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Fairer Handel

Kampf gegen Ungleichheit im Handel

Forum Fairer Handel startet Appell für faire Erzeugerpreise

Kampf gegen Ungleichheit im Handel © stock.adobe.com/Narong
Seit Februar 2026 ist der Preis für Kakao in der Elfenbeinküste um fast 60 Prozent gesunken.

Zum Internationalen Tag des Fairen Handels am 9. Mai fordern das Forum Fairer Handel und weitere Organisationen politische Maßnahmen gegen unfaire Preise in globalen Lieferketten. Unter dem Motto ‚Landwirtschaft braucht Fairness‘ appellieren sie an die Bundesregierung, sich auf EU-Ebene für kostendeckende Erzeugerpreise einzusetzen. Anlass ist die geplante Reform der EU-Richtlinie gegen unlautere Handelspraktiken.

Das Forum Fairer Handel (FFH) kritisiert die wachsende Marktmacht großer Handels- und Lebensmittelkonzerne, die Produzenten weltweit zunehmend unter Druck setzten und Preise diktierten, die häufig nicht einmal die Produktionskosten deckten. Gleichzeitig wachse die Kluft zwischen Verbraucher- und Erzeugerpreisen. „Vom Ladenpreis kommt immer weniger bei den Produzent*innen an, während die Margen in der verarbeitenden Industrie und im Einzelhandel steigen“, erklärt die FFH-Vorstandsvorsitzende Andrea Fütterer.

Besonders dramatisch sei die Situation derzeit im Kakaosektor. Nach Angaben des Inkota-Netzwerks ist der Preis, den Bauern in der Elfenbeinküste für ihren Kakao erhalten, seit Februar 2026 um fast 60 Prozent gesunken. „Das ist unterhalb der Produktionskosten. Dieser enorme Preisverfall hat für die Kakao-Bäuer*innen dramatische Folgen, denn sie leben und arbeiten zumeist sowieso unter prekären Verhältnissen und haben kein Sicherheitsnetz“, erklärt Mirjam Hägele, Referentin für Bildungs- und Kampagnenarbeit zu nachhaltigem Kakao beim Inkota-Netzwerk.

Auch in Deutschland seien faire Erzeugerpreise nicht selbstverständlich. Der Berchtesgadener Naturland-Milchbauer Jakob Sichler betont, dass Tierwohl, Klimaschutz und moderne Ställe nur mit auskömmlichen Preisen realisiert werden könnten. Die entsprechenden Investitionen müssten wirtschaftlich honoriert werden.

„Gerade jetzt, wo Verbraucherpreise wieder stärker zu steigen drohen, braucht es mehr Transparenz darüber, wie Lebensmittelpreise entstehen“, so Fütterer. „Wir fordern deswegen eine Preis- und Margentransparenzstelle sowie gesetzliche Regelungen für faire Erzeugerpreise.“

Anlass ist die anstehende Reform der EU-Richtlinie gegen unlautere Handelspraktiken (UTP-Richtlinie). Gemeinsam mit Organisationen wie dem Bio-Anbauverband Naturland, dem Weltladen-Dachverband, dem Inkota-Netzwerk und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) ruft der Verband Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer dazu auf, sich für strengere Regeln einzusetzen.

Parallel zum World Fair Trade Day findet am 9. Mai auch der Weltladentag statt. Unter dem Motto ‚Fair fruchtet!‘ machen die rund 900 Weltläden in Deutschland auf Missstände im internationalen Fruchthandel aufmerksam und informieren über faire Alternativen.

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