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Gentechnik

Naturland warnt vor gentechnisch verändertem Raps

Beim Honig wird deutlich: Raps und die sogenannte "Koexistenz" passen nicht zusammen

Gräfelfing - Es ist wieder so weit: leuchtende gelb blühende Rapsfelder ziehen sich wie gelbe Farbteppiche über das ganze Land. Wer schon einmal in die Flugschneise zwischen einem blühendem Rapsfeld und einen Bienenstock geraten ist, weiß, dass Bienen im wahrsten Sinne des Wortes auf Raps fliegen. Angesichts der blühenden Landschaften und der emsigen Bienen warnt Naturland vor den Gefahren, die mit der möglichen Ausweitung des Anbaus von gentechnisch verändertem Raps in Deutschland drohen.

Schon vor Jahren wurden in Honig kanadischer Herkunft transgene Rapspollen nachgewiesen. Der unbeabsichtigte Eintrag von gentechnisch verändertem Pollen in Honig könnte auch in Deutschland zu einem großen Problem werden, wenn es zu einem großflächigen Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen kommt. "Am Beispiel der Honigbiene wird deutlich, dass es mit gentechnisch verändertem Raps keine Koexistenz gibt. Ein Bienenvolk befliegt eine Fläche von 30 bis 160  Quadratkilometern, daran erkennt jeder Laie, dass der Schutz vor gentechnischen Verunreinigungen durch Abstandsregelungen nicht praktikabel ist," erläutert Hans Hohenester, Präsidiumsvorsitzender von Naturland.

Wohin mit den Bienen

Naturland Imker wählen bei der Aufstellung der Bienenvölker ökologisch bewirtschaftete bzw. naturbelassene Flächen. Laut Richtlinien muss der Standort der Völker gewährleisten, dass es im Umkreis von drei Kilometern zu keiner nennenswerten Beeinträchtigung kommt. Bei Verdacht auf Verunreinigungen schreiben die Naturland Richtlinien vor, dass die erzeugten Produkte nicht mehr unter dem Naturland Zeichen vermarktet werden dürfen. Die Ausweitung des Agro-Gentechnikanbaus würde dazu führen, dass es keine unbedenklichen Standorte mehr gibt. Heuer blühen über 1,4 Millionen Hektar Rapsfelder in strahlendem Gelb. Mecklenburg-Vorpommern führt mit 240.000 Hektar Rapsanbau die Bundesländer an, gefolgt von Bayern mit circa 170.000 Hektar. Gentechnisch veränderter Raps ist in Deutschland für den kommerziellen Anbau bislang nicht zugelassen, ein Anbau für Versuchszwecke wird durchgeführt.

Keine Wahlfreiheit mit Gentechnik-Raps

Eines ist sicher: die viel propagierte Wahlfreiheit für die Konsumenten, die Imker und für die ökologische Landwirtschaft droht auf der Strecke zu bleiben. Bienen unterscheiden nicht zwischen herkömmlichen Pflanzen und Gentechnikpflanzen und werden ihren Teil zur Auskreuzung von gentechnischen Veränderungen und damit einer schleichenden Kontamination der ökologischen und konventionellen Landwirtschaft beitragen. "Wenn gentechnisch manipulierte Pflanzen in großem Stil angebaut werden, sind unsere Imker die ersten Verlierer. Sie können ihren Honig nicht mehr als Bio-Produkt anbieten, und die ökologische Bienenhaltung in der bisherigen Form wird unmöglich. Naturland fordert daher die Umsetzung des Verursacherprinzips bei der Haftung und den Erlass einer EU-weiten Verordnung, die einen verbindlichen Rechtsrahmen schafft, um alle Landwirte zu schützen die auch weiter ohne Agro-Gentechnik arbeiten wollen," ergänzt Hans Hohenester.

Naturland fördert den Ökologischen Landbau weltweit und ist mit über 46.000 Bauern einer der größten ökologischen Anbauverbände. Als zukunftsorientierter Verband gehören für Naturland Öko-Kompetenz und soziale Verantwortung zusammen.

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