aber auch ohne direktes Beschäftigungsverhältnis profitieren die Bewohner „hinter dem See“ von der Farm. Gab es bis vor wenigen Jahren nur einen ausgewaschenen Sandweg, führt jetzt eine asphaltierte Straße in das Gebiet. Als die Bezirksregierung sah, dass hier Chancen für die Region bestehen, wurde Elektrizität verlegt, wurden Wasserleitungen gebaut.
Yeboah-Afari, der inzwischen regelmäßig nach Europa reist, um seine Produkte zu verkaufen: „Wir möchten, dass die Käufer unserer Produkte erfahren, was es für eine ganze Region und die darin lebenden Familien bedeutet, wenn sie unsere Ananas kaufen. Deswegen sind wir überzeugt von Nature & More, denn so erfahren die Verbraucher auch unsere 'Geschichte hinter dem Produkt'.“
Weitere Informationen:
http://www.natureandmore.com (Code 266)







