Ab Mitte 2028 gelten in der EU neue Regeln für den Umgang mit Neuer Gentechnik (NGT). Für Pflanzen der neu definierten Kategorie NGT-1 entfällt dann die bisherige Kennzeichnungspflicht. Eine Mehrheit der Verbraucher erwartet nun von Lebensmittelhändlern, künftig kenntlich zu machen, bei welchen Produkten keine NGT verwendet wurde. Das zeigt eine repräsentative Studie im Auftrag des Verbands Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG).
Nach der im Frühjahr 2026 durchgeführten Marktforschungsstudie sehen 72 Prozent der Befragten den Lebensmittelhandel dabei in der Pflicht, künftig für eine klare Kennzeichnung von Produkten ohne Neue Gentechnik zu sorgen. 47 Prozent beantworteten die entsprechende Frage mit ‚Ja‘, weitere 25 Prozent mit ‚eher ja‘. Nur acht Prozent entschieden sich für ‚eher nein‘ und vier Prozent für ‚nein‘. 16 Prozent machten keine Angabe beziehungsweise waren unentschieden. Daraus lässt sich folgen, dass das Thema Neue Gentechnik noch nicht bei allen Verbrauchern präsent ist. Die Studie wurde von Holger Buxel von der Fachhochschule Münster durchgeführt. Befragt wurden im April 2026 insgesamt 1.057 Verbraucher.
Hintergrund sind die neuen EU-Regeln zur Neuen Gentechnik, die im Juni 2026 verabschiedet wurden und ab Juli 2028 angewendet werden sollen. Für Pflanzen der Kategorie NGT-1 entfällt damit unter anderem die bisherige Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Lebensmittel. Nach Angaben des VLOG dürfte diese Kategorie mehr als 90 Prozent der künftig eingesetzten NGT ausmachen. Die freiwillige ‚Ohne Gentechnik‘-Kennzeichnung des VLOGs bleibt jedoch bestehen und soll künftig auch NGT-1 ausschließen. Ebenso ist bei Bio-Produkten weiterhin kein Gentechnikeinsatz erlaubt.
VLOG-Studie stellt Haltungsform und ‚Ohne GenTechnik‘-Siegel gegenüber
Die Haltungsform-Kennzeichnung beinhaltet auch Kriterien zur gentechnikfreien Tierfütterung. Die meisten Verbraucher kennen diese jedoch nicht und wünschen sich eine zusätzliche ‚Ohne Gentechnik‘-Kennzeichnung. Das zeigt eine neue Marktforschungs-Studie im Auftrag des Verbands Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) im Vorfeld der Lebensmittelmesse Anuga 2025.
Vion Consumer Monitor zeigt aktuelle Verbraucherwahrnehmung
Nach der diesjährigen Ausgabe des Vion Consumer Monitors erholt sich das Image von Fleisch langsam wieder. In der Verbraucherumfrage, die von Consumer Panel Services GfK durchgeführt wird, stimmten 61 Prozent der Befragten der Aussage ‚Fleisch ist eine unentbehrliche Komponente der Ernährung‘ zu – das sind vier Prozent mehr als bei der Inflations-Sonderbefragung im Herbst 2022. Gleichzeitig gaben nur noch 54 Prozent an, dass ihnen beim Fleischkauf Siegel wie Bio wichtig sind – verglichen mit 59 Prozent im Vorjahr.
Auf EU-Ebene laufen derzeit die Trilog-Verhandlungen für neue Gentechnik-Regeln. Die EU-Kommission will die Vorschriften für Pflanzen, die mit Neuer Gentechnik (NGT) hergestellt wurden, deutlich lockern, wodurch für die meisten NGT-Pflanzen die bisher vorgeschriebene Kennzeichnung als gentechnisch veränderte Zutat in Lebensmitteln abgeschafft würde. Dabei wollen 79 Prozent der Menschen in Deutschland, dass die Kennzeichnungspflicht erhalten wird. Das zeigt eine neue Civey-Umfrage, die der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) in Auftrag gegeben hat.