Agrarpolitik
Rainer will Pestizid-Luftkontrollen stoppen
Umweltinstitut München und Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft starten Petition
© stock.adobe.com / Nemanja Otic
Bisher kontrollieren staatliche Stellen nicht systematisch, wie und in welchem Ausmaß sich Pestizide über die Luft verbreiten. Ein geplantes bundesweites Monitoring zur ‚Verfrachtung von Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffen über die Luft‘ durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) sollte das ändern. Jetzt will Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer allerdings die Finanzierung streichen, berichten das Umweltinstitut München und das Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft (BEL). Gegen den Stopp der Pestizid-Luftkontrollen haben die beiden Organisationen eine Petition gestartet.
Nach eigenen Untersuchungen des Umweltinstituts München wurden bereits 138 verschiedene Pestizidwirkstoffe und Abbauprodukte in der Luft nachgewiesen. Pestizide verbreiteten sich kilometerweit über die Luft – bis in Schutzgebiete, auf Bio-Felder, in Wohnsiedlungen, auf Spielplätze und in private Gärten.
Laut BEL und Umweltinstitut München hatte das BVL bereits mehrere Vorstudien für ein staatliches Luft-Monitoring auf den Weg gebracht. Ein solches Monitoring würde aus Sicht der Organisationen dazu beitragen, Transparenz zu schaffen, Wissenslücken zu schließen und eine fundierte Grundlage für politische Entscheidungen anhand realer Daten zu bieten.
In der Petition fordern die Initiatoren Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer sowie die BVL-Präsidentin Gaby-Fleur Böl daher dazu auf, die Finanzierung des Monitorings sicherzustellen und die Ergebnisse regelmäßig und vollständig zu veröffentlichen.







