TAGWERK eG
Modell für regionale Bio-Wertschöpfung verlängert
Barnhouse und Bio-Betriebe sichern Lieferpartnerschaft bis 2029
Barnhouse und Bio-Betriebe sichern Lieferpartnerschaft bis 2029
© stmelf
Vertragsunterzeichnung der Barnhouse Naturprodukte GmbH und die regionalen Barnhouse Bäuerinnen und Bauern auf der BIOFACH 2026 im Beisein der Bayerischen Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Michaela Kaniber.
Zehn Jahre nach Unterzeichnung des ersten Rahmenvertrags haben die Barnhouse Naturprodukte GmbH und die regionalen „Barnhouse Bäuerinnen und Bauern“ ihre Zusammenarbeit um weitere drei Jahre verlängert. Auf der Biofach 2026 wurde im Beisein der Bayerischen Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Michaela Kaniber, der neue Vertrag für die Erntejahre 2027 bis 2029 unterzeichnet. Die Kooperation gilt heute als eines der etabliertesten Modelle regionaler Bio-Wertschöpfung in Bayern.
Zehn Jahre nach Unterzeichnung des ersten Rahmenvertrags haben die Barnhouse Naturprodukte GmbH und die regionalen „Barnhouse Bäuerinnen und Bauern“ ihre Zusammenarbeit um weitere drei Jahre verlängert. Auf der Biofach 2026 wurde im Beisein der Bayerischen Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Michaela Kaniber, der neue Vertrag für die Erntejahre 2027 bis 2029 unterzeichnet. Die Kooperation gilt heute als eines der etabliertesten Modelle regionaler Bio-Wertschöpfung in Bayern.
Was 2014 als Impuls der Öko-Modellregionen begann, hat sich zu einer eigenständigen, professionell organisierten Liefergemeinschaft entwickelt. Heute liefern knapp 90 Bio-Betriebe im Umkreis von maximal 100 Kilometern – überwiegend sogar innerhalb eines Radius von 50 Kilometern – jährlich rund 2.500 Tonnen Hafer und Dinkel an Barnhouse. Geflockt wird das Getreide in der Mühle vor Ort in Mühldorf. Das gesamte Krunchy-Sortiment des Unternehmens wird aus diesem regional erzeugten Bio-Getreide hergestellt.
„Langfristige Verträge und gemeinsame Preisfindung auf Augenhöhe sind für uns kein Marketinginstrument, sondern die Grundlage unternehmerischer Stabilität“, erklärt Martin Eras, Geschäftsführer von Barnhouse. „Planungssicherheit gilt für landwirtschaftliche Betriebe ebenso wie für uns als verarbeitendes Unternehmen.“
Vom Modellprojekt zur eigenständigen Genossenschaft
Die Initiative entstand im Rahmen des bayerischen Landesprogramms BioRegio 2030. Ziel war es, tragfähige Wertschöpfungspartnerschaften zwischen regionalen Bio-Erzeugern und Verarbeitern aufzubauen. Aus ersten Gesprächen auf der Biofach 2016 entwickelte sich eine kontinuierlich wachsende Kooperation, die 2021 mit der Gründung der Barnhouse Bauern Tagwerk eG organisatorisch eigenständig wurde.
Die dreijährigen Vertragslaufzeiten mit festen Preisen schaffen Verlässlichkeit auf beiden Seiten. Gleichzeitig geht die Partnerschaft über eine reine Lieferbeziehung hinaus: Gemeinsame Workshops, transparente Mengenplanung, abgestimmte Anbauplanung sowie klare ökologische Zusatzkriterien – etwa Mischkulturen, der Einsatz ökologisch gezüchteten Saatguts oder der Verzicht auf nicht-biologische Gärsubstrate – prägen die Zusammenarbeit.
„Vertrauen entsteht nicht durch einzelne Vertragsunterschriften, sondern durch kontinuierlichen Austausch“, so Eras. „Gerade in volatilen Märkten zeigt sich, wie wertvoll gewachsene Strukturen sind.“
Regionale Verantwortung mit Signalwirkung
Die Vertragsverlängerung steht auch im Kontext politischer Zielsetzungen: Bayern strebt im Rahmen von BioRegio 2030 einen Anteil von 30 Prozent Ökolandbau an. Regionale Wertschöpfungsprojekte wie die Kooperation zwischen Barnhouse und der Liefergemeinschaft leisten hierzu einen konkreten Beitrag.
Dass das Unternehmen bewusst auf regional erzeugtes Bio-Getreide setzt, obwohl Rohstoffe am Weltmarkt teilweise günstiger verfügbar wären, versteht Barnhouse als strategisches Bekenntnis. „Regionale Partnerschaft bedeutet für uns unternehmerische Verantwortung – ökologisch, ökonomisch und gesellschaftlich“, betont Eras.
Die Staatsministerin würdigte die Zusammenarbeit auf der Messe als beispielhaftes Modell für stabile, faire und zukunftsfähige Bio-Wertschöpfungsketten. Die feierliche Unterzeichnung auf der Biofach – genau zehn Jahre nach dem ersten Rahmenvertrag – unterstreicht die Symbolkraft dieser Partnerschaft.
Stabilität in bewegten Zeiten
Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie belastbar die Kooperation ist: Während der Corona-Pandemie stieg die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln stark an, später folgte ein inflationsbedingter Absatzrückgang. Dank langfristiger Verträge und enger Abstimmung konnten Mengen flexibel gesteuert und Lösungen partnerschaftlich gefunden werden.
Mit der nun unterzeichneten Verlängerung bis 2029 setzen Barnhouse und die regionalen Bio-Bäuerinnen und -Bauern ein klares Zeichen für Kontinuität, Planungssicherheit und nachhaltige Entwicklung – über Marktzyklen hinweg.







