Protest
Bleibt bayerisches Bier gentechnikfrei?
Bündnis warnt vor EU-Plänen zur Neuen Gentechnik beim Politischen Aschermittwoch
© LVÖ
Mit einem überdimensionalen Maß Bier und der Frage ‚Gentechnik im Bier? Manipuliert – patentiert – undeklariert – Willst Du das wirklich?‘ hat ein Bündnis aus 18 bayerischen Organisationen beim heutigen Politischen Aschermittwoch der CSU in Passau protestiert. Die VertreterInnen forderten die CSU auf, sich für gentechnikfreies und patentfreies Bier einzusetzen.
Beim ‚größten Stammtisch der Welt‘ – so bewirbt die CSU ihren Politischen Aschermittwoch – dürfe ein gutes bayerisches Bier nicht fehlen, schreiben die Initiatoren der Aktion. Was aber, wenn dort in Zukunft Neue Gentechnik drin ist – ohne Kennzeichnung und damit ohne Wahlmöglichkeit für die Verbraucher?
Das könnte bald der Fall sein, wenn die Deregulierung der Neuen Gentechnik (NGT), über die momentan auf EU-Ebene verhandelt wird, beschlossen wird. Dann gäbe es bald für einen Großteil der NGT-Pflanzen keine Risikoprüfung mehr – und für Produkte, die aus diesen Pflanzen hergestellt werden, keine entsprechende Kennzeichnungspflicht. Die Folgen wären gravierend, warnen die Organisationen. Verbraucher verlören ihre Wahlfreiheit und eine „Flut von Patenten“ würde den freien Zugang zu genetischer Vielfalt einschränken und bäuerliche Betriebe in stärkere Abhängigkeit von Agrarkonzernen bringen. Die gentechnikfreien Märkte und entsprechenden Wettbewerbsvorteile würden durch das neue Gesetz gefährdet.
„Ökologische Landwirtschaft arbeitet gentechnikfrei. Wir sind überzeugt, die Herausforderungen, vor denen die Landwirtschaft angesichts von Klimawandel, Artensterben und degenerierten Böden steht, auf nachhaltige Weise bewältigen zu können – anstatt durch eine Aufweichung des bestehenden Gesetzes den Profit großer Saatgutkonzerne zu maximieren und neue Abhängigkeiten zu schaffen“, sagt Thomas Lang, 1. Vorsitzender der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern e.V. (LVÖ).
„In diesen geopolitisch schwierigen Zeiten sprechen viele von strategischer Souveränität. Wenn wir das ernst meinen, dürfen wir die Grundlage unserer Ernährung – Saatgut und seine Vermehrung – nicht in die Hände einiger weniger großer Konzerne legen“, kommentiert Thorsten Block, Vorstandsvorsitzender von Biokreis.
„Wir fordern die bayerischen CSU-Abgeordneten im Europa-Parlament auf, sich nicht von den vagen Versprechungen einer neuen und noch wenig erforschten Technologie blenden zu lassen, sondern standhaft für Transparenz, Tradition und den Schutz regionaler Betriebe einzutreten“, betont Josef Schmid, Landesvorstand Bioland Bayern, Bio-Landwirt und Metzgermeister.
Neben der LVÖ Bayern, Biokreis und Bioland Bayern waren unter anderen auch die bayerischen Landesverbände der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und Demeter sowie Rapunzel Naturkost, Greenpeace München und Slowfood München an der Aktion beteiligt.







